Welzheim

Klaffenbach-Welzheim: Sperrung bis 2017

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Begutachteten am Freitagnachmittag die Unwetter-Schäden an der Landesstraße zwischen Klaffenbach und Welzheim (von links): Carola Kaufmann und ihr Lebensgefährte Stefan Müller (Betreiber des Antik-Cafés und Biergartens Klingenmühle), Bauingenieur und Baugrund-Gutachter Tobias Bräutigam, Benjamin Haufe (Sachgebietsleiter Straßenerhaltung beim Regierungspräsidium) mit einem Kollegen, daneben Reiner Böning (Leiter von „Eins + Alles – Erfahrungswelt der Sinne“), die Landtagsabgeordneten Gernot Gruber und Wilfried Klenk sowie ganz rechts der Welzheimer Bürgermeister Thomas Bernlöhr und Maria Dolores Diz Fernandez (Inhaberin der Gaststätte Laufenmühle Bahnhof). © Habermann
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Begutachteten am Freitagnachmittag die Unwetter-Schäden an der Landesstraße zwischen Klaffenbach und Welzheim (von links): Carola Kaufmann und ihr Lebensgefährte Stefan Müller (Betreiber des Antik-Cafés und Biergartens Klingenmühle), Bauingenieur und Baugrund-Gutachter Tobias Bräutigam, Benjamin Haufe (Sachgebietsleiter Straßenerhaltung beim Regierungspräsidium) mit einem Kollegen, daneben Reiner Böning (Leiter von „Eins + Alles – Erfahrungswelt der Sinne“), die Landtagsabgeordneten Gernot Gruber und Wilfried Klenk sowie ganz rechts der Welzheimer Bürgermeister Thomas Bernlöhr und Maria Dolores Diz Fernandez (Inhaberin der Gaststätte Laufenmühle Bahnhof). © ZVW

Welzheim/Rudersberg. Gefühlt bis zu 80 Prozent weniger Gäste kommen aufgrund der Straßen-Sperrung zwischen Klaffenbach und Welzheim in die Gaststätte Laufenmühle Bahnhof. Auch die anderen Betriebe beklagen Umsatzrückgänge. Doch die Sanierung der Landesstraße wird sich wohl bis weit hinein ins Jahr 2017 ziehen. Eine Wieslauftalbahn-Verlängerung ist deshalb im Gespräch.

„Es gab noch nie einen so guten Augenblick, eine Verlängerung der Wieslauftalbahn über Rudersberg-Oberndorf hinaus bis Welzheim zu erproben“, sagte der Welzheimer Bürgermeister Thomas Bernlöhr bei einem Vor-Ort-Termin an dem gesperrten Straßenabschnitt am Freitagnachmittag. Am Dienstag möchte er bei der Gemeinderatssitzung das Thema diskutieren. Er habe den Wiesel-Betreiber, die Württembergische Eisenbahn-Gesellschaft (WEG) gebeten, bis dahin einen möglichen Kostenrahmen für eine Wiesel-Verlängerung auf der Waldbahnstrecke mit Halt unter anderem an der Laufenmühle zu errechnen. „In einer Erprobungsphase könnten Fahrgastzahlen erhoben werden. Und wir müssten natürlich überlegen, ob der Zug dann im Stundentakt fahren sollte oder nur zu gewissen Stoßzeiten, und wann und wie wir mit einem solchen neuen ÖPNV-Angebot beginnen könnten, ob schon dieses Jahr oder erst im Frühjahr 2017.“ Ein Umstieg in Oberndorf auf einen anderen Zug mit anderem Triebwagen sei wohl aber unumgänglich.

Für eine sehr gute Idee befanden die Wiesel-Verlängerung Vertreter der von der Straßensperrung gebeutelten Betriebe. „Das würde wenigstens etwas Hoffnung machen“, sagte zum Beispiel Maria Dolores Diz Fernandez (Inhaberin der Gaststätte Laufenmühle Bahnhof). Hatte doch die Begutachtung der Schäden an der zwischen Klaffenbach und Welzheim gesperrten Landesstraße 1080 bei einem Vor-Ort-Termin alle Beteiligten ziemlich entmutigt. Die Schäden, die durch fünf Rutschungen und Unterspülungen als Folge der Unwetter Mitte Juni entstanden sind, machen eine aufwendige Von-Grund-Auf-Sanierung notwendig. Diese wird sich nach Aussagen des Sachgebietsleiters Straßenerhaltung beim Regierungspräsidium Stuttgart, Benjamin Haufe, bis in den Frühsommer 2017 hineinziehen. Und damit bleibt der Straßenabschnitt bis dahin auch weiter gesperrt. Aufwendige Vermessungen, Probebohrungen, Boden-/Gesteins-/Untergrund-Gutachten, Asphalt-Erprobungen und dergleichen sind erforderlich, notwendige Arbeiten müssen ausgeschrieben werden. Das zieht sich. Sanierungsbeginn ist frühestens im vierten Quartal 2016, so Haufe.

Nur noch vom Kreisel Rudersbacher Straße aus erreichbar

Im Moment sind „Eins + Alles – Erfahrungsfeld der Sinne“, Laufenmühle und Klingenmühle per Pkw nur noch über den Kreisel Rudersberger Straße von oben, von Welzheim herunterkommend erreichbar.

Thomas Bernlöhr ist im Gespräch mit dem Landratsamt, um die (Umleitungs)Beschilderung auszuweiten und zu verbessern. Die Beschilderung am Kreisel Rudersberger Straße ist aus der Ferne etwas missverständlich und mutet wie eine Vollsperrung an, hier gilt bis auf Weiteres jedoch „Anlieger frei“, also freie Fahrt für Gäste der Betriebe entlang der L1080 bis etwa zur Klingenmühle. Danach ist vollgesperrt!

Freilich gibt es Alternativ-Schleichwege, etwa den von Ebni aus, über enge Sträßchen durch den Wald hinunter über Schmalenberg bis zum Erfahrungsfeld der Sinne und eventuell weiter: ein langwieriges Gekurve und aus Zeitgründen kaum zu empfehlen, obgleich man durch eine idyllische Landschaft fährt; und auch nicht für über 5000 Autos täglich geeignet, so viele befuhren vor der Sperrung täglich die L1080 zwischen Klaffenbach und Welzheim.

Für die Stabilisierung der Hänge und des Straßenuntergrunds zwischen Klaffenbach und Welzheim sind 1,5 Millionen Euro veranschlagt. Für die eigentliche Straßensanierung wiederum stehe eine Millionen Euro bereit, sagte Haufe. Das Land Baden-Württemberg bezahlt. Die frohe Kunde bestätigten die beiden Landtagsabgeordneten Wilfried Klenk (CDU) und Gernot Gruber (SPD). „Heute (Freitag) Morgen haben wir im Finanzausschuss insgesamt 15 Millionen Euro für die Notfallsanierung von Landesstraßen im Zuge der Beseitigung von Unwetterschäden budgetiert“, sagte Gruber. Und Klenk: „Wenn man bedenkt, 15 Millionen fürs ganze Land. . .dann ist das nicht viel“, aber dass hier Geld für die L1080 mit drin sei, könne man schon als besonders hervorheben.