Welzheim

Frickenhofer Höhe als Geheimtipp außerhalb des Welzheimer Waldes

Frickenhofen
Idyllischer Blick über die Frickenhofer Höhe in die Ferne. © Rainer Stütz

Im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald ist die Frickenhofer Höhe ein Geheimtipp für Naherholungssuchende, die abseits des Freizeitbetriebs die Natur und die Landschaft genießen wollen.

Hier kann der Besucher einen Gang zurückschalten, bei einer Wanderung die Sehenswürdigkeiten mit Naturdenkmalen und die einmalige Aussicht genießen oder bei einer Radtour die Gegend erkunden.

Landschaft auf dem Radweg „Grüner Pfad“ erkunden

Seit 2004 besteht der Radweg Grüner Pfad rund ums Leintal und die Frickenhofer Höhe. Er lässt sich in sechs Rundkurse unterteilen, die so ausgewählt sind, dass immer wieder Zwischenstopps eingelegt werden können. Entlang des Grünen Pfades sind rund 50 Infotafeln aufgestellt. Zentraler Startpunkt ist Ruppertshofen am Berufsvorbereitungswerk Ostalb oder am Sportplatz. Die Frickenhofer Höhe befindet sich südlich der Limpurger Berge, nördlich vom Albuch, einem Teil der Schwäbischen Alb, und östlich des Welzheimer Walds. Der Höhenzug liegt im Dreieck der Städte Gaildorf im Nordwesten, Aalen im Südosten und Schwäbisch Gmünd im Südwesten. In Form eines langgestreckten Bogens erstreckt sich die Frickenhofer Höhe von Schönberg (Stadtteil von Gaildorf) im Norden bis Abtsgmünd im Südosten. Zu den Gemeinden innerhalb der Landschaft gehören Gschwend, Eschach, Göggingen, Ruppertshofen und Schechingen im Ostalbkreis.

Höchster Punkt sind die Hohen Tannen mit 565,2 Meter Höhe, zwischen Frickenhofen und Rotenhar gelegen. Dieser ist leicht vom Wanderparkplatz Hohe Tannen an der inzwischen ausgebauten und sanierten Straße zwischen Frickenhofen und Rotenhar zu erreichen. Von hier hat der Gast bei guter Sicht einen weiten Ausblick über die bewaldeten Höhen und Täler des Keuperberglands mit seinen Stubensandstein-Flächen und Unterjura-Zeugenbergen. Im Norden reicht der Blick in die Hohenloher Ebene und die Traufbucht des Kochers bei Schwäbisch Hall. Im Süden sind die Kaiserberge sowie das Vorland der Alb und der Albtrauf zu sehen.

Kultur- und Landschaftspfad mit insgesamt 20 Stationen

Die Dorfgemeinschaften Frickenhofen, Mittelbronn und Rotenhar haben mit Unterstützung zahlreicher Förderer, darunter der Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald, den „Kultur- und Landschaftspfad Frickenhofer Höhe“ mit insgesamt 20 Stationen auf einem etwa elf Kilometer langen Rundwanderweg angelegt. Dazu gibt es Informationen über Landschaft, Wirtschaft, Geschichte und Kultur der Frickenhofer Höhe.

Um dem Flurnamen "Hohen Tannen" einen sichtbaren Ausdruck zu verleihen, wurde am 1. Mai 1932 eine aus den Wäldern des Grafen von Pückler-Limpurg stammende Tanne gepflanzt.

In den vergangenen Jahren musste dieses Wahrzeichen nach mutwilliger Zerstörung mehrfach neu gepflanzt werden. Die bestehende Tanne geht auf eine Initiative der Dorfgemeinschaft Rotenhar aus dem Jahr 2010 zurück.

