Welzheim

"Nachfrage wird hoch bleiben": Rund 70 Bauplätze in Welzheim und Umland geplant

Symbolbildbaustelle
In Welzheim, Alfdorf und Kaisersbach werden neue Bauplätze entstehen. © Gaby Schneider

Sehr hohe Baupreise und höhere Zinsen: Derzeit in Welzheim und im Umland ein Häusle bauen zu wollen, das muss man sich leisten können. Und man muss erst mal ein Grundstück haben. Wer indes im Rathaus in Welzheim nachfragt, ob er einen Bauplatz von der Kommune kaufen kann, dem muss Kämmerer Wolfgang Schray absagen. Derzeit hat die Stadt kein einziges Baugrundstück zu verkaufen.

Im Sommer des nächsten Jahres könnten die Bauplätze vergeben werden

Das wird aber nicht so bleiben. Das nächste Welzheimer Baugebiet „Erdgrube“ wird bereits vorbereitet. Das Umlegungs- und das Bebauungsplanverfahren sind für dieses Jahr vorgesehen. „Wenn alles perfekt läuft, beginnen die Erschließungsarbeiten im Frühjahr 2024“, sagt Wolfgang Schray. Im Sommer des nächsten Jahres könnten dann die Bauplätze vergeben werden. Im Frühjahr 2024 könnten sich Interessenten bereits um sie bewerben.

Enorm hohe Nachfrage beim jüngsten Baugebiet der Stadt

Nach welchen Kriterien die Baugrundstücke vergeben werden, steht noch nicht fest. Beim jüngsten Baugebiet der Stadt, „Rötelfeld 2“, der letzte Bauplatz wurde 2021 verkauft, war die Nachfrage enorm hoch. „Es gab am Ende fast fünfmal so viele Bewerber, wie Bauplätze da waren“, erinnert sich Wolfgang Schray. Ziemlich viele Welzheimer, die bereits lange hier wohnten und eine Familie gründeten, erfüllten sich im „Rötelfeld 2“ den Wunsch nach den eigenen vier Wänden.

Aber es zogen auch Käufer aus dem Remstal, aus dem Raum Ludwigsburg, ja, sogar aus Aalen, in die Limesstadt. „Die Situation war im Remstal auch extremer geworden“, denkt der städtische Finanzfachmann zurück. Werden die Preise zu hoch, rückt Welzheim mit noch günstigeren Kosten eher in den Fokus. „Ein Mitarbeiter von Daimler fährt eine Viertelstunde länger“, nennt Wolfgang Schray ein Beispiel. Im Gebiet „Rötelfeld 2“ kostete seinerzeit der Quadratmeter 295 Euro. Von der Stadt bekamen Käufer außerdem einen Bonus von 2500 Euro pro Kind auf den Kaufpreis.

Es gibt Einkaufsmöglichkeiten, alle Schulen sowie medizinische Versorgung

Doch Welzheim kann mit mehr punkten als nur günstigeren Grundstückspreisen. „Es ist der einzige Luftkurort im Rems-Murr-Kreis“, betont Schray. Die Lebensqualität ist hoch. Es gibt Einkaufsmöglichkeiten, alle Schulen sowie eine medizinische Versorgung im Ort.

Ein zweites Auto ist indes sicher von Vorteil. Und wenn die Kinder größer werden, müsse man sie zum Beispiel ins Kino fahren. Der Kämmerer sieht’s gelassen: „Dann fahre ich halt ein bisschen.“

„Die Anzahl der kindergeldberechtigten Kinder hat es im Prinzip ausgemacht“

Ähnliche Überlegungen mögen auch die Käufer im Baugebiet „Rötelfeld 2“ bewegt haben. Weil es so viele Interessenten gab, wurden Richtlinien für die Vergabe angewandt. „Die Anzahl der kindergeldberechtigten Kinder hat es im Prinzip ausgemacht.“ Ehrenamtliches Engagement und ein Hauptwohnsitz in Welzheim spielten außerdem eine Rolle.

Die Quadratmeterpreise fürs neue Baugebiet stehen derzeit noch nicht fest. „Das hängt ganz stark davon ab, wie teuer die Erschließungsmaßnahmen werden.“ Höhere Preise im Baugewerbe werden eine Rolle spielen. Im „Rötelfeld 2“ lagen die Erschließungskosten bei 70, 75 Euro pro Quadratmeter. „Bei ähnlichen Baugebieten sind sie im Moment doppelt so hoch. Und jetzt nehmen Sie den dann aktuellen Bodenrichtwert, wahrscheinlich 375 Euro, dann sind wir bei 525 Euro.“ Das, betont der Kämmerer aber, „ist reine Spekulation, nur eine Hochrechnung, wie es rauskommen könnte“.

Acht Bauplätze für Geschosswohnungsbau geplant

Was für Häuser wird man im neuen Baugebiet „Erdgrube“ bauen können? Zwei Welzheimer Bankexperten hatten jüngst in unserer Zeitung berichtet, die Nachfrage nach Neubaufinanzierungen gehe zurück, und der Geschosswohnungsbau werde zunehmen.

Geplant sind derzeit sieben klassische Einfamilienhäuser, sechs Doppelhäuser, zehn Reihenhäuser sowie acht Bauplätze für Geschosswohnungsbau. „Im Verhältnis zum Rötelfeld ist das eine deutliche Verschiebung zum Geschosswohnungsbau.“ Zum Vergleich: Im Baugebiet „Rötelfeld 2“ gab es drei Plätze für Geschosswohnungsbau, und es sind 49 Einfamilienhäuser entstanden.

Was werden sich Käufer leisten wollen oder noch leisten können?

Wie wird sich die Nachfrage für das neue Baugebiet entwickeln? Was werden sich Käufer leisten wollen oder noch leisten können? Da ist natürlich auch der Kämmerer kein Prophet. „Die Nachfrage wird hoch bleiben“, davon geht Wolfgang Schray aus. Was die Käufer letztlich dann suchen, ob Einfamilienhaus, Reihenhaus oder eine Eigentumswohnung, darauf ist er gespannt. „Wie sieht der Bebauungsplan aus, auch von der Finanzierung her? Muss ich in den Geschosswohnungsbau gehen?“, nennt Schray Gedanken. Er verfolgt die Reaktionen der Banken zum Thema Finanzierungen. „Wir hören auf Signale, was der Markt gerade hergibt.“ Einfamilienhäuser seien bisher gefragt gewesen. Vom Remstal komme, man könne nur noch Geschosswohnungsbau machen, es gebe keine Flächen, das könne sich keiner mehr leisten, schildert Schray Eindrücke.

„Wir werden je nach Marktlage reagieren“

Wie sich die Nachfrage entwickelt, das wird sich zeigen, und die Stadt wird reagieren können. Bisher gibt es für das neue Baugebiet „Erdgrube“ nur einen Entwurf. „Wir werden je nach Marktlage reagieren. Wir sind noch in einem Stadium, in dem man reagieren kann.“

Sehr hohe Baupreise und höhere Zinsen: Derzeit in Welzheim und im Umland ein Häusle bauen zu wollen, das muss man sich leisten können. Und man muss erst mal ein Grundstück haben. Wer indes im Rathaus in Welzheim nachfragt, ob er einen Bauplatz von der Kommune kaufen kann, dem muss Kämmerer Wolfgang Schray absagen. Derzeit hat die Stadt kein einziges Baugrundstück zu verkaufen.

Im Sommer des nächsten Jahres könnten die Bauplätze vergeben werden

Das wird aber nicht so bleiben.

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