Welzheim

Müll im Tannwald Welzheim: "Lametta hat im Wald nichts verloren"

Hundehaltermuell
Sie sammeln auf ihren Runden im Tannwald auch Müll ein: Werner Fritz mit Hund Leo und Helga Effenberger mit Holly. © Zuehr

Morgens um halb acht Uhr ist’s noch frisch im Städtle, die Sonne hat sich eben sacht hinter Ostalb-Hängen und Wolken hervorgeschoben. Doch im Stadtpark und im Tannwald herrscht schon munteres Kommen und Gehen: Spaziergänger sind’s und Jogger, Hundehalter führen ihre Vierbeiner, mal größer, mal kleiner, zur ersten Runde aus. Im weitläufigen Gelände verteilen sich alle. Wer will, kann am Morgen schon Tiere beobachten: Rehe, Eichhörnchen, Mäuse, Kaninchen, Füchse und Dachse hat sie bereits auf zeitigen Runden im Tannwald gesehen, berichtet eine Dame mit Hund, die anonym bleiben möchte. Ein Pärchen Baummarder ließ sich im vergangenen Jahr sichten, am Waldrand stellen sich Rehe ein, am Sportplatz wurde ein Bussard beobachtet. Die Vogelwelt ist sehenswert, ergänzen Helga Effenberger und Werner Fritz.

„Leider gibt es so viele Leute, die ihre Kippen in die Pfützen werfen“

Doch die Idylle im Tannwald sehen sie häufig gestört. „Für die ganzen Tiere ist sauberes Wasser wichtig“, nennt Helga Effenberger ein Beispiel. Aber: „Leider gibt es so viele Leute, die ihre Kippen in die Pfützen werfen. Überhaupt: Der Müll ist das Hauptproblem.“

Davon weiß die Runde einiges zu berichten. Masken „ohne Ende“ finden die drei Spaziergänger im Wald, „jede Menge Zigarettenschachteln“, Chipstüten, Dosen, Essensreste, Hundehäufchen, eingetütet, fliegen „in hohem Bogen in den Wald“, sagt Werner Fritz. Die drei Hundehalter sammeln bei ihren Runden Müll ein. „Wir haben immer die Hundetüten dabei.“ Sie beobachten, dass es nicht an Entsorgungsmöglichkeiten hapert: „Es gibt so viele Mülleimer hier.“ Die seien oft nicht mal voll.

An den Wochenenden ist’s mit dem Müll besonders schlimm

„Uns allen ist es wichtig, dass der Wald als Lebensraum für die Tiere wahrgenommen wird“, ist sich die Runde einig und weist zudem auf die Erholungsfunktion des Waldes hin. Helga Effenberger, Werner Fritz und die Spaziergängerin, die anonym bleiben möchte, sind mehrmals täglich im Tannwald unterwegs und schätzen ihn. „Wir sind oft der Meinung, dass es ein Segen ist, dass wir in Welzheim so einen schönen Wald haben.“ Das trügen auch andere Spaziergänger an sie heran. Die Probleme, die sie monieren, seien nicht nur ihnen aufgefallen, sondern auch Spaziergängern ohne Hunde.

An den Wochenenden sei’s mit dem Müll besonders schlimm. Auch Flaschen gehörten zu den Hinterlassenschaften von Besuchern, zum Beispiel bei den Trimm-Dich-Geräten bei den Wellingtonien. Es gebe aber einige Leute, die die Flaschen sammeln würden. Ringdosen und Scherben wiederum würden die Gefahr bergen, dass sich Tiere daran verletzen könnten.

Scherben durch kaputte Glaskugeln von geschmückten Christbäumen

Bei Scherben haben die drei Waldfreunde auch den Weihnachtswald im Blick. Scherben gebe es dort durch Glaskugeln von den geschmückten Christbäumen, die kaputtgehen. Auch Silberfäden als Baumschmuck freuen die drei Spaziergänger nicht. „Lametta hat im Wald nichts verloren“, findet Werner Fritz.

Im Weihnachtswald seien die Kinder einerseits begeistert, würden von einer Station zur anderen rennen. Andererseits gebe es Tiere, die im Wald Winterruhe hielten, gibt die Hundehalterin, die anonym bleiben möchte, zu bedenken. Doch gingen Familien auch sehr unterschiedlich mit dem Thema um: „Es steht und fällt mit der Naturverbundenheit“, beobachtet sie.

 "Wir wollen nicht herummeckern, wenn etwas gemacht wird"

Gleichwohl erkennen die drei Waldfreunde an, was der Weihnachtswald insbesondere Familien in der Corona-Zeit bietet und würdigen das Engagement der Macher. „Wir wollen nicht herummeckern, wenn etwas gemacht wird“, sagt Helga Effenberger. Zum Schmuck der Christbäume regt die Runde an, Materialien zu verwenden, die keinen Müll hinterlassen, zum Beispiel Strohsterne, Nüsse oder Äpfel. Davon hätten die Tiere noch etwas, oder es würde verrotten.

Plastikverpackung von Zuckerstangen: "Das finde ich jetzt noch im Wald"

Mit gemischten Gefühlen sieht Helga Effenberger den Baum mit Zuckerstangen im Weihnachtswald. Jede der Stangen sei in dünnes Plastik eingeschweißt. „Das finde ich jetzt noch im Wald.“ Vögel, so sorgt sie sich, könnten das Verpackungsmaterial fressen oder in ihren Nestern verbauen. Sie merkt an, dass ein Mülleimer neben dem Zuckerstangenbaum bereitgestanden habe.

Dass für den Weihnachtswald viel durchdacht worden sei, räumen die drei Waldliebhaber ein. Zu ihren Anmerkungen betonen sie nochmals: „Das soll nicht als Meckern gesehen werden.“ Vielmehr würden sie formulieren, was aus ihrer Sicht wünschenswert wäre. Für ein rücksichtsvolles Verhalten der Besucher regt Helga Effenberger ein Schild an, versehen mit der Bitte um Achtsamkeit und mit Bildern der Waldtiere nach dem Motto: „Hier ist unser Lebensraum.“

Morgens um halb acht Uhr ist’s noch frisch im Städtle, die Sonne hat sich eben sacht hinter Ostalb-Hängen und Wolken hervorgeschoben. Doch im Stadtpark und im Tannwald herrscht schon munteres Kommen und Gehen: Spaziergänger sind’s und Jogger, Hundehalter führen ihre Vierbeiner, mal größer, mal kleiner, zur ersten Runde aus. Im weitläufigen Gelände verteilen sich alle. Wer will, kann am Morgen schon Tiere beobachten: Rehe, Eichhörnchen, Mäuse, Kaninchen, Füchse und Dachse hat sie bereits auf

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