Am Nordhang der Hohen Tannen befindet sich die Teufelskanzel am oberen Ende einer kleinen Klinge. Es handelt sich um eine Schichthöhle mit Pfeilerbau (teilweise kanzelförmig) im Höhlensandstein (Oberer Stubensandstein), die sich am oberen Ende einer Klinge im Bereich eines kleinen Quellaustritts befindet. Härtere Sandsteinbänke bilden das „Dach“ und eine Wasserfallstufe, über die bei stärkeren Niederschlägen oder nach der Schneeschmelze der kleine Bach wasserfallartig hinabstürzt. Dadurch sind diese grottenartigen Höhlungen entstanden.

Hier blieben pfeilerartige Stotze im Höhlensandstein stehen, wodurch ein kanzelartiger Aufbau erhalten blieb, aus dem sich der Namen Teufelskanzel ableitet. Sie ist leicht zu erreichen vom Wanderparkplatz Hohe Tannen an der Straße zwischen Frickenhofen und Rotenhar.

Das Götzenloch – auf Karten öfters als Hohler Stein bezeichnet – ist eine Erosionshöhle. Diese liegt in einer Seitenklinge des Götzenbachtals rund 2,5 Kilometer östlich von Ruppertshofen. Es handelt sich um eine Kleinhöhle in den weichen Sandsteinen des oberen Stubensandsteins. Entstanden ist die Höhle dadurch, dass unter einer härteren Sandsteinbank weichere Sandsteine erodiert wurden und sich dadurch die Höhlennische bildete.

Am Ende der inzwischen rund vier Meter tiefen Höhle entspringt eine kleine Quelle, die für das Entstehen der Höhle verantwortlich ist. Das Götzenloch befindet sich wenige Schritte neben dem Radweg Grüner Pfad „Rund ums Leintal und Frickenhofer Höhe“, der von Ruppertshofen zum Götzenbach-Stausee führt.

Im Kochertal zwischen Untergröningen und Algishofen, wo sich der Kocher in den Mittelkeuper eingeschnitten hat, bilden harte Gesteine des Kieselsandsteins hohe Felsböschungen oder ragen als große Felsen aus der Böschung oder aus den Waldgebieten über dem Kochertal. Die überwiegend unbewachsenen Steilhänge und Felswände lassen gute Einblicke in Aufbau und Zusammensetzung dieser Schichten zu.

Historische Grenzziehung wirkt bis heute nach

Markante Grenzpunkte der Frickenhofer Höhe sind im Osten jenseits des Kochers der Altenberg mit Aussichtsturm, die Hohen Tannen, der Hohenohl und der Hagberg. Als Dialekt und als Verwaltungsgrenze wirkt diese vor 1500 Jahren vorgenommene Grenzziehung bis heute nach. Um 500 n. Chr. waren die Alemannen von den Franken nach Süden abgedrängt worden.

Es bildete sich deshalb eine Grenze, die von Ost nach West durch den Gschwender Raum verlief. Der Dialekt ist in dieser Region im Übergang vom Schwäbischen ins Fränkische beziehungsweise ins Hohenlohische. (Quellen für diesen Artikel: Dorfgemeinschaften Frickenhofen, Mittelbronn und Rotenhar und Wikipedia).

Startmöglichkeiten

Parkplatz am Startpunkt „Frickenhofer Höhe“

Hohentannenstraße, 74417 Gschwend-Frickenhofen

oder über den „Grünen Pfad"

Ruppertshofen am Berufsvorbereitungswerk Ostalb, Erlenstraße 11

73577 Ruppertshofen

Im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald ist die Frickenhofer Höhe ein Geheimtipp für Naherholungssuchende, die abseits des Freizeitbetriebs die Natur und die Landschaft genießen wollen.

Hier kann der Besucher einen Gang zurückschalten, bei einer Wanderung die Sehenswürdigkeiten mit Naturdenkmalen und die einmalige Aussicht genießen oder bei einer Radtour die Gegend erkunden.

Landschaft auf dem Radweg „Grüner Pfad“ erkunden

Seit 2004 besteht der Radweg Grüner Pfad rund

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