Welzheim

Klaffenbach-Welzheim: Sanierung verzögert sich

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Hans Jakob Rath, Leiter der Betonarbeiten, legt Hand beim Stahlbeton an. © Habermann / ZVW
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Stark belastetes Bodenmaterial hat die Arbeiten behindert. Die Baufirma wusste nicht, wohin mit dem teerhaltigen Material. © Habermann / ZVW

Welzheim/Rudersberg. Die Bauarbeiten an der Landesstraße 1080 zwischen Welzheim und Klaffenbach verzögern sich. Die Straße kann voraussichtlich erst zwei Wochen später, am 15. Juli, wieder befahren werden. Vor einem Jahr war die Straße nach starken Regenfällen an mehreren Stellen abgerutscht.

Mitte Januar dieses Jahres hatten die Bauarbeiten an der Landessstraße mit Verzögerungen begonnen: Starker Frost ermöglichte einen Baustart erst im Februar. Ursprünglich war eine Baufertigstellung auf den 1. Juli 2017 vorgesehen. Nun hat sich herausgestellt, dass entgegen den Planungen aufgrund des Antreffens von stark belastetem Bodenmaterial, die Arbeiten nicht wie geplant fortgesetzt werden konnten. Zunächst mussten Entsorgungswege für das teerhaltige, belastete Bodenmaterial gefunden werden. Auch das durchweg schlechte Regenwetter der vergangenen Wochen hat den weiteren Baufortschritt gehemmt.

Kapazitäten bei einzelnen Arbeiten erhöht

Momentan geht das Regierungspräsidium Stuttgart von einer rund zwei- bis dreiwöchigen Bauzeitverlängerung aus. Das ausführende Unternehmen habe auf Veranlassung des Regierungspräsidiums die Kapazitäten bei einzelnen Arbeiten erhöht, soweit dies eine Beschleunigung des Bauablaufs ermöglicht, heißt es in einer Pressemitteilung des RP Stuttgart.

Sperrung bis 15. Juli

Es werde angestrebt, die entstandenen Verzögerungen soweit möglich zu kompensieren. Die L 1080 zwischen Klaffenbach und Welzheim soll am 15. Juli wieder für den Verkehr freigegeben werden. Restarbeiten an Schutzeinrichtungen und Fahrbahnmarkierungen sollen danach noch unter halbseitiger Verkehrsführung fertiggestellt werden.

1,3 Millionen Euro für Sanierung

Bis zu 17 Meter tief in die Erde reichen die 79 Bohrpfähle, mit denen die Landesstraße 1080 zwischen Welzheim und Rudersberg gesichert wird. Mitte Juni 2016 war die Straße an mehreren Stellen nach starken Regenfällen abgerutscht und ist seither gesperrt. Nach dem langen Frost im Januar hatte die Sanierung Mitte Februar begonnen. Die Kosten der Sanierung wurden mit rund 1,3 Millionen Euro samt einem neuen Fahrbahnbelag für den drei Kilometer langen Abschnitt zwischen Klaffenbach und Klingenmühle beziffert.

Starke Regenfälle sorgten für Abrutschung

Auslöser der fünf Rutschungen auf einer Länge eines halben Kilometers war wohl ein alter Steinbruch oberhalb der Landesstraße, vermutete der Geologe Tobias Bräutigam. Die Betreiber des Steinbruchs hatten wohl schon damals Schwierigkeiten mit dem Wasser – und leiteten es um. Mitte Juni 2016 sorgten starke Regenfälle dafür, dass die Landesstraße an fünf Stellen unterspült wurde und stellenweise abgerutscht ist.

Laufenmühle und „Eins + Alles“ sind von Sperrung betroffen

Stark von der Sperrung betroffen sind sowohl das Restaurant Laufenmühle Bahnhof und das Antikcafé Klingenmühle wie auch die Freizeiteinrichtung „Eins + Alles – Erfahrungsfeld der Sinne“. Die Laufenmühle ist nur über Welzheim zu erreichen. Dass sich die Sanierung über mehr als ein Jahr hinzieht, erklärte Benjamin Haufe, Sachgebietsleiter Straßenerhaltung beim Regierungspräsidium Stuttgart, mit den Umständen. Zunächst musste der Untergrund des geologisch sehr problematischen Streckenabschnitts erkundet werden. Diese Untersuchungen wurden Anfang September abgeschlossen. Die Ergebnisse seien dann vom Institut für Geotechnik der Universität Stuttgart zusammengefasst worden, um die Bohrpfähle zu bemessen, die notwendig sind, um die Strecke zu stabilisieren. Ende Oktober wurde die Maßnahme ausgeschrieben, der Zuschlag erfolgte am 2. Januar 2017.

Fünf Stellen werden repariert

Insgesamt wird die Landesstraße an fünf Stellen oberhalb der Bahnstrecke repariert. Die längste misst rund 60 Meter und wird mit einer Bohrpfahlwand gesichert, sozusagen einer Brücke unter der Straße. Verbaut werden 79 Bohrpfähle im Abstand von 2,5 bis drei Meter, die in eine Tiefe zwischen sechs und 17 Meter reichen.

Wiesel bis Welzheim

Die Sperrung der Landesstraße hat die Stadt Welzheim nach den Sommerferien 2016 für einen einmonatigen Probebetrieb der Wieslauftalbahn bis Welzheim genutzt. Die Kosten betrugen rund 60 000 Euro. Von dem Angebot profitieren vor allem Schüler des Limes-Gymnasiums aus dem Wieslauftal. Rund 11 300 Leute – erstaunlich viele – haben zwischen dem 3. September und dem 1. Oktober die Gelegenheit genutzt, ins probeweise bis Welzheim fahrende Wiesel zu steigen. Die Frage, ob eine dauerhafte Wieselverlängerung Sinn ergibt, wird kontrovers diskutiert.