Welzheim

Hier kommt die Maus zum Wasserturm: Zwei Graffiti-Künstler waren wieder in Welzheim unterwegs

Wasserturm
Am Wasserturm mit Mann und Maus: Janosch Müller (links) und Cedric Schiele haben den Zweckbau fantasievoll gestaltet. © Zuehr

„Hier kommt die Maus“: Das munter-fetzige Kinderlied kommt beim Umrunden des Welzheimer Wasserturms wie von selbst in den Sinn. Denn auch ein niedlicher Nager wurde auf dem Betonrund in Szene gesetzt. Und nicht nur er: Rund um den Zweckbau aus dem Jahre 1953 ist eine fantasievolle Wiesenlandschaft mit Blumen und Tieren entstanden, warmherzig festgehaltene Motive wie aus einem Kinderbuch. Da gibt es Igel, Käfer und Libelle zu entdecken, dort Schnecke, Frosch und Blumen: Es lohnt sich, den Turm langsam zu umrunden.

Die „Macher“ kennen die Welzheimer bereits von anderen Flächen in der Stadt. Denn bevor sie sich das Betongrau des Wasserturms vorgenommen haben, haben Cedric Schiele und Janosch Müller zum Beispiel die Wände des Wartehäuschens am Busbahnhof verschönert (wir haben berichtet).

„Mit der Dose ist es anders als mit dem Bleistift“

In den Sommerferien haben sich die beiden Graffiti-Künstler, der 22-jährige Janosch Müller studiert unter anderem Kunst auf Lehramt, der 21-jährige Cedric Schiele lernt für das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg in Aalen, an den Wasserturm gemacht. Einen Bezug zum Thema Wasser oder zur Natur, das hatte sich die Stadtverwaltung gewünscht, bei der der Student und der Schüler längst keine Unbekannten mehr sind. Schließlich hatten sich die beiden einst mit der Idee, Welzheim mit Motiven aus der Sprühdose attraktiver zu machen, an die Gemeindeverwaltung gewandt. Cedric Schiele und Janosch Müller stellten ihre Ideen im Gemeinderat vor, die fanden Anklang, und so griffen sie bald mit öffentlichem Placet zur Dose. So auch am Wasserturm. Das Ergebnis lässt Kinderherzen höher schlagen, der Wunsch der Stadt wurde mit dem Schriftzug „Wasser ist Leben“ ebenfalls beziehungsreich aufgegriffen.


Das Vorhaben bedurfte nicht mal längerer Vorplanungen. Es gab zwar eine ganz grobe Skizze, sagt Janosch Müller, viel mehr aber auch nicht. „Mit der Dose ist es anders als mit dem Bleistift“, weiß der Student. „Das entwickelt sich ein Stück weit spontan.“ Natürlich hatten sich die beiden Illustratoren überlegt, welchen Tieren sie den Vorzug geben wollten, und Fotos zur Orientierung herangezogen. Ganz aus dem Kopf die Proportionen perfekt auf den Untergrund zu bannen, das wäre schon ein sehr anspruchsvolles Unterfangen gewesen.

Die ungewohnte, stets etwas gerundete Wandfläche des Wasserturms machte als Untergrund keine Probleme. „Es ging eigentlich ganz gut“, hat Cedric Schiele festgestellt. Sie hatten ja nicht gleich die komplette Wand vor Augen, ergänzt Janosch Müller, und seien eben mehr in Bewegung gewesen.

Hoch hinaus: Vom Gerüst auf die Leiter

Da war die Höhe schon ein anderes Thema. Denn am Wasserturm ging’s hoch hinaus, wurde mit einem Gerüst gearbeitet, das eine Welzheimer Firma zur Verfügung gestellt hat. Von dem aus sind die beiden Mutigen sogar noch auf eine Leiter gestiegen. „Wenn man fällt, fällt man aufs Gerüst“, sagten sie sich für den Fall der Fälle. Der zum Glück nicht eintrat.

Damit das farbenfrohe Kunstwerk möglichst lang erhalten bleibt, wurde der obere Teil mit Klarlack geschützt. Denn in luftiger Höhe einmal etwas aufzufrischen, würde sich dank des nötigen Gerüsts als aufwendiger erweisen, als unten erneut zur Sprühdose zu greifen.


So haben Cedric Schiele und Janosch Müller wieder ein kleines Stück Welzheim mitgeprägt. Das macht sie schon ein wenig stolz. „Ich finde es ganz schön, dass man seine Heimatstadt mitgestalten kann.“

Cedric Schiele wurde sogar bereits angesprochen, „ob ich der Graffiti-Künstler bin. Das fühlt sich komisch an“. Aber schön ist’s natürlich und es macht Freude, Anerkennung zu bekommen. Und wer weiß, vielleicht hätten die beiden eines Tages Lust, auch mal etwas ganz anderes, vielleicht ein Kinderbuch, zu gestalten? „Die berufliche Laufbahn steht noch nicht fest“, schmunzelt Janosch Müller.

„Hier kommt die Maus“: Das munter-fetzige Kinderlied kommt beim Umrunden des Welzheimer Wasserturms wie von selbst in den Sinn. Denn auch ein niedlicher Nager wurde auf dem Betonrund in Szene gesetzt. Und nicht nur er: Rund um den Zweckbau aus dem Jahre 1953 ist eine fantasievolle Wiesenlandschaft mit Blumen und Tieren entstanden, warmherzig festgehaltene Motive wie aus einem Kinderbuch. Da gibt es Igel, Käfer und Libelle zu entdecken, dort Schnecke, Frosch und Blumen: Es lohnt sich, den

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