Welzheim

So erleben Sie die Mondfinsternis hautnah

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Mondfinsternis an der Sternwarte symbol symbolbild symbolfoto
Vollmond. © Joachim Mogck
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Die Sternwarte in Welzheim bietet am Freitagabend eine Sonderführung an.
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So entsteht eine Mondfinsternis.
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Alle Uhrzeiten der Mondfinsternis am 27.7 auf einen Blick © Martin Gertz

Welzheim. Der Wetterbericht lässt am Freitagabend auf klare Sicht hoffen. Für Astronomie-Interessierte ist diese Mondfinsternis ein einmaliges Spektakel. Eine längere Mondfinsternis werden wir in diesem Jahrhundert nicht mehr erleben. Die Sternwarte Welzheim bietet von 21 Uhr an eine Sonderführung an.

Zwei besondere astronomische Konstellationen fallen am Freitagabend zu einem ganz besonderen Himmelsereignis zusammen: die längste Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts und ein riesiger, der Erde besonders naher Mars. Der Mond leuchtet am späten Freitagabend kupferrot und der Mars erscheint groß, rot und hell.

In Welzheim-Langenberg lässt sich das Himmelsphänomen hervorragend beobachten. Die klimatischen Verhältnisse sind im Welzheimer Wald zur Beobachtung der Gestirne besonders geeignet, die Schadstoffbelastung ist minimal und der Sternenhimmel noch einigermaßen nachtdunkel, heißt es auf der Webseite der Sternwarte Welzheim.

Durch eine Initiative der Stadt Welzheim habe auf der Markung Langenberg ein geeigneter Standort für eine Sternwarte gefunden werden können. Die Stadt Welzheim errichtete 1989 mit Unterstützung durch das Land Baden-Württemberg und den Rems-Murr-Kreis die Sternwartengebäude samt Kuppeln, während die Landeshauptstadt Stuttgart die Teleskope sowie die technischen Einrichtungen beisteuerte. Der Bau der Sternwarte erfolgte in den Jahren 1991 und 1992. Am 6. September 1992 wurde die Sternwarte Welzheim ihrer Bestimmung übergeben. Sie dient als Beobachtungsstation des Planetariums der Landeshauptstadt Stuttgart und wird von dieser Institution betrieben.

Der Mond taucht völlig in den Schatten der Erde

An diesem Freitag bietet die Sternwarte wie bei jedem Himmelsphänomen eine Sonderführung an. Sonne, Erde und Mond liegen auf einer Linie. Der Mond taucht völlig in den Schatten ein, den die von der Sonne angestrahlte Erde in den Weltraum wirft. Am Freitag kommt es nach Darstellung von Astronomen zur längsten sichtbaren totalen Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts: Eine Stunde und 43 Minuten dauert sie. Übertroffen wird diese Dauer erst bei der Mondfinsternis am 9. Juni 2123 - um etwa drei Minuten.

Das Schauspiel fängt mit Beginn der Dunkelheit am Abend an. In München geht der Mond um 20.48 Uhr auf, in Hamburg um 21.16 Uhr. Dann dauert es noch einige Minuten, bis der Mond komplett in den Kernschatten der Erde eingetaucht ist und die totale Mondfinsternis beginnt. Die Mitte der totalen Finsternis wird um 22.22 Uhr und das Ende um etwa 23.13 Uhr erreicht. Der Mond ist gleich merklich röter und dunkler, weshalb bei einer Mondfinsternis von Blutmond die Rede ist.

Für schöne Fotos von der totalen Mondfinsternis am Freitagabend brauchen Fotografen drei Dinge: eine System- oder Spiegelreflexkamera mit Teleobjektiv, ein Stativ und den richtigen Standort. Nämlich freie Sicht auf den Süd-Ost-Horizont, sagt Ulrich Köhler vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Im Südosten wird nämlich kurz nach 21 Uhr der Mond aufgehen Bis kurz nach 23 Uhr ist die beste Zeit, Fotos mit dem Mond während der Phase der Totalität zu machen. Im Gegensatz zu einer Sonnenfinsternis ist also genug Zeit, auch mal mit den Kameraeinstellungen zu experimentieren.

Damit der Mond auch schön groß das Bild bestimmt, braucht es ein Teleobjektiv. «200 Millimeter sind gut, 400 sind besser», sagt Köhler. «Sonst ist man hinterher enttäuscht, wie klein der Mond ist.»


Sternwarte

Die Sternwarte Welzheim bietet öffentliche Sternführungen, von Mai bis August samstags ab 22 Uhr öffentliche Führungen, im September finden diese Montag, Mittwoch und Samstag um 21 Uhr statt. Allerdings nur bei sternklarem Wetter. Die Sternführungen beginnen pünktlich und dauern etwa eineinhalb Stunden. Die Fernrohre in den Beobachtungskuppeln sind nur über Treppen zu erreichen. Es besteht keine Möglichkeit, Rollstühle in die Kuppeln mitzunehmen. Für Kleinkinder sind Sternführungen nicht geeignet. Der Eintritt ist frei.

An der Sternwarte direkt gibt es keine Parkplätze. Vom Parkplatz der Sternwarte führt ein rund 400 Meter langer Fußweg zur Sternwarte.
Weitere Informationen unter www.sternwarte-welzheim.de.