Welzheim

Obedience-Kurs: Sitz, Platz – super!

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Andreas Horlacher lässt seinen Schäferhund über eine Hürde springen. © Büttner / ZVW
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Tiefenentspannter Hunde-Fototermin: Ridgeback, Riesen- und Zwergschnauzer und andere Hunde verstehen sich prächtig. © Büttner / ZVW
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Goldendoodle Bubu. © Büttner / ZVW
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Die tiefenentspannte Cana. © Büttner / ZVW

Welzheim.
„Platz!“, Cana legt sich wie eine Sphinx auf den Boden. „Sitz!“ Der spanische Straßenhund stellt die Vorderbeine auf. Frauchen Anja ist zufrieden, „super“ sagt sie zu ihrem Vierbeiner und lässt sich von Cana die Pfote geben. Eine von vielen Übungen, die die Mitglieder vom Welzheimer Hundesportverein bei ihrem Obedience-Kurs mit ihren Hunden trainieren. Dabei geht es um Gehorsam – und Spaß.

Video: Hundetrainerin Tanja Gerstlauer über Obedience.

„Obedience kann man mit Gehorsam übersetzen“, das klinge aber so negativ, sagt Trainerin und Leistungsrichterin Tanja Gerstlauer vom Welzheimer HSV. Seit zwölf Jahren wird diese Sportart in Deutschland praktiziert. „Obedience funktioniert nur als Zusammenspiel zwischen Mensch und Hund“, stellt sie fest, „das ist Teamarbeit“. Wie alle Hundefreunde, die sich am Nachmittag auf dem Gelände in Aichstrut treffen, trägt sie mindestens in einer Tasche Futter mit sich rum. Ständig fliegen irgendwo kleine Leckerlis durch die Luft, nach denen die Hunde fröhlich schnappen. Andere werden mit Spieleinheiten belohnt. Denn es gibt die gemütlichen Hunde, die gerne fressen, und es gibt die agilen Hunde, die man eher dadurch für eine Übung begeistern kann, wenn man mit ihnen tobt. Und das ist das Rezept bei diesem Training: Frauchen und Herrchen bringen dem Hund etwas bei, anfangs wird er belohnt. Irgendwann sollen die Vierbeiner dann gehorchen, ohne etwas zu erhalten.

Der Hund muss mitdenken

Tanja Gerstlauer zeigt, welche Übungen es gibt. „Der Hund muss mitdenken“, sagt sie allgemein. Es komme auf Schnelligkeit, Harmonie und akkurate Bewegungen an. Es gibt unterschiedliche Anforderungsstufen. Verbal und mit Gesten werden die Hunde aufgefordert, etwas zu holen, im Laufen anzuhalten, über Hürden zu springen, sich hinzulegen, rückwärts neben Frauchen herzulaufen und vieles mehr. Wichtig sei dabei: „Der Hund soll es toll finden“, so Tanja Gerstlauer. Natürlich wirke es sich auch auf den Alltag aus, wenn Mensch und Tier gut miteinander harmonieren. „Die Hunde lernen, auf ihre Hundeführer zu achten.“ Auch das Köpfchen der Menschen werde gefördert, hält Angela Borkhart, Deutsche Meisterin im Obedience, fest.

Tanja Gerstlauer zeigt die Übung „Box“. Der Hund wird, die Entfernung kann erhöht werden, in ein Viereck geschickt und muss sich dort hinlegen. Anfangs wird der Hund mit Leckerlis motiviert, die dort deponiert werden. In der Prüfung muss es dann ohne Fresschen funktionieren. Das kann man trainieren. Dabei spielt Lob eine wichtige Rolle, betont die Welzheimer Hundetrainerin. Ständig hört man auf dem Gelände, wie die Hundeführer „super“, „toll“ und „klasse“ rufen und freigebig Snacks verteilen. Das alles sei sehr trainingsintensiv, auch weil das Niveau der Übungen erhöht werde. Die Stimme sei dabei wichtig, Lob, Ermunterung, Rituale und kleine Zärtlichkeiten. „Das verstehen die Hunde!“ Das sei ein Prozess über Monate und Jahre.

Die HSV-Frauchen zeigen weitere Übungen. Goldendoodle, Zwerg- und Riesenschnauzer, Schäferhunde und Ridgeback legen los. Hunde mit ausgeprägterem Jagdtrieb stehen auf Werf- und Holübungen. Ein weißer Goldendoodle, Bubu, wird um eine Pylone geschickt. Andere folgen in perfekter Manier den Anweisungen ihres Frauchens: „Sitz, Platz, dreh dich, sitz, Platz, sitz, steh!“ Frauchen Anja freut sich mit Cana. „Man kriegt eine wahnsinnig enge Bindung.“ Das sei anders als abends Gassi gehen.

Ein tiefenentspannter Hund ist schwerer zu motivieren

Cana sei „ein Clown und tiefenentspannt“. Die Übungen richten sich nach den Hunden. Manche sind schwerer zu motivieren. Je besser der die Übungen ausführt, desto besser fällt auch die Belohnung aus. Riesenschnauzer Zoe hört derweil auf Margits Kommando. „Das gäbe volle Punktzahl“, urteilt Tanja Gerstlauer. Lernen die Hunde früh, sind die Chancen größer, in die oberste Leistungsklasse beim Obedience zu stoßen. „Man braucht ganz viele Wiederholungen“, so Tanja Gerstlauer, allerdings „ohne dabei stupide zu werden“. Besonders die schlaueren Hunde wollten Veränderungen. Andreas Horlacher zeigt mit einem Schäferhund eine schwierige Übung. Der Hund springt über eine Hürde. Angela Borkhart legt noch eine Schippe drauf. Ihr Hund wartet, schnappt sich auf Kommando ein Spielzeug, springt über die Hürde und liefert das Spielzeug ab. Klasse.

Zum Abschluss posieren die Hunde für das Gruppenfoto. Kein Bellen ist zu hören, alle verstehen sich prächtig. Das mache die gute Erziehung, so Tanja Gerstlauer. „Unsere Hunde wissen sich zu benehmen!“ Sie müssten ihren Impuls kontrollieren können. Aber sie machten eben auch gerne Quatsch - „und Quatsch ist wichtig!“

Info

Wer sich informieren oder mal vorbeischauen möchte: Infos, Adressen und Kontakte gibt es auf www.hsv-welzheim.de.