Welzheim

Unterwegs im Wahlkampf mit Thomas Bernlöhr

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Volles Haus beim Wahlkampfauftakt mit Thomas Bernlöhr im Gasthaus Grüner Baum. © Ramona Adolf

Welzheim. Am Samstagnachmittag hat der VfB gesiegt. Am Samstagabend hatte Thomas Bernlöhr, der sich am 11. März für eine zweite Amtszeit als Bürgermeister in Welzheim bewirbt, im Gasthaus Grüner Baum ebenfalls ein erfolgreiches Heimspiel. „Stadtpolitik und Maultaschen“ hieß das Motto seines Wahlkampfauftaktes mit Rück- und Ausblick auf die Kommunalpolitik.

Draußen ist es bitter kalt, drinnen mollig war. Für viele Stammgäste ist der Grüne Baum eine zweite Wohnstube. Hier fühlt sich auch Bürgermeister Thomas Bernlöhr zu Hause. Mit dabei Frau und Kinder. „Die Maultaschen gehen aufs Haus“, sagt Bernlöhr, um sich gleich zu korrigieren: natürlich auf seine Kosten. Knapp 5000 Haushalte haben zuvor einen Wahlprospekt erhalten, wer keinen hatte, konnte ihn am Samstagabend noch bekommen. „Er habe vor acht Jahren nicht viel versprochen, nur dass er in Welzheim heirate.“ Ein Wahlversprechen, das Thomas Bernlöhr alsbald umgesetzt hat. „Drei waschechte Welzheimer Kinder“, hat die Familie Bernlöhr dazu beigesteuert, dass die ehemalige Oberamtsstadt die Einwohnerzahl von 11 000 Einwohnern halten kann. Zwar boomt es in Welzheim allenthalben, Wohn- und Gewerbebauplätze werden knapp, gleichwohl lässt sich dadurch nur die Einwohnerzahl stabilisieren, nach Jahren, in denen rückläufige Zahlen zu vermelden waren.

Elf Kilometer Glasfaserkabel wurde inzwischen verlegt

„Acht Jahre waren schnell vorbei“, blickt Bernlöhr im vollen Traditionsgasthaus am Kirchplatz auf seine erste Amtszeit zurück. Vor acht Jahren waren die Zeiten noch nicht so rosig wie heute. Die finanzielle Situation war angespannt, vor der Kür kam die Pflicht. Bernlöhr hat zusammengerechnet: Zwölf Kilometer Straßen wurden gerichtet oder neu gebaut, zehn Kilometer Abwasserleitungen wurden in den letzten acht Jahren verlegt sowie acht Kilometer Trinkwasserleitungen. In jüngster Zeit kamen elf Kilometer Glasfaser dazu. In seiner zweiten Amtszeit hat sich Bernlöhr zum Ziel gesetzt, weitere Höfe und Weiler an das schnelle Internet anzuschließen. Auch bei der Straßenbeleuchtung soll es mit der Umstellung auf LED weitergehen genauso wie beim Nahwärmenetz in der Schorndorfer Straße, „ein langwieriger Prozess“.

Vor acht Jahren stand die Frage im Raum, welcher Kindergarten geschlossen wird, heute müssen neue Kindergartenplätze geschaffen werden. Das größte Problem bei diesem Thema aber sei derzeit, genügend Personal zu finden.

Die Stadt hat sich ihre Identität bewahrt

Der Druck auf den Wohnungsmarkt ist gewachsen. Derzeit seien 40 städtische Wohnungen im Bau oder bereits fertiggestellt. Hinzu kommen laut Bernlöhr noch 14 Wohnungen der Kreisbaugesellschaft in der Schorndorfer Straße. Weiteres Entwicklungspotenzial sieht Bernlöhr beim Wohnungsbau auf dem freien Gelände am Schulareal, das die Stadt nach jahrelangen Verhandlungen kaufen konnte.

Die Stadt habe sich als Zentrum des Welzheimer Waldes ihre Identität gewahrt. Die Verwaltung konnte dazu beitragen, dass Welzheim seinen Notarssitz behält und auch das Ringen um eine Augenarztpraxis, die vor Ort Sprechstunden anbietet, ist gelungen.

Drogeriemarkt ist ein großes Thema

Ein großes Thema ist der konzipierte Drogeriemarkt am Feuersee. Die Stadt habe sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass so ein Markt nahe am Stadtzentrum entstehe und nicht irgendwo an der Umgehungsstraße. Viel getan hat sich laut Thomas Bernlöhr in den letzten Jahren bei dem Thema Wirtschaft und Unternehmen. 20 Betriebe konnten erweitern oder neu angesiedelt werden. „Das hat uns 300 neue Arbeitsplätze gebracht.“

Gleichwohl pendeln jeden Tag 3000 Menschen aus, und nur 1500 Menschen fahren zur Arbeit nach Welzheim. Vor diesem Hintergrund ist ein neues Gewerbegebiet wichtig, das derzeit in Breitenfürst geplant wird. „Dass dafür offene Landschaft geopfert werden muss, tut auch mir weh“, so Bernlöhr. Er ist deshalb für Alternativlösungen offen, wenngleich er selbst derzeit keine sieht.

Beim Thema Integration sieht Bernlöhr die Stadtgemeinschaft auf einem guten Weg. „Mittlerweile haben wir die Unterbringung der Flüchtlinge gut im Griff.“ Der Wiederbewerber sieht hier eine Zukunftsaufgabe, „die uns noch langfristig beschäftigen wird.“

Die gesamte Berichterstattung zur