Welzheim

Laternenumzug als kleines Dorffest

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„Ich geh mit meiner Laterne ...“ Der Laternenumzug im Stadtteil Breitenfürst hat eine lange Tradition und findet regen Zuspruch. © Habermann / ZVW

Welzheim-Breitenfürst. Das Laternenfest in Breitenfürst gleicht einem kleinen Dorffest. Um die 250 Gäste kamen zum Herbstmarkt zum Kindergarten, um dann anschließend mit durch den Ort zu laufen. Nach zweijähriger Pause fand der Umzug, allerdings in anderer Form, am Mittwochabend wieder statt.

Die Pause in der Veranstaltungsreihe hat mit der Sanierung der Ortsdurchfahrt zu tun. Außerdem hat der städtische Kindergarten auf einen altersgemischten Betrieb von zwei bis sechs Jahren umgestellt. Das ist auch der Grund, so Kindergartenleiterin Ulrike Müller, weshalb der Ablauf umgestellt wurde.

Von den Eltern wurde der Wunsch an die Verantwortlichen herangetragen, früher anzufangen, damit die Kleinen nicht zu spät ins Bett kommen. Früher startete zuerst der Umzug um 19 Uhr, anschließend war gemütliches Beisammensein. Ab diesem Jahr begann der Herbstmarkt bereits um 18 Uhr, der Umzug startete gegen 19 Uhr und anschließend konnte, wer wollte, nach Hause gehen. Es blieben aber noch etliche da, weil zum Beispiel der Musikverein Stadtkapelle Welzheim ein kleines Platzkonzert gab. Die Musiker begleiteten die singenden Kinder auch beim Umzug durch den Ort. Die Freiwillige Feuerwehr Welzheim sorgte für die Sicherheit.

Den Kindergarten gibt es seit 1973

19 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren besuchen derzeit in der altersgemischten Gruppe den Kindergarten im alten Schulhaus in Breitenfürst. Der Kindergarten, den es seit 1973 gibt, hat im letzten Jahr seinen Betrieb umgestellt. Vorher brachten viele Eltern ihr zweijähriges Kind nach Welzheim in das Kinderhaus, nun gibt es auch in Breitenfürst ein entsprechendes Angebot.

„Die Gruppe hat sich neu organisiert und inzwischen gefunden“, sagte Kindergartenleiterin Müller. Mit zum Team gehören noch Stephanie Friz, Rita Semmler und Sprachhelferin Heinricke Eberhardt. Auch für die nächsten Jahre muss den Erzieherinnen nicht bange sein, denn es liegen bereits viele Anmeldungen vor.

Reichhaltiges Buffet zur Stärkung

Ausgestattet worden war das reichhaltige Buffet im Garten von den Eltern unter anderem mit Zwiebelkuchen, Muffins, Käse-Schinken-Hörnchen. Die Erzieherinnen hatten Schmalz- und Schnittlauchbrote zubereitet. Zum Trinken gab es Glühwein, Apfelpunsch und Apfelsaft von Früchten, die die Kinder selbst aufgelesen hatten. Außerdem wurden Windlichter, Apfelbrot und Quittengelee zum Kauf angeboten. Der gesamte Erlös des Herbstmarktes kommt der Kindergartenarbeit zugute.

Schon bevor der große Umzugstag kam, hatten sich die Mädchen und Jungen im Kindergarten auf das Fest vorbereitet und unter anderem Laternen gebastelt und Kürbisse ausgehöhlt. Die Laternenlieder wurden regelmäßig einstudiert und geübt. „Laternenlicht verlass mich nicht ...“

Die Großen kümmern sich um die Kleinen

Im altersgemischten Kindergarten gibt es jetzt zwei Vesperzeiten, um auf die Bedürfnisse der Kinder besser eingehen zu können. Die ganz Kleinen sitzen dann zwischen den anderen Kindern und werden von ihnen umsorgt und betreut. „Es ist schön, mit anzusehen, mit welcher Hingabe sich die größeren Kinder um die Kleinen kümmern“, sagt Ulrike Müller. Arbeit in Kleingruppen mit drei bis vier Kindern ist jetzt besonders wichtig geworden. Dazu gibt es dann jede Woche Projekte wie zum Beispiel Apfelsaft herstellen, Bastelaufgabe, Bilderbuch anschauen. Die Kinder teilen sich dabei selbst in die Gruppen ein. Am Dienstag geht es mit allen Kindern zum Turnen ins benachbarte Bürgerhaus. Mittwochs wird eine biblische Geschichte erzählt und donnerstags werden Bewegungsspiele im Bürgerhaus gemacht. Zum Wochenabschluss am Freitag zieht der Kindergarten durch Wald und Wiesen. „Nur bei extremen Wetterlagen lassen wir dieses Angebot ausfallen“, berichtet Ulrike Müller. Ganz nach dem Motto: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Übrigens: Beim Laternenumzug hat das Wetter, bis auf ein paar Regentropfen, gehalten.

Familienähnlich

Der städtische Kindergarten in Breitenfürst bietet verlängerte Öffnungszeiten von Montag bis Freitag von 7.30 bis 13.30 Uhr, mit einer flexiblen Abholzeit von 13 bis 13.30 Uhr.

Die Einrichtung ist für Kinder ab dem zweiten Lebensjahr bis zum Schuleintritt in einer altersgemischten Gruppe mit familienähnlicher Struktur.

„Miteinander leben, spielen und lernen in einer liebevollen und wertschätzenden Umgebung“, unter dieser Überschrift steht das pädagogische Konzept.

„Unser Anliegen ist es, den Kindern im Kindergartenalltag einen Lebensraum zu schaffen, in dem sie sich wohl und geborgen fühlen. Die Lebenssituation des einzelnen Kindes, Wertschätzung, Offenheit, partnerschaftlicher Umgang, Hilfestellung bei Kontaktaufnahme und Konfliktbewältigung sind wichtige Inhalte unserer Arbeit.“