Welzheim

Im „Jugendzentrum Welzheim“ überreicht Kärcher-Firmenchef Hartmut Jenner 15 000 Euro

Jenner Spende
Im Jugendzentrum in Welzheim stellte sich Kärcher-Chef Hartmut Jenner (links) den Fragen der Kinder. © Benjamin Büttner

Um halb fünf an diesem eisigen Dienstagnachmittag sitzen Gäste, Mitarbeiter und Kinder am Tisch im großen Raum des „JuWel“. Die kleine Emily will von Hartmut Jenner wissen, wie viele Kinder er hat. „Vier“, sagt Jenner lächelnd, „der Älteste sechzehn, das jüngste eineinhalb.“ Und als Zainab wissen möchte, wann er ins Bett geht, meint er: „Das hängt davon ab, wann ich aufstehen muss.“ Weil er als Chef von Kärcher, dem Marktführer bei Reinigungsgeräten, ja schließlich viel arbeitet. Die Kinder sollen raten, wie viele Mitarbeiter seine Firma hat. „1000?“, kommt es zögernd von Hevana. „5000?“, wagt sich Mona vor. Es sind rund 14 500 Mitarbeiter. Die Kinder staunen Bauklötze.

Aber ganz von vorne: Im „Jugendzentrum Welzheim“ werden seit knapp sieben Jahren Kinder betreut, die in ihrer Lebenssituation und ihrem Umfeld besonders viel Hilfe brauchen. Zwölf Kinder kommen von Montag bis Donnerstag ab 12 bis 17 Uhr in das Zentrum im Untergeschoss der „Alten Kantine“. Dort helfen ihnen Felix Schurr und Lea Fauser in einem Projekt, das vom SOS-Kinderdorf Württemberg, dem Jugendamt Rems-Murr und der Stadt Welzheim gemeinsam getragen wird. Die Kinder machen zusammen Hausaufgaben, bekommen ein warmes Mittagessen (das in der Schulmensa Welzheim gekocht und im „JuWel“ aufgewärmt wird) und können spielen. Außerdem gibt es eine Klettergruppe, eine ehrenamtliche Mitarbeiterin bietet einen Zumba-Kurs an, die jungen Gäste dürfen Bogenschießen oder mit Alpakas von einem Hof in der Umgebung eine Wanderung machen. Während des ersten Lockdowns 2020 musste das „JuWel“ zwei Monate seine Pforten schließen. Damit brach diese wichtige Anlaufstelle weg; die Mitarbeiter machten Hausbesuche und stellten rasch fest, dass ihre Schützlinge ohne das Angebot zunehmend ins Schleudern gerieten. Eine Sondergenehmigung kam nach einem Anruf bei der Stadt „in zehn Minuten“ zustande und die Kinder konnten zurückkehren. Eine Weile, erzählt Lea Fauser, haben die Mitarbeiter dann selbst gekocht. „Aber ich glaube, es waren alle froh, als die Mensa wieder aufgemacht hat“, sagt sie augenzwinkernd.

Die Firma Kärcher unterstützt diese Jugendarbeit schon seit Jahren

Der Scheck, den Hartmut Jenner überreicht, wird zwischen dem SOS-Kinderdorf Württemberg (10.000 €, für Kinderbetreuungsangebote in Schorndorf) und dem „JuWel“ (5000 € für das Mittagessen) aufgeteilt. Und es ist nicht der erste. Die Firma Kärcher unterstützt diese Jugendarbeit schon seit Jahren. Wünsche gibt es natürlich trotzdem noch – am liebsten eine weitere Mitarbeiterin. Was das kostet, will Hartmut Jenner wissen. Patrick Jantsch von der ambulanten Hilfe des SOS-Kinderdorfes Württemberg nennt das Jahresgehalt einer Sozialpädagogin. „Finden Sie eine“, sagt Hartmut Jenner, „und ich zahle die Hälfte.“

Und jetzt sitzt er mit Mitarbeitern und Kindern in der Kabarunde (die einen anderen Namen braucht, weil kaum noch jemand Kaba trinkt). In der wird nachmittags immer besprochen, wie der Tag gelaufen ist.

Hartmut Jenner sagt: „Ich zahle die Hälfte des Jahresgehaltes“

Das Essen bekommt Punkte („Linsen mit Spätzle sind neun von zehn“), wer besonders gut mitgemacht oder anderen geholfen hat, kann sich ebenfalls Punkte verdienen und Symbole zeigen an, was die Kinder fühlen. Emily deutet auf das Herz und erklärt Hartmut Jenner: „Das bedeutet Lob.“ Der schaut erstaunt. Emily nickt. „Wenn du mir das gibst“, bekräftigt sie, „dann lobst du mich.“

Genau genommen haben hier im Grunde alle Lob verdient – der Spender, die Mitarbeiter und die Kinder natürlich auch, die sich alle zusammen riesig freuten.

Um halb fünf an diesem eisigen Dienstagnachmittag sitzen Gäste, Mitarbeiter und Kinder am Tisch im großen Raum des „JuWel“. Die kleine Emily will von Hartmut Jenner wissen, wie viele Kinder er hat. „Vier“, sagt Jenner lächelnd, „der Älteste sechzehn, das jüngste eineinhalb.“ Und als Zainab wissen möchte, wann er ins Bett geht, meint er: „Das hängt davon ab, wann ich aufstehen muss.“ Weil er als Chef von Kärcher, dem Marktführer bei Reinigungsgeräten, ja schließlich viel arbeitet. Die Kinder

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 83,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper