Welzheim

Die Vielfalt der Krippen

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Krippen
Intensiv betrachten die Kleinen des benachbarten Kinderhauses Pfarrstraße die verschiedenen Krippen, die im Museum Welzheim zu sehen sind © Palmizi / ZVW
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Roland Birkle zeigt die Krippe. © Palmizi / ZVW
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Humorvoll zu betrachten ist diese Krippe aus leeren Flaschen, die im Kellergeschoss des Heimatmuseums zu sehen ist. © Palmizi / ZVW

Welzheim. Kinderaugen werden groß: Mehr als 150 Krippen der unterschiedlichsten Art sind von Sonntag, 20. November an, bis zum Sonntag, 8. Januar, im Museum Welzheim in der Pfarrstraße zu sehen. Roland Birkle hat die Weihnachtsausstellung des Historischen Vereins mit viel Aufwand zusammengetragen.

Video: Im Welzheimer Museum ist die Ausstellung "Zur Krippe her kommet" vom 20. November bis 8. Januar zu sehen. Roland Birkle zeigt die Ausstellung den Kindern des Kinderhauses Pfarrstraße.

Beim Aufbau der Ausstellung strömt eine Kinderschar vom benachbarten Kinderhaus Pfarrstraße ins historische Gebäude. Für die Kleinen wird eine kleine Sonderführung geboten. Es gibt viel zu sehen und zu bestaunen an diesem Tag. Ein ganz besonderer Kindergartentag.

„Zur Krippe her kommet“ heißt die Sonderausstellung. Die Vielfalt der Krippen, von traditionell bis modern, ist zu sehen. Alte Papierkrippen, Krippen als Weihnachtspyramide, Zinnfiguren, Margarine-Figürchen, eine Playmobil-Krippe sowie zwei Krippen, die mit Ankersteinbaukästen erbaut und mit Ausschneidefiguren dekoriert sind.

Ein Krippensammler kommt aus Waldenweiler

„Eine geschnitzte Oberammergauer Krippe ist bei uns nicht zu sehen, dafür viele andere Krippen“, sagt Roland Birkle, der für den Historischen Verein die Ausstellung organisiert hat. Ein Bekannter von ihm, Manfred Tegenkamp aus Althütte-Waldenweiler, hatte ihn im letzten Jahr darauf angesprochen, ob er seine Krippen nicht einmal im Museum in Welzheim zeigen könnte. Tegenkamp hat schon öfters an Ausstellungen teilgenommen und mit seinen Krippen auch Preise gewonnen.

Hinzu kommt, dass Roland Birkle selbst einen Fundus von 20 Krippen und Einzelfiguren hat. Außerdem kamen noch selbst gebastelte Krippen von Helmut Altmann aus Alfdorf hinzu. Im Dachgeschoss des Museums hat der Künstler in Bildern die Weihnachtsgeschichte auf Holztafeln nacherzählt.

Die Krippen des kleinen Mannes

„Die Krippen, die hier zu sehen sind, sind teilweise mehr als 100 Jahre alt“, berichtet Birkle. Die Krippen des kleinen Mannes bestanden früher aus gefaltetem Karton, der zur Weihnachtszeit aufgestellt und mit einem Kerzenlicht beleuchtet wurde.

Weitere Ausstellungstücke stammen von Eugen Heckmann aus Schwäbisch Hall. Eine Rarität sind die Wachsfiguren, die in einer Krippe von Nonnen zu sehen sind, die einst in einem Benediktinerkloster hergestellt wurden. Jedes Kleidungsstück für die Figuren wurde dazu in Handarbeit maßgerecht angefertigt.

