Welzheim

Keine Trauung im Wonnemonat Mai: Wie sich die Hochzeitssaison in Welzheim verändert

Hochzeit Museum
Die Standesbeamtinnen Nadine Rosenkranz (links) und Ana Vasilj haben stilvoll dekoriert: Auch im Bauernstüble des Welzheimer Museums kann man den Bund fürs Leben schließen. © ALEXANDRA PALMIZI

Einmal im Leben: So ist’s geplant, wenn sich Paare das Jawort geben. Ob das gelingt oder die Zeit andere Wendungen bringt: Dieser Moment bleibt in Erinnerung. Und im Wonnemonat Mai beginnt für gewöhnlich auch auf dem Welzheimer Wald die Saison für Trauungen.

Doch in diesem Jahr haben sich im Welzheimer Rathaus deutlich weniger Paare für die standesamtliche Trauung vormerken lassen. Normalerweise, in den Jahren vor der Corona-Pandemie, schließen die Standesbeamtinnen zwischen 50 bis 60 Ehen im Jahr. „Der Großteil entfällt auf die Monate Mai bis Oktober“, sagt Standesbeamtin Nadine Rosenkranz. Am liebsten geben sich die Paare freitags das Jawort, am Samstag geht es vor den Traualtar in der Kirche.

Wegen hoher Inzidenzzahlen nur zwei Begleitpersonen bei Trauung

Und stellt auch die Trauung im Standesamt für viele Paare vielleicht noch nicht den romantischsten Teil der Heirat dar, den festlichen Moment erleben Eltern, Geschwister, Großeltern, Trauzeugen oder Paten doch gern mit.

Das Coronavirus indes hat die Bedingungen und Traditionen bei den standesamtlichen Trauungen erheblich verändert. In großer Runde ins Standesamt, danach ein beschwingter Stehempfang vor dem Rathaus? Geht nicht. Vielmehr werden derzeit angesichts der hohen Inzidenzzahlen in Welzheim Trauungen nur mit dem Brautpaar und zwei Begleitpersonen abgehalten.

Termine vielfach verschoben in der Hoffnung auf bessere Bedingungen

Nicht nur die Zahl der Gäste ist zurückgegangen, sondern die der Eheschließungen überhaupt. Haben sich 2019 noch 52 Paare in Welzheim das Jawort gegeben, so waren es im vergangenen Jahr noch 47. Immerhin, und das, obwohl das Coronavirus bereits den Alltag erheblich eingeschränkt hat. Doch diese Trauungen wurden durchgeführt. „Die Leute haben das eingeplant für die Zeiten“, weiß Nadine Rosenkranz. Die Termine waren vorgemerkt, einige Paare erwarteten Nachwuchs oder wollten sich ihr Datum nicht nehmen lassen. „Die wenigsten haben es abgesagt.“ Termine wurden allerdings vielfach verschoben in der Hoffnung auf bessere Bedingungen durch weniger Auflagen, etwa von Mai auf Oktober.

Bis Oktober haben nur sieben Paare einen Termin fest reserviert

In diesem Jahr steht für den Wonnemonat Mai gar keine Trauung an. „Das ist untypisch für den Mai“, so Nadine Rosenkranz. Bis Oktober haben sich nur sieben heiratswillige Paare einen Termin fest reserviert. Sonst wurden um diese Zeit bereits 30 bis 40 Hochzeiten vorgemerkt. Natürlich: Im Laufe des Jahres kann sich das noch ändern, entscheiden sich Paare zum Bund fürs Leben und melden sich beim Standesamt. Je nachdem, wie sich die Corona-Situation entwickelt, bessern sich vielleicht auch die Bedingungen für Trauungen.

Kurz vor dem Termin wird die Zahl der erlaubten Begleiter besprochen

Einstweilen diktiert das Coronavirus noch die Umstände. Die Standesbeamtinnen gehen vor einer Trauung stärker auf die Situation vor, während und nach dem feierlichen Ereignis ein. Wie viele Verwandte oder Freunde etwa tatsächlich bei der Trauung dabei sein konnten, das hat das Team des Standesamts im vergangenen Jahr teils erst zwei, drei Tage vorher mit dem Brautpaar abgeklärt, damit die Informationen aktuell waren. Manches Paar kam nur zu zweit. Andere waren traurig und fanden es schade, dass nicht alle Gäste den wichtigen Moment miterleben konnten. Brautpaare mussten einige Gäste aufgrund der jeweiligen Regelung gar wieder ausladen. Kurz vor dem Termin wird die Zahl der erlaubten Begleitpersonen besprochen, so halten es die Beamtinnen nach wie vor. Außerdem wird eine Gästeliste mit Namen und Adressen benötigt, damit im Falle des Falles Kontakte nachverfolgbar sind.

