Welzheim

Corona-Test vor Friseurbesuch: Wie läuft es? Was drei Salonbetreiber aus dem Welzheimer Wald berichten

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Redakteurin Nadine Zühr (rechts) testet sich selbst unter Aufsicht von Friseurin Sarah Göth vor dem Salon „Hairzstück“ von Alice Ammon in Alfdorf. © Ralph Steinemann Pressefoto

Im März brummte das Geschäft. Von einer richtigen „Welle“ spricht Friseurmeisterin Alice Ammon. Klar, wer wollte nach langen Wochen nicht endlich wieder einen ordentlichen Haarschnitt oder frische Strähnen. Selten hatte sie solche Umsätze wie im März, sagt Alice Ammon.

"Am Anfang habe ich wirklich gedacht, das ist eine Art Sterben auf Raten"

Im April flachte das ab, ab Ende April, als die Testpflicht vor dem Friseurbesuch kam, folgte der Einbruch. „Am Anfang habe ich wirklich gedacht, das ist eine Art Sterben auf Raten.“ Es habe Absagen „gehagelt“, „ganz, ganz schlimm“. Inzwischen ist’s ein bisschen besser, „weil ich eine Zertifizierung habe“. Kunden können sich vor dem Friseurbesuch unter geschulter Aufsicht selbst auf das Coronavirus testen.

Draußen vor dem Salon kann sich der Kunde unter Anleitung selbst testen

Eine „Schnelltestunterweisung für geschulte Dritte“ berechtigt Friseure, Schnelltests für Laien anzuleiten, zu beobachten, zu bewerten und zu dokumentieren. Und so kann man draußen vor dem Salon in Alfdorf Platz nehmen und selbst einen Schnelltest machen, während eine Mitarbeiterin erklärt, was zu tun ist und ein Auge darauf hat, dass man das auch tut. Fällt der Test negativ aus, bisher war das bei den Kunden von Alice Ammon immer der Fall, geht’s hinein in den Salon.

Mancher hat auch Angst, dass das Testergebnis positiv ausfallen könnte

Allerdings: So ein quasi halböffentlicher Test ist nicht jedermanns Sache. Mancher hat auch Angst, dass das Testergebnis positiv ausfallen könnte, weiß Alice Ammon.

Spontan schnell noch zum Friseur gehen: Das geht nicht mehr, was für manche Kunden ebenfalls ein Problem ist.

Deutliche Umsatzeinbußen, zwei Beschäftigte in Kurzarbeit

Deutliche Umsatzeinbußen muss die Friseurmeisterin hinnehmen, die neben dem Salon in Alfdorf einen weiteren in Welzheim betreibt, zwei der sieben Beschäftigten sind momentan in Kurzarbeit.

Wobei die Testpflicht für Alice Ammon keine Frage ist: „Als Privatperson stehe ich da voll dahinter.“ In geschäftlicher Hinsicht zeigt sie sich optimistisch: „Wir sind jetzt wieder auf dem steigenden Ast.“ Und ist kämpferisch gestimmt.

Test- und Friseurtermin abstimmen: Kunden ist der Aufwand zu hoch

Friseurmeister Axel Geist vom Salon „Axels flinke Schere“ in Welzheim registriert beim Thema Testpflicht gemischte Reaktionen der Kunden. „50 Prozent machen das ganz normal, kein Problem.“ Andere würden sich gar nicht testen lassen wollen, ihnen sei auch der Aufwand zu hoch, Test- und Friseurtermin abzustimmen. Geist berichtet von einem erheblichen Umsatzeinbruch wegen der Testpflicht in den vergangenen vier Wochen und höre das auch von Kollegen.

Viele Kunden sagen ab, weil sie den Termin nicht einhalten können

Friseurmeisterin Carmen Schloz hat in ihrem Salon in Welzheim ebenfalls Erfahrungen mit der Testpflicht gesammelt. „Der eine nimmt es gut an, andere sind ein bisschen Gegner.“ Mitunter sei das Vergeben von Terminen schwierig. Viele Kunden sagten ab, weil sie den Termin nicht einhalten könnten. Ein Test gilt 24 Stunden, Friseur- und Testtermin wollen geplant sein. Carmen Schloz testet nicht und beaufsichtigt keine Selbsttests von Kunden. Vielmehr bringen diese einen Nachweis mit, im Salon wird ins Handy, auf Ausdruck, Bescheinigung oder in den Impfpass geschaut, je nachdem. Mancher fährt für den Test zum Drive-in in Welzheim, andere gehen zu Apotheke oder Hausarzt. „Das läuft ganz gut“, so Carmen Schloz, „schleppend, aber es spielt sich ein“.

Wirtschaftliche Unsicherheit schlägt sich nieder: Kunden kommen weniger oft

„Chefin und Mitarbeiter des Friseursalons von Carmen Schloz am Welzheimer Kirchplatz hoffen auf einen Neustart am 1. März“, hatte unsere Zeitung Ende Februar berichtet, als feststand, dass Friseure nach wochenlangen Schließungen wieder öffnen dürfen. Hat sich die Hoffnung erfüllt? „Ja“, sagt die Friseurmeisterin. „Der März und der April waren schon gut. Dann kam der Einbruch.“ Und: „Man merkt auch: Die Kunden kommen nicht mehr alle sechs bis acht Wochen.“ Die wirtschaftliche Unsicherheit schlage sich auch nieder, wofür Carmen Schloz Verständnis hat. Dies und Unlust bei der Testpflicht führten zusammen zu etwa 50 Prozent weniger Umsatz, die zweite Mitarbeiterin im Salon hat Kurzarbeit. Am Anfang, blickt Carmen Schloz zurück, gab es mehr Absagen wegen der Testpflicht. „Es wird besser.“

Im März brummte das Geschäft. Von einer richtigen „Welle“ spricht Friseurmeisterin Alice Ammon. Klar, wer wollte nach langen Wochen nicht endlich wieder einen ordentlichen Haarschnitt oder frische Strähnen. Selten hatte sie solche Umsätze wie im März, sagt Alice Ammon.

"Am Anfang habe ich wirklich gedacht, das ist eine Art Sterben auf Raten"

Im April flachte das ab, ab Ende April, als die Testpflicht vor dem Friseurbesuch kam, folgte der Einbruch. „Am Anfang

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