Welzheim

Corona: Was macht Sorge, was Hoffnung? Ein Pfarrer richtet den Blick auf die Pandemie

PfarrerRometsch
Pfarrer Markus Rometsch. Archivbild: Schneider © Gaby Schneider

Corona-Ampeln, Verordnungen, Verschärfungen, Neuinfektionen: Wer sich zu den neuesten Entwicklungen zum Covid-19-Virus einliest, findet reichlich Lektüre. Die Zahl der Neuinfektionen steigt stark an. Das wirkt sich auf alle Lebensbereiche, auch auf die Kirchen, aus. Was macht Sorge, was Hoffnung? Darüber hat unsere Zeitung mit Markus Rometsch, Pfarrer in der katholischen Seelsorgeeinheit Rudersberg-Welzheim, gesprochen und dabei insbesondere den Blick auf Welzheim gerichtet.

Viele Maßnahmen braucht’s derzeit, um eine Infektionsgefahr im Gottesdienst möglichst auszuschließen. Im Moment führt die katholische Kirchengemeinde keine Anmeldelisten für den Gottesdienst. Es gibt eine maximale Gästezahl. Die orientiert sich an den geltenden Abständen zwischen gekennzeichneten Sitzplätzen, zu denen Ordner geleiten. Besucher registrieren sich in Teilnehmerlisten, eine Einbahn-Regelung weist den Weg in der Kirche, am Ein- und Ausgang muss der Mund-Nasenschutz getragen werden, im Gottesdienst wird er empfohlen. Die Eucharistie wird zu den Gläubigen an den Platz gebracht, um zusätzliche Bewegung im Gottesdienst zu vermeiden. Es wird gelüftet, desinfiziert, und so weiter. Und dann ist da noch der Pfarrer, der eigentlich ein Seelsorger sein möchte, im Moment aber oftmals mehr als Krisenmanager fungieren muss, da ergeht es Markus Rometsch nicht anders als vielen seiner Amtskollegen.

Corona verändert das Gemeindeleben

Er verfolgt die Entwicklung der Infektionszahlen mit wachem Auge. Auch die Welzheimer Kirchengemeinde steht in ständigem Kontakt mit der Diözese. „Heute Morgen hat der Dekan neueste Meldungen vom Bischof geschrieben“, berichtet Rometsch unter anderem.

Das alles verändert das Gemeindeleben, und es macht auch etwas mit den Menschen. Wie geht es dem Pfarrer mit all den Einschränkungen? Markus Rometsch verweist darauf, dass natürlich viele in der Gemeinde in die aktuellen Maßnahmen eingebunden sind. „Unsere ganz persönlichen Kontakte sind eingeschränkt“, fährt er fort. Es werden weniger Besuche gemacht, vor allem in Altersheimen. Damit fühlt er sich nicht wohl. „Unser eigentlicher Auftrag ist nur sehr eingeschränkt möglich“, so Rometsch. Oft könne man „bei der Bevölkerungsschicht, die uns am meisten braucht“, am wenigsten präsent sein. Sicher, „mancher bleibt auch aus gutem Grund daheim“. Auch Jugendliche seien zurückhaltend. Und: „Die Erstkommunion mussten wir dieses Jahr verschieben.“ Rometsch geht davon aus, dass ein Teil in der nächsten Woche gefeiert werden kann und der Rest im Frühjahr.

Seinerseits telefoniert der Pfarrer verstärkt mit Menschen, um sie zu erreichen. Im Advent ist zudem ein Gruß mit einem kleinen Adventskalender geplant.

Gottesdienste gut besucht

Was bereitet Sorge, wenn sich das Infektionsgeschehen weiter verstärkt? „Wie können wir unsere Grunddienste aufrechterhalten?“, sagt Markus Rometsch besonders mit Blick auf den Gottesdienst. „Wie viele Leute können mit uns Weihnachten feiern“, überlegt er und fragt sich, wie viele den Kontakt halten werden, ob jene, die sich zurückziehen, später wiederkommen, welche Ideen es braucht, um sie anzusprechen.

Was macht Hoffnung? „In Welzheim sind unsere Gottesdienste gut besucht“, die Kirche sei relativ gut besetzt sonntags. „Das macht Hoffnung.“ Die Ministranten haben im Frühjahr geholfen, für andere Menschen einzukaufen, freut sich Rometsch. „Sehr viele Menschen bringen sich im Gottesdienst ein“, fährt der Pfarrer fort und erzählt von toller musikalischer Vielfalt. So singen die Sänger mit drei Metern Abstand untereinander in ganz kleiner Besetzung auf der Empore, alles halt im Rahmen des derzeit Möglichen. Nicht zuletzt sieht der Pfarrer in den geltenden Abstandsregeln und Hygieneplänen die Möglichkeit, auf den Nächsten zu achten und ein „Zeichen der Nächstenliebe, andere schützen mich“. Rücksicht ist ein Stichwort. „Das gibt Hoffnung, dass das gut gelingt, zum Beispiel im Gottesdienst.“

Corona-Ampeln, Verordnungen, Verschärfungen, Neuinfektionen: Wer sich zu den neuesten Entwicklungen zum Covid-19-Virus einliest, findet reichlich Lektüre. Die Zahl der Neuinfektionen steigt stark an. Das wirkt sich auf alle Lebensbereiche, auch auf die Kirchen, aus. Was macht Sorge, was Hoffnung? Darüber hat unsere Zeitung mit Markus Rometsch, Pfarrer in der katholischen Seelsorgeeinheit Rudersberg-Welzheim, gesprochen und dabei insbesondere den Blick auf Welzheim gerichtet.

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