Welzheim

Ein Einsatz wie aus dem Lehrbuch

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Die Welzheimer Wehr im Übungseinsatz, unterstützt von den Kollegen aus Alfdorf, Althütte und Kaisersbach und der DRK-Bereitschaft. © Markus Metzger

Welzheim. Ein Ereignis, von dem man hoffe, dass es nie eintreffe, auf das man aber jederzeit vorbereitet sein müsse, so bewertete Thorsten Iwata, der Leiter des Welzheimer Limeshofs, die Alarmübung der Welzheimer Feuerwehr am Freitag im Limeshof der Nikolauspflege.

Rundum zufrieden mit dem Ergebnis zeigten sich im Anschluss an die Übung sowohl Iwata als auch Bürgermeister Thomas Bernlöhr, Feuerwehrkommandant Andreas Schneider, Herbert Welker, der Brandschutzbeauftragte der Stiftung Nikolauspflege, und der Einsatzleiter vom DRK Ortsverein Alfdorf, Boris Beck. Sie alle hoben sowohl den professionellen Einsatz der Feuerwehr- und DRK-Angehörigen hervor, als auch die große Umsicht und Ruhe, mit denen die Mitarbeiter des Hauses die 65 Klienten aus dem Wohnbereich zu dem als Sammelplatz vorgesehenen Speisesaal führten. „Sehr gut ist die Übung abgelaufen“, betonte auch Rüdiger Bäumel, einer der Bewohner, „ruhig, ohne Hektik und dennoch zügig!“ Es sei gut zu wissen, dass Betreuer und Feuerwehr im Notfall die Evakuierung im Griff hätten. Dies gebe ihm ein zusätzliches Sicherheitsgefühl.

Keine Vorwarnung für Feuerwehr oder Mitarbeiter

Weder die Feuerwehrangehörigen noch die Mitarbeiter des Limeshofs waren vorgewarnt, als am Freitag um 19 Uhr in den beiden Wohngebäuden die Treppenhäuser mit einer Nebelmaschine verraucht und Alarm ausgelöst wurden. Dies stelle zwar einen massiven Eingriff mitten hinein in den normalen Tagesablauf, das Abendessen und die Abendpflege dar, sei er aber seiner Verantwortung für die Mitarbeiter und Klienten des Hauses geschuldet, betonte Thorsten Iwata. Die Brandschutzsicherheit genieße in der seit 1997 in einem Neubau untergebrachten Einrichtung einen hohen Stellenwert, betonte er und verwies auf die nachträglich an den Gebäuderückseiten angebrachten Fluchttreppen. Im vergangenen Jahr wurde eine neue Brandmeldeanlage installiert, bereits in diesem Jahr fand eine Brandverhütungsschau statt, Mitarbeiter und Klienten würden intensiv geschult und mit Juan Luis Palomino verfüge der Limeshof über einen äußerst kompetenten Brandschutzbeauftragten.

Bereits acht Minuten nachdem der Hausalarm ausgelöst worden war, hatte das Pflegepersonal alle Bewohner in den Speisesaal gebracht, wo sie von den Mitarbeitern des Roten Kreuzes übernommen wurden und anhand von vorgefertigten Listen überprüft wurden, ob auch alle in Sicherheit gebracht werden konnten. In der Nachtschicht befänden sich zwar nur zwei Mitarbeiter im Haus, aber der Limeshof habe selbst eine Notfallalarmierung organisiert, so dass im Ernstfall 30 Mitarbeiter in kürzester Zeit zur Verfügung ständen. Zudem, ergänzte Feuerwehrkommandant Andreas Schneider, müsse man bedenken, dass nachts die Anzahl der verfügbaren Feuerwehrangehörigen höher als tagsüber sei. Umso wichtiger sei es, dass man jeweils mit den Örtlichkeiten vertraut sei, sich untereinander und die jeweiligen Ansprechpartner kenne.

Feuerwehr-Zusammenarbeit funktioniert auch im Ernstfall

„Wir Feuerwehren üben nicht nur gemeinsam, sondern bei uns funktioniert auch im Ernstfall die Zusammenarbeit!“, betonte Schneider und verwies auf die gemeinsamen Einsätze der Welzheimer Wehr mit den Kameraden aus Alfdorf-Pfahlbronn vergangene Woche im Limesgymnasium, am 15. Juni mit Althütte und Kaisersbach in Althütte bei einem Wohnungsbrand und beim Starkregen Mitte Juni in Alfdorf. Dies komme der Sicherheit der rund 25 000 Einwohner auf dem Welzheimer Wald zugute.

Bürgermeister ist dankbar für die große Bereitschaft der Ehrenamtlichen

Die Übung selbst lief geradezu wie nach Lehrbuch ab: An der Spitze der Welzheimer Feuerwehr traf Einsatzleiter Jürgen Krauss im Limeshof ein. Er organisierte den Einsatz der Fahrzeuge sowie auch der unmittelbar danach eintreffenden Verstärkungen aus Alfdorf, Althütte und Kaisersbach und der DRK-Bereitschaft. Unterstützt wurde er von der gemeinsamen Führungsgruppe „Welzheimer Wald“, deren Einsatzleitwagen in Alfdorf stationiert ist. Gemeinsam mit den Betreuern wurden die Bewohner in den Speisesaal gebracht, Atemschutzgeräteträger durchsuchten die Gebäude, von der Hutt-Keller-Straße her wurde eine Schlauchleitung gelegt und alles Notwendige für eine mögliche Brandbekämpfung vorbereitet.

„Welzheim ist bei seiner Feuerwehr in den besten Händen“, konnte Bürgermeister Thomas Bernlöhr das Fazit ziehen. Sowohl in Bezug auf Ausstattung als auch personell sei sie sehr gut aufgestellt, und die Stadtverwaltung trage gern ihren Teil dazu bei. Er sei dankbar für den hohen Leistungsstand und die Einsatzbereitschaft, wozu die vorbildliche Zusammenarbeit von Feuerwehren und Rettungsdiensten auf dem Welzheimer Wald ihren Teil beitrage. Tragende Säule von alldem stelle die große Bereitschaft dar, sich ehrenamtlich zum Wohle der Mitmenschen zu engagieren. Sie sei heutzutage bei weitem nicht selbstverständlich und könne gar nicht hoch genug geschätzt werden.