Welzheim

Mühlentag - trotz Sauwetter gut besucht

1/29
Mühlentag Mai 2016_0
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach - und wenn's von oben auch nass kommt, stört das keinen Mühlenfan. © Gabriel Habermann
2/29
Mühlentag Mai 2016_1
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach - und wenn's von oben auch nass kommt, stört das keinen Mühlenfan. © Gabriel Habermann
3/29
Mühlentag Mai 2016_2
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach - und wenn's von oben auch nass kommt, stört das keinen Mühlenfan. © Gabriel Habermann
4/29
Mühlentag Mai 2016_3
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach - und wenn's von oben auch nass kommt, stört das keinen Mühlenfan. © Gabriel Habermann
5/29
Mühlentag Mai 2016_4
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach - und wenn's von oben auch nass kommt, stört das keinen Mühlenfan. © Gabriel Habermann
6/29
Mühlentag Mai 2016_5
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach - und wenn's von oben auch nass kommt, stört das keinen Mühlenfan. © Gabriel Habermann
7/29
Mühlentag Mai 2016_6
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach - und wenn's von oben auch nass kommt, stört das keinen Mühlenfan. © Gabriel Habermann
8/29
Mühlentag Mai 2016_7
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach - und wenn's von oben auch nass kommt, stört das keinen Mühlenfan. © Gabriel Habermann
9/29
Mühlentag Mai 2016_8
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach - und wenn's von oben auch nass kommt, stört das keinen Mühlenfan. © Gabriel Habermann
10/29
Mühlentag Mai 2016_9
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach - und wenn's von oben auch nass kommt, stört das keinen Mühlenfan. © Gabriel Habermann
11/29
Mühlentag Mai 2016_10
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach - und wenn's von oben auch nass kommt, stört das keinen Mühlenfan. © Gabriel Habermann
12/29
Mühlentag Mai 2016_11
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach - und wenn's von oben auch nass kommt, stört das keinen Mühlenfan. © Gabriel Habermann
13/29
Mühlentag Mai 2016_12
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach - und wenn's von oben auch nass kommt, stört das keinen Mühlenfan. © Gabriel Habermann
14/29
Mühlentag Mai 2016_13
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach - und wenn's von oben auch nass kommt, stört das keinen Mühlenfan. © Gabriel Habermann
15/29
Mühlentag Mai 2016_14
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach - und wenn's von oben auch nass kommt, stört das keinen Mühlenfan. © Gabriel Habermann
16/29
Mühlentag Mai 2016_15
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach - und wenn's von oben auch nass kommt, stört das keinen Mühlenfan. © Gabriel Habermann
17/29
Mühlentag Mai 2016_16
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach - und wenn's von oben auch nass kommt, stört das keinen Mühlenfan. © Gabriel Habermann
18/29
Mühlentag Mai 2016_17
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach - und wenn's von oben auch nass kommt, stört das keinen Mühlenfan. © Gabriel Habermann
19/29
Mühlentag Mai 2016_18
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach - und wenn's von oben auch nass kommt, stört das keinen Mühlenfan. © Gabriel Habermann
20/29
Mühlentag Mai 2016_19
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach - und wenn's von oben auch nass kommt, stört das keinen Mühlenfan. © Gabriel Habermann
21/29
Mühlentag Mai 2016_20
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach - und wenn's von oben auch nass kommt, stört das keinen Mühlenfan. © Gabriel Habermann
22/29
Mühlentag Mai 2016_21
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach - und wenn's von oben auch nass kommt, stört das keinen Mühlenfan. © Gabriel Habermann
23/29
Mühlentag Mai 2016_22
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach - und wenn's von oben auch nass kommt, stört das keinen Mühlenfan. © Gabriel Habermann
24/29
Mühlentag Mai 2016_23
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach - und wenn's von oben auch nass kommt, stört das keinen Mühlenfan. © Gabriel Habermann
25/29
Mühlentag Mai 2016_24
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach - und wenn's von oben auch nass kommt, stört das keinen Mühlenfan. © Gabriel Habermann
26/29
Mühlentag Mai 2016_25
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach - und wenn's von oben auch nass kommt, stört das keinen Mühlenfan. © Gabriel Habermann
27/29
Mühlentag Mai 2016_26
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach - und wenn's von oben auch nass kommt, stört das keinen Mühlenfan. © Gabriel Habermann
28/29
Mühlentag Mai 2016_27
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach - und wenn's von oben auch nass kommt, stört das keinen Mühlenfan. © Gabriel Habermann
29/29
Mühlentag Mai 2016_28
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach - und wenn's von oben auch nass kommt, stört das keinen Mühlenfan. © Gabriel Habermann

Alfdorf. Schlechtes Wetter kennen Wasserbautechniker nicht: „Es gibt gutes Wetter, wenn die Sonne scheint, und schönes Wetter, wenn Regen das Wasserrad antreibt“, sagt Stephan Heimerl, der neue Besitzer der Meuschenmühle. So sahen das auch viele Besucher des 23. Mühlentags im Schwäbischen Wald.

