Welzheim

Diesel in Welzheimer Kanalisation gekippt: Gefahr für Fische wegen Ammonium in der Lein

Abwassermeisterin Jahnel
Bei der Beprobung fiel es auf: Es ist zu viel Ammonium im Wasser, die Bakterien im Nachklärbecken arbeiten nicht mehr. (Symbolbild) © Gabriel Habermann

Weil die Biologie in der Welzheimer Kläranlage aus dem Gleichgewicht geraten ist, ist zuletzt nicht vollends geklärtes Wasser mit einer stark erhöhten Ammonium-Konzentration in die Lein geraten. Es wird angenommen, dass Unbekannte Ende der vergangenen Woche Diesel oder Verdünnungsmittel in die Kanalisation geleitet haben. Dieser Verdacht dränge sich aufgrund einer Geruchsspur auf, die sich in der Kanalisation bis hin zum Gewerbegebiet verfolgen lasse, erklärt Ralph Hägele, Welzheimer Stadtbauamtsleiter auf Nachfrage.

Infolge der Einleitung des ölhaltigen Stoffs – man geht aktuell von einer Menge von fünf bis zehn Litern aus – habe die letzte Klärstufe nicht mehr richtig funktioniert. Das Wasser beinhaltete deshalb eine zu hohe Konzentration an Ammonium, was für die Fischpopulation in Lein und Leinecksee fatal hätte enden können. Ammonium entzieht dem Wasser den für die Tiere lebenswichtigen Sauerstoff.

Feuerwehr am Sonntag im Einsatz

Seit Bekanntwerden des Problems habe man, so Hägele, versucht, die Bakterien zu retten. Leider erfolglos, wie am Sonntagmittag schließlich klar wurde, als sich die gemessenen Werte drastisch verschlechterten. Also verdünnte die Feuerwehr Welzheim schließlich das Wasser am Auslauf der Kläranlage und im Nachklärbecken mit reichlich Frischwasser, um die Ammonium-Konzentration zu reduzieren.

Am Montag wird das Nachklärbecken mit 80 Kubik Klärschlamm von der Kläranlage Schorndorf „geimpft“, wie Hägele berichtet. Unter der Zugabe von Sauerstoff bauen sich die Bakterien dann wieder auf, so dass sie in Welzheim wieder ihren Dienst tun können. Dann werde sich auch nach und nach die Wasserqualität am Auslauf wieder verbessern.

Weil die Biologie in der Welzheimer Kläranlage aus dem Gleichgewicht geraten ist, ist zuletzt nicht vollends geklärtes Wasser mit einer stark erhöhten Ammonium-Konzentration in die Lein geraten. Es wird angenommen, dass Unbekannte Ende der vergangenen Woche Diesel oder Verdünnungsmittel in die Kanalisation geleitet haben. Dieser Verdacht dränge sich aufgrund einer Geruchsspur auf, die sich in der Kanalisation bis hin zum Gewerbegebiet verfolgen lasse, erklärt Ralph Hägele, Welzheimer

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