Welzheim

Ehrenamtsabend: Würdigung auch für Flüchtlingshelfer

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Volles Haus am Montagabend beim Ehrenamtsabend der Stadt Welzheim in der Eugen-Hohly-Halle. © Habermann

Welzheim. Auch beim Ehrenamtsabend hat das Thema Flüchtlinge einen breiten Raum eingenommen. Am Montagabend begrüßte Bürgermeister Thomas Bernlöhr in der Eugen-Hohly-Halle neue Teilnehmer in der Runde, die aktiven Mitglieder des Welzheimer Freundeskreises Asyl und die Flüchtlingshelfer beim Deutschen Roten Kreuz.

Die wichtigsten Dinge lassen sich mit Geld nicht kaufen: Liebe. Gesundheit. Familie. Freundschaft. Glück. Und: das Ehrenamt. Bernlöhr in seiner Rede: „Wir wissen das - und deswegen geht es einmal im Jahr beim Ehrenamtsabend ausschließlich um Sie.“ Zum Dankschönabend rollte die Stadt den roten Teppich aus.

Sich ehrenamtlich, freiwillig um jemanden oder etwas zu kümmern, sei eine Aufgabe, der man sich annimmt. Und sie bedeute Gemeinschaft. Sich um andere zu kümmern gehe ja nicht für sich alleine, sondern immer mit anderen. Ehrenamt schaffe neue Verbindungen. Und Ehrenamt stelle viele Menschen immer wieder vor neue Herausforderungen. Deswegen sei freiwilliges Engagement nicht nur ein Gewinn für andere, sondern immer auch für einen selbst. In sehr schöner Weise drückt das nach Ansicht von Bürgermeister Bernlöhr ein Slogan aus, den die Bundesregierung im Zusammenhang mit den sogenannten Bufdis, dem Bundes-Freiwilligendienst verwendet. Der Slogan lautet: „Es gibt kein schöneres Gefühl, als gebraucht zu werden.“ Dieser Satz gelte für alle Menschen. Für die Stadt Welzheim könne er als Bürgermeister versichern: „Wir brauchen Sie tatsächlich, jeden Einzelnen von Ihnen.“

Dies gelte aktuell vielleicht mehr denn je. Noch vor kurzem hätten sich die Kommunalpolitiker bei den Fragen der Zukunft vor allem mit dem demografischen Wandel beschäftigt: „Wir werden immer weniger und immer älter, wer zahlt einmal die ganzen Renten, wer übernimmt die ganzen Aufgaben, ganz egal ob hauptamtlich oder ehrenamtlich?“

Flüchtlinge aktiv ins städtische Leben einbinden

Auch in Welzheim werden bis zum Ende des Jahres mindestens 200 Menschen leben, die auf der Flucht vor Krieg, Gewalt, Hunger und Not hier gelandet sind. Nicht alle werden hierbleiben, aber es werden auch nicht alle sofort zurück- oder weiterziehen und die Zahl der Woche für Woche neu Ankommenden bleibt nennenswert hoch. Aktuell, so Bernlöhr, werde „viel und schrill“ diskutiert über das Maß an Zuwanderung oder Schutzsuchenden, wie viel sich Deutschland leisten könne oder auch nicht. Hier vor Ort habe die Stadt für die Befriedigung der grundlegenden Bedürfnisse zu sorgen: ein Dach über dem Kopf, ein Bett zum Schlafen, der Hunger gestillt. Spätestens der zweite Schritt ist die Erlangung von Sprachkenntnissen und eine sinnvoll verbrachte Zeit.

„Wir haben es nicht in der Hand, wer hierher nach Welzheim kommt, wie lange die Leute bleiben und was sie bis hierher erlebt haben. Aber wir haben es in der Hand, wie wir mit ihnen umgehen“, so der Welzheimer Bürgermeister weiter. Damit will Bernlöhr nicht nur den Freundeskreis Asyl ansprechen, sondern alle Bürger. „Ich rufe Sie alle auf, sich gemeinsam mit Ihren Mitstreitern Gedanken zu machen, wie wir diese Menschen aktiv ins städtische Leben einbeziehen können.“ Das werde eine große und anstrengende Aufgabe, der sich die Menschen gemeinsam - hauptamtlich wie ehrenamtlich - stellen sollten.

Wer die Chancen ergreife, verkleinere gleichzeitig die Risiken, die unzweifelhaft mit großen Veränderungen einhergingen, so Bernlöhr abschließend zu diesem Thema.

Das Programm

Auch dieses Jahr gab es ein Programm für Augen, Ohren, die Lachmuskeln und den Gaumen.

Begonnen hat der Welzheimer Ehrenamtsabend ganz zünftig böhmisch-mährisch mit den „Blechschwoba“ der Stadtkapelle.

Nach dem Essen von der Wirtsfamilie Kühnle vom „Grünen Baum“ präsentierten die Stadtgarde und die blaue Garde der 1. Schorndorfer Musik- und Tanzvereinigung jeweils einen Tanz.

Die Eselshaldenerin Gesa Schulze-Kahleyß zeigte Auszüge ihres aktuellen Kabarett-Programms.

Abschließend hatte Bürgermeister Thomas Bernlöhr noch eine gute Nachricht als Ergebnis der Eröffnungsgala der Winterkulturtage: Die Spendenerlöse gingen zugunsten der mitausrichtenden Kultursäule: „Dort stehen wir seit Freitagabend mit gut 3500 Euro mehr in den schwarzen Zahlen.“