Erzabt Tutilo Burger der Erzabtei Beuron schickt die Worte „Blicke mit Güte auf diese Mühle“ als Haussegen über die Mühlräder. Wettergott Petrus muss da weggehört haben, denn Regenschauer und leichtes Graupeln begleiten den Geistlichen sowie die Grußwortredner. Das historische Mühlrad der Meuschenmühle stört sich indes nicht im Geringsten am Regen – schon eher die vor ihm Versammelten. Doch für das wackere Ausharren in Funktionskleidung, mit Kapuzen und Mützen werden sie mit einem seltenen Schauspiel belohnt: Nach dem Segen wird der Zufluss geöffnet, das Wasser überwindet den Höhenunterschied und gibt dem anfangs gemächlich laufenden Rad die Sporen. Im Pulk der Regenschirme braust erleichtertes und sehr erfreutes Gemurmel auf: „Schaut, jetzt läuft’s“ und „Mr sieht’s, wie’s auf einmal beschleunigt“.

Eine Mühlenbaufirma aus dem fränkischen Bad Kissingen hat das Wasserrad erneuert. „Die Größe von 7,87 Metern und dass wir Altteile wie die Original-Rossette wiederverwenden konnten“, machen das Rad laut Mühlen- und Maschinenbauer Walter Schuhmann zu etwas Besonderem. Der ehemalige Charakter mit den Holzarmen konnte wiederhergestellt werden. Die hölzernen Seitenteile des Rads seien durch Blech ersetzt worden, die Schaufeln bleiben wie bisher aus Metall.

Die neuen Besitzer Beate Kohler und Stephan Heimerl arbeiten als Bauingenieure mit Schwerpunkt Wasserbau und sorgten im Zuge der Sanierung des Wohnbereichs dafür, dass das Wasserrad erneuert und die Mahlstube für ganzjährige Besuchergruppen zugänglich gemacht wurde. Etwas Sorge habe ihnen kurz vor der Eröffnung die Wassermenge gemacht. „Zwei, drei Wochen ohne Regen, wir hatten schon Bammel, dass es nicht reichen könnte von der Menge“, sagt Stephan Heimerl, sichtlich erleichtert, als das Wassergeräusch zu vernehmen ist und sich im Mahlstuhl die Balken zwar nicht biegen, aber das historische hölzerne Interieur wie gewünscht rumpelt.

Naturparkführer Wolfgang Grabe empfängt zwischen frisch geputzten Holztrichtern und Holzstufen die erste Besuchergruppe und illustriert den Gang des Korns von der Anlieferung bis zur Abholung des Mehls. Wie im Bauch einer Lichtmaschine passiert man unentwegt sich bewegende Wellen und Zahnräder und kommt am ehemaligen Arbeitsort des Müllers hinter dem großen Rad zum Stehen. Grabe taucht ein in das Reich aus „Schläfern“ und „stehenden Steinen“, „Schnittern“ und „Bindern“. Wie Landrat Dr. Richard Sigel in seiner Begrüßung sagt, tue sich bei Mühlen schon rein sprachlich ein „faszinierender Mikrokosmos“ auf: Es gibt Mühlenmäuse, Champagnersteine, Wellbaum, Kammrad und Rüttelschuh. Letzterer verursacht übrigens das klappernde, bockelnde Geräusch im Mahlstuhl. „Das Wasserrad klappert nicht, es sind die Transport- und Siebeinrichtungen“, bereinigt Naturparkführer Grabe unser zwar idyllisches, aber auch irriges Bild vom „klappernden Mühlrad“.

Verschiedene Mahlsteine für verschiedene Arbeiten

Eine ganze „Schüttung“ an Müllerwissen verteilt Grabe an die Zuhörer: Wie der Handwerker für Stein und Holz unterschiedliche Bohrer verwendet, setzt der Müller unterschiedlich harte Mahlsteine zum Schroten und Gerben ein. Bevor er das gedroschene Korn in die Holztrichter füllt, läuft es durch die Reinigungsanlage, einen von einer Turbine angetriebenen Windstromkanal, an dem das Getreide vorbeirieselt. „Alles, was leichter ist, wird weggeblasen und abgesiebt, bis zum Unkrautsamen und Samenkorn, und der Müller empfängt immer das gereinigte Getreide.“

Die historische Technik ist in vollem Betrieb zu sehen und hat nichts von ihrer Funktionalität verloren. Erst bei einem Vergleich der Leistung zeigen sich die technischen Sprünge: Was die Meuschenmühle in einem Jahr schaffte, produziere eine moderne große Mühle in einer Stunde, so Grabe. Das Leben der Müller war kein Zuckerschlecken, das dürfe nicht vergessen werden, auch wenn alles „ruhig“ wirke. So legte ein Müller damals pro Tag ungefähr 600 Höhenmeter zurück. Und das nicht mit einem leichten Rucksack, sondern mit einem Sack von ungefähr 20 Kilo auf dem Buckel.

Eine Besucherin erinnert sich, wie sie mit den Eltern das Korn zur Mühle brachte. „Aber dass ich auch ja mein Mehl wiederkriege“, habe ihr Vater zum Müller gesagt. Damit in der Mühle nichts durcheinanderkam, wurde ein Brett über die Mehlkästen gelegt, nachdem das letzte Körnchen durchgefallen war. „Der A konnte sein Mehl und Gries mitnehmen und B konnte derweil schon anfangen“, erklärt Naturparkführer Wolfgang Grabe das simple, aber wirkungsvolle Trennverfahren.

Im Freien vor der Meuschenmühle trennen, vielmehr scheiden sich derweil die Geister: Während die einen ankündigen, noch weiterwandern zu wollen, wärmen sich viele bei heißen Maultaschen auf und genießen die Stimmung vor der Mühle, die selbst bei Regen ein schöner Ort der Besinnlichkeit und Nostalgie ist.