„Unsere Ausstellung sollte nicht bierernst verstanden werden“

Gerhard Rulle aus Kaisersbach-Weidenhof zeigt eine Krippe, die er zur Hochzeit von seinen Eltern bekommen hat. „Josef war ein Zimmermann“, ist auf einem Schild einer Vitrine zu lesen. Dort sind all die Handwerkssachen zu sehen, die früher für die Krippenherstellung benötigt wurden. „Unsere Ausstellung sollte nicht bierernst verstanden werden“, betont Roland Birkle und zeigt auf eine Flascheninstallation, die eine Krippe darstellen soll. Eine andere Darstellung greift auf Holzscheite und Holzbalken zurück.

Neben der Ausstellung gibt es noch ein umfangreiches Rahmenprogramm. Jeden Sonntag kann eine Krippe aus unterschiedlichen Materialien gebaut werden, Ausmalblätter mit Krippenmotiven und Farbstifte liegen aus, außerdem finden Lesungen statt. In verschiedenen Welzheimer Geschäften werden ebenfalls Krippen ausgestellt; es wird einen Krippenweg durch Welzheim geben.


Info:

Öffnungstage: ab dem 20. November bis zum 8. Januar 2017 jeden Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Am 25. Dezember bleibt die Ausstellung geschlossen, dafür ist am 26. Dezember geöffnet. Auch am 1. und 6. Januar wird voraussichtlich geöffnet sein. Nähere Informationen zu den Öffnungszeiten sowie dem Rahmenprogramm auf der Homepage des Museums, Der Eintritt ins Museum ist frei, Spenden sind willkommen.

Krippen

Eine Weihnachtskrippe ist eine Darstellung der Geburt Christi aus der Weihnachtsgeschichte oder anderer Szenen aus dem Leben Jesu Christi, meist durch Figuren in einer Modelllandschaft Betlehems. Die Weihnachtskrippen verbinden die Bilderwelt der Adventszeit mit dem Dreikönigsfest.

Die heutigen Weihnachtskrippen gehen bereits auf das Frühchristentum zurück, doch zeigten die Darstellungen der ersten Jahrhunderte nur das Jesuskind (nach dem Lukasevangelium in der Futterkrippe liegend) mit den zwei Tieren Ochs und Esel. Die Figur der Maria kam erst im Mittelalter dazu, der Heilige Josef sogar noch später.

Rahmenprogramm zur Sonderaustellung:

Während der Öffnungstage des Museums, sonntags zwischen 11 und 17 Uhr, finden folgende Veranstaltungen im Rahmen der Sonderausstellung statt:

  • Sonntag, 20. November: 11 Uhr Eröffnung; 14 Uhr Bastelangebot; 15.30 Uhr Vorlesezeit.
  • Sonntag, 27. November: 14 Uhr Bastelangebot; 15.30 Uhr Vorlesezeit.
  • Sonntag, 4. Dezember: 14 Uhr Bastelangebot; 15.30 Uhr Vorlesezeit.
  • Sonntag, 11. Dezember: ab 11 Uhr, Nichts - dem Geschenke-Stress zum Trotz: Texte, Theater und Geschichten; 14 Uhr Bastelangebot.
  • Sonntag, 18. Dezember: 14 Uhr Bastelangebot, Scherenschnittvorführungen; 15.30 Uhr Vorlesezeit.
  • Montag, 26. Dezember: 14 Uhr Bastelangebot; 15.30 Uhr Vorlesezeit.
  • Sonntag, 1. Januar: 14 Uhr Bastelangebot; 15.30 Uhr Vorlesezeit.
  • Freitag, 6. Januar: 14 Uhr Bastelangebot; 15.30 Uhr Vorlesezeit.
  • Sonntag, 8. Januar: 14 Uhr Bastelangebot; 15.30 Uhr Vorlesezeit.

Für Kinder liegen im Museum Ausmalvorlagen und Buntstifte aus. Geplant ist außerdem eine lange Lesenacht. Während der Ausstellung über die Advents- und Weihnachtszeit ist ein „Krippenweg“ durch die Welzheimer Ladengeschäfte und Betriebe mit Gewinnspiel aufgebaut sowie ein Gewinnspiel im Museum vorbereitet.