Maskenpflicht für alle: „Man sieht halt die Emotionen nicht“

Die Regelungen zur Maskenpflicht für das Brautpaar haben sich im Laufe der Monate ebenfalls geändert, je nach Infektionsgeschehen. Im Moment besteht sie während der Trauung für alle, auch für Braut und Bräutigam. „Man sieht halt die Emotionen nicht“, stellt Nadine Rosenkranz fest.

Not macht erfinderisch: Besondere Masken und Dosensekt

Die Corona-Schutzvorschriften nehmen der Trauung einiges von ihrer Romantik. „Das stimmt. Ja. Wobei viele auch das Beste daraus gemacht haben“, freut sich Nadine Rosenkranz, die mit den Brautpaaren, die sich schon so freuen, mitleidet, wenn sie Einschränkungen hinnehmen müssen.

Doch Not macht erfinderisch. So hat die Standesbeamtin zum Beispiel besondere Masken, etwa mit Verzierungen und Stickerei, bei Trauungen gesehen. Ein Dosensekt kann den Stehempfang nach der Trauung nicht ersetzen, aber mit einem Augenzwinkern für den Heimweg mitgenommen werden, und vielleicht lässt sich der gesellige Teil in besseren Zeiten nachholen. Hin und wieder möchten Paare sogar bewusst noch mal ein Bild mit Maske: Schließlich kann man davon noch den Kindern oder Enkeln mal erzählen.

Neue Traumöglichkeit im Innenhof des Museums

Mit Blick auf den Infektionsschutz wurden im vergangenen Jahr Ehen fast nur im Ratssaal geschlossen. Wer sich unter freiem Himmel das Jawort geben wollte, konnte das neu im Innenhof des Museums mit einer etwas größeren Zahl von Gästen tun.

Heiraten kann man in Welzheim zunächst ganz klassisch im Trauzimmer im ersten Stock des Rathauses, dort, wo der Balkon zum Kirchplatz hinausgeht, mit dem zeitlosen Flair von Stuckdecke und knarrendem Parkett,

sowie im Ratssaal, der sich schön herrichten lässt, und im Bauernstüble im Museum, wo es mit gusseisernem Ofen, Eckbank und Herrgottswinkel ein historisches Ambiente gibt. Dafür bietet der Raum aber nicht viele Sitzplätze und wird für Trauungen nur selten genutzt. „Vielleicht kennen es auch viele Leute nicht“, mutmaßt Nadine Rosenkranz.

Der Limesstadt gemäß: Jawort auch im Ostkastell möglich

Wie es sich für eine Limes-Stadt gehört, kann man sich das Eheversprechen ebenso umgeben von den Relikten der Antike im Ostkastell am Brunnen geben.

Von den Trauorten unter freiem Himmel ist der Pavillon im Stadtpark am meisten gefragt und darf auf Wunsch auch dekoriert werden, etwa mit Vorhängen und Luftballons.

Trotz Corona-Zeiten, Verboten und Vorschriften: Standesbeamtin Nadine Rosenkranz wünscht den Heiratswilligen, dass sie das Beste daraus machen, und möchte ihnen einen guten Start ermöglichen, „dass man sich trotzdem als Paar sieht“. In diesem besonderen Moment, der in Erinnerung bleiben wird.

Einmal im Leben: So ist’s geplant, wenn sich Paare das Jawort geben. Ob das gelingt oder die Zeit andere Wendungen bringt: Dieser Moment bleibt in Erinnerung. Und im Wonnemonat Mai beginnt für gewöhnlich auch auf dem Welzheimer Wald die Saison für Trauungen.

Doch in diesem Jahr haben sich im Welzheimer Rathaus deutlich weniger Paare für die standesamtliche Trauung vormerken lassen. Normalerweise, in den Jahren vor der Corona-Pandemie, schließen die Standesbeamtinnen zwischen 50 bis 60

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