Welzheim

Stadt ehrt Steffi Saul für ihren Weltrekord

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Andreas Schneider, Kommandant der Welzheimer Wehr (links), und Bürgermeister Thomas Bernlöhr ehren Stefanie Saul für ihren Rekordversuch, der nun auch von offizieller Seite (siehe Urkunde) bestätigt wurde. Im Hintergrund freuen sich die Brandbekämpfer. © Christian Siekmann

Welzheim. Die Stadt Welzheim hat Feuerwehrfrau Steffi Saul für ihren Weltrekord geehrt. Bürgermeister Thomas Bernlöhr würdigte die sportliche Leistung der Extremsportlerin und machte vor allem auf den guten Zweck aufmerksam, für den sich Steffi Saul mit ihren Aktionen einsetzt. Die Feuerwehrfrau war im April 150,6 Kilometer gelaufen – in kompletter Feuerwehrschutzkleidung.

Ihren Weltrekord widmete Stefanie Saul den Feuerwehrleuten aus Welzheim, die mit einheitlichen Shirts den Sitzungssaal des Rathauses bevölkerten und damit deutlich machten, warum die blonde Extremsportlerin ihren Rekord den Brandbekämpfern und Brandbekämpferinnen widmete; starke Kameradschaft – nicht nur am Dienstagabend.

Kameraden unterstützten die Extremsportlerin

Ohne ihre Kameraden wäre der Weltrekordversuch nicht möglich gewesen, hielt Steffi Saul fest. Die Feuerwehr habe ihr gezeigt, was Kameradschaft heiße. Denn beim Rekordversuch im April war die Feuerwehr engagiert, feuerte die Sportlerin an, besetzte zwei Betreuungsstationen und einige Leute liefen zeitweise mit der schwer bepackten Frau mit. Auch die Bürgerschaft unterstützte den nicht alltäglichen Rekordversuch. Bernlöhr freute sich über den Rekord der Welzheimerin und die gehörige Portion Aufmerksamkeit, die Steffi Saul auf die Feuerwehr lenken konnte, „diese Menschen, die vor allem anpacken, Dinge in Ordnung bringen, etwas tun und helfen – und nicht darüber sprechen.“

150 Kilometer in 39 Stunden

In 39 Stunden war Steffi Saul 150 Kilometer gelaufen. Sie war am Freitag, 21. April, um 17 Uhr bei der Hermann-Krauß-Feuerwache gestartet und beendete ihre Tour, manche mögen von Tortur reden, gegen 8 Uhr am Sonntag. Sie lief mehrmals die Strecke Gerätehaus, Hohe Tanne, Seiboldsweiler, Stausee, Leintalhof, Fuchshof, Umgehungsstraße und zurück zur Feuerwehrwache in voller Feuerwehrmontur, etwa 28 Kilogramm schwer und in klobigen Einsatzstiefeln. Das tat weh. Pro Runde, gut zehn Kilometer, machte sie fünf Minuten Pause und schlief einmal 20 Minuten. Kein Wunder, dass Bernlöhr feststellte, der innere Schweinehund von Steffi Saul führe schon länger ein Schattendasein.

Aufmerksamkeit für Spendenaktionen

Bernlöhr würdigte, dass die Feuerwehrfrau nicht ausschließlich für sich selbst laufe, sondern mit ihren ausgefallenen Aktionen auch Spendengelder erzielt und Aufmerksamkeit auf sinnvolle karitative Projekte lenkt. Unter anderem sammelt sie Spendengelder für krebskranke Kinder. Auch lief sie im April für den „Mannschaftsgedanken der Feuerwehr: Einer für alle, alle für einen! Genau so muss das ja auch im Einsatz ablaufen, wie ein Räderwerk, das in sich greift und die Kräfte bündelt oder verteilt, je nach Lage. Auch all diesen Unterstützern gebührt heute unser Dank“, betonte der Schultes.

Er verband seine Dankesworte auch mit leiser Kritik daran, dass erst derlei positiv verrückte Aktionen diese öffentliche Aufmerksamkeit erzielen könnten. Saul habe nun auch Werbung für die Feuerwehr gemacht, die Nachwuchskräfte benötige.

Werbung machen, damit mehr Frauen zur Feuerwehr gehen

Steffi Saul hatte vor ihrem Rekord auch betont, dafür werben zu wollen, dass sich vermehrt auch Frauen bei der Feuerwehr engagieren sollten. Schöne Fußnote: Die Feuerwehrfrau löste als Inhaberin des neuen Weltrekords „den weitesten 48-Stunden-Marsch in Feuerwehrschutzkleidung“ , so die offizielle Bezeichnung des Rekord-Instituts für Deutschland, einen Feuerwehrmann aus Österreich ab. Damit machte sie viel Werbung für die Feuerwehrfrauen. Im Anschluss konnten die Feuerwehrleute dann auf Kosten der Stadt feiern, hielt der Bürgermeister fest.

Handtuch und Reflexzonenmassage

Vorab übergab er im Namen der Stadt Welzheim noch zwei Geschenke, die durchaus als sinnvoll einzuschätzen sind: „Angesichts ihrer schweißtreibenden Aktivitäten“ überreichte er ihr ein Welzheimer Handtuch, „das Ihnen immer und überall zeigt, dass die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Welzheim sowie die Stadt hinter Ihnen stehen“. Das zweite Geschenk kam ebenfalls sehr gut an: eine Reflexzonenmassage, aber „keine Sorge, das macht keiner von uns, es gibt einen Gutschein von einer professionellen Podologin“. Und so ging die Ehrung fröhlich zu Ende.

Der abschließende Applaus galt nicht nur Steffi Saul, sondern allen Feuerwehrleuten.