Welzheim

Der Kirchturm als Nistplatz für Falken

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Der Turmfalke bewacht den Eingang zum Nest, in dem der Nachwuchs wohnt. © Gerd Deeß
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Ein Turmfalke bringt Futter mit nach Hause. © Gerd Deeß
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Die jungen Turmfalken wachsen heran. © Gerd Deeß
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Junge Dohlen gucken in die Kamera. © Gerd Deeß
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Der Nachwuchs ist größer geworden. © Gerd Deeß
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Die Dohlen bewachen den Eingang zum Nest. © Gerd Deeß
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Hier die Eier des Turmfalken-Paares. © Gerd Deeß
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Die Dohlen-Eier. © Gerd Deeß

Welzheim. „Mitte Juni, kurz nachdem die Dohlenfamilie ausgeflogen war, besetzte ein Turmfalkenpaar den Nistkasten im Kirchturm der St.-Gallus-Kirche“, berichtet Gerd Deeß vom Nabu Welzheim. Er beobachtet seit vielen Wochen das tierische Treiben auf dem Kirchturm. Nabu und evangelische Kirchengemeinde hatten im Januar den Kirchturm wieder für Vögel freigegeben und den Nistkasten reaktiviert.

Wie auf Kommando fliegt ein Turmfalke auf die Kirche zu und landet sicher auf dem obersten Fenster des Kirchturms, der aufs Schulzentrum blickt. Gerd Deeß zückt sein Fernglas und beobachtet. Oft sitzt ein Falke vor dem Loch und bewacht seinen Nachwuchs. Das Turmfalkenpaar zieht derzeit fünf Kinder groß, die in den nächsten Tagen flügge und ihr Nest verlassen werden, wie Deeß vermutet. Er war mehrmals im Turm und hat einige Fotos gemacht. Am 25. Juni wurde das erste Ei gelegt, bis Mitte Juli folgten weitere vier Eier. Ende Juli hat Deeß die fünf Jungvögel sehen können. Maus stand auf dem Speiseplan. Den Anflug eines Turmfalken mit der Beute in den Krallen hatte Gerd Deeß ebenfalls festgehalten.

Kirche und Nabu hatten den Nistkasten wieder hergerichtet

Im Januar hatten Nabu und evangelische Kirchengemeinde entschieden, den Nistkasten wieder herzurichten und umzubauen und den Kirchturm wieder als Rückzugsort für Vögel zu öffnen. Weil vorher vor allem Tauben den Ort genutzt hatten, wurde er unter anderem wegen des Kots vor einiger Zeit geschlossen. Dank Kirche und Nabu so ist es nun zur Rückkehr der Turmfalken gekommen. „Ein Herzenswunsch des Nabu ging in Erfüllung“, so Deeß.

Die Turmfalken haben Vormieter. Bereits im März waren Dohlen eingezogen und hatten nach und nach Nistmaterial herbeigeschafft. Im April sah Gerd Deeß, dass die Vögel vier Eier gelegt hatten. Mitte Mai waren noch vier Jungvögel am Leben. Am 4. Juni beobachtete Deeß einen Kampf. „Beim Öffnen der Reinigungsklappe ist ein Jungvogel zur Einflugöffnung hinaus vom Kirchturm geflattert. Unten wurde er von einer Amsel und drei Wacholderdrosseln attackiert. Er konnte eingefangen und zurück ins Nest gebracht werden“, hält der Vogelfreund fest. Am 14. Juni wurde bei einer Kontrolle von unten ein toter Jungvogel im Einflugloch entdeckt und anschließend entfernt. Die anderen drei Jungvögel sind später ausgeflogen. Kurze Zeit später zogen dann Turmfalken in die Wohnung im Kirchturm ein – und bewachten den Eingang. Die Reaktivierung des Nistkastens sei somit ein doppelter Erfolg, freut sich Gerd Deeß. Das Glockenläuten mache den Tieren nichts aus. Schleiereulen und Waldkauz sind weitere potenzielle Mieter. Unerwünscht bleiben Straßentauben.

Ziehen die Turmfalken bald aus, die Jungvögel werden sich bald mutig nach unten stürzen, wird der Nistkasten wieder gereinigt und hergerichtet.Vielleicht unterschreiben die Vögel auch 2018 den Mietvertrag. Dieses Jahr werde niemand mehr dort brüten, weiß Gerd Deeß.