Welzheim

Daumen drücken für Noel Lehar

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Noel Lehar hat keine Angst vor der Konkurrenz bei der Talentshow. © Laura Edenberger

Welzheim/Köln. Für ein Supertalent ist Noel Lehar ganz schön bescheiden, ja regelrecht schüchtern. Doch das ändert sich, sobald er seine Querflöte in die Hand nimmt. Dann wird der Zehnjährige selbstsicher und souverän. Am Samstagabend kann er das vor einem Millionenpublikum erneut beweisen. Der Welzheimer steht nämlich im Finale der RTL-Show „Das Supertalent“.

Video: Noel Lehar bereitet sich auf das große Finale am Samstagabend (16.12.) vor.

Dafür ist ein Stück weit auch Thomas Gottschalk verantwortlich. Anfang des Jahres trat Noel - fast - in dessen Talentshow „Little big stars“ auf, war dafür extra nach Köln gefahren. Die Aufnahmen waren bereits im Kasten. zum Casting für die Sendung „Das Supertalent“ nach Ulm.

Standing Ovations und tosender Applaus

Dort war Noels Auftritt offenbar so überzeugend, dass er weiterkam und schließlich im August zur Aufzeichnung einer Vorrunde der Sendung nach Bremen durfte. Drei Tage verbrachten sie dort. Sicher war da noch nicht, ob der Auftritt auch tatsächlich gesendet wird. Die Erfahrung mit Sat 1 hatte die Lehars gelehrt, dass laufende Kameras (und selbst die Anwesenheit großer Stars) keine Garantie sind, am Ende tatsächlich im Fernsehen zu erscheinen.

Diesmal sollte es zum Glück anders kommen. Schüchtern betrat Noel die Bühne, stellte sich den Fragen der Juroren, antwortete leise, wirkte sympathisch, aber auch ein wenig unsicher. Doch als er auf der Querflöte das Stück „See you again“ von Wiz Khalifa zu spielen begann, hielt das Publikum buchstäblich den Atem an. Und blieb nach dem Auftritt erst einmal zwei Sekunden still, um ihrer Begeisterung dann mit Standing Ovations und tosendem Applaus Ausdruck zu verleihen. „Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet“, sagt Noel im Rückblick.

Dieter Bohlen höchstpersönlich wählte Noel ins Finale der Show

Von dieser Begeisterung ließ sich auch Dieter Bohlen anstecken. „Du weißt, dass du das gut spielen kannst, aber trotzdem bist du sehr bescheiden. Du bist echt ein klasse Typ“, sagte der erfolgreiche Musikproduzent zu ihm. „Das ist genau das, was wir hier suchen und deshalb …“ Der erfolgreiche Musikproduzent zögerte noch kurz, lief dann aber zielstrebig auf den „Golden Buzzer“ zu, jenem Knopf, mit dem er Noel direkt ins Finale katapultierte.

Der Zehnjährige besucht die Bläserklasse der Kastell-Realschule

Die Freude bei den Lehars war groß. Doch noch durften sie diese nicht teilen. Die Aufzeichnung war im August, doch erst im Oktober sollte gesendet werden. Außer dem engsten Familienkreis hat in den zwei Monaten niemand etwas darüber erfahren. Inzwischen weiß es ganz Welzheim. Ein Umstand, der dem schüchternen Noel durchaus zugutekam. Denn diesen Herbst wechselte er von der Grund- auf die Kastell-Realschule in Welzheim – er besucht dort die Bläserklasse. Anfangs sei es ihm nicht leichtgefallen, Anschluss zu finden, berichtet der Zehnjährige. Nach seinem Auftritt im Fernsehen sei das aber kein Problem mehr gewesen. Inzwischen habe er richtig gute Freunde an der Schule gefunden.

Eingebildet wirkt Noel deshalb aber keineswegs. Wenn er selbstbewusste Sätze sagt über sein Querflötenspiel, wie „Mir fällt es einfach leichter als anderen“, schiebt er sofort nach: „Das klingt jetzt aber irgendwie arrogant.“ Dabei ist es das gar nicht. Denn es ist schlichtweg wahr. Als er mit dreieinhalb Jahren Blockflöte lernte, hatte er das Lehrbuch in einem halben Jahr durch, berichtet seine Mutter Maria. Nach dem halben Jahr habe Noel dann auf eigenen Wunsch auf die Querflöte gewechselt. Schon früh folgten Auftritte bei „Jugend musiziert“ – und schnell wurde klar, dass in dem Jungen mit den langen braunen Haaren ein kleines, großes Musiktalent steckt.

Das Querflöte-Spielen ist dem Jungen stets leichtgefallen

Viel habe er dafür aber nicht tun müssen, sagt Noel. Mehr als eine Dreiviertelstunde pro Tag würde er nicht üben. Auch jetzt nicht, vor dem großen, seinem bisher größten Auftritt. Auch von Aufregung ist nicht viel zu spüren. Die Querflöte – sie verleiht dem schüchternen Jungen viel Selbstbewusstsein. Nimmt er das Instrument in die Hand, verändern sich Körperhaltung und Gesichtsausdruck. Am liebsten spielt er schnelle Stücke – mit viel Ausdruck. Aus Zurückhaltung wird dann Leidenschaft. Noel ist in seinem Element. An der Querflöte ist er unschlagbar. Und hat deshalb auch keine Angst vor der Konkurrenz.

Noels Mitstreiter sind zwischen zehn und 80 Jahren alt

Bei einem Workshop hat er die 13 anderen Finalisten bereits kennengelernt, darunter eine Akrobatengruppe, eine irische Sängertruppe – und ein Mädchen, das ähnlich talentiert ist wie Noel, nur eben an der Geige. Zwischen zehn und 80 Jahre alt sind die Mitstreiter.

Drei Tage Vorbereitung aufs Finale

Am Dienstag ist er mit seiner Familie nach Köln in die MMC-Studios gefahren. Schon einmal hatte er dort einen Auftritt – jenen, der wegen Gottschalks Heiserkeit schließlich nicht gesendet wurde. Es ist eine Rückkehr mit erhobenem Haupt. Drei Tage bereiten sich die Finalisten auf ihren Auftritt vor. Im Gegensatz zu den Vorrunden wird die Sendung live ausgestrahlt. Jeder hat nur eine Chance. Rausschneiden lässt sich am Samstagabend nichts. Von Nervosität ist bei Noel aber nichts zu spüren.

Ob er eine Chance auf den Sieg hat? „Schwer zu sagen“, meint Noel. Die Konkurrenz sei hart. Sollte es am Ende aber doch klappen mit dem Sieg, weiß der Welzheimer bereits, was er sich als Belohnung kaufen wird: eine goldene Flöte – und einen Thermomix.


Die Sendung

Das Finale der RTL-Sendung beginnt am Samstagabend um 20.15 Uhr und endet gegen Mitternacht.

Den Gewinner erwartet ein Preisgeld von 100 000 Euro (bei Minderjährigen auszahlbar in Form einer Ausbildungsunterstützung) sowie die Möglichkeit zu einem Auftritt in Las Vegas.

Wir werden in Köln vor Ort sein und auf www.zvw.de und in der gedruckten Tageszeitung darüber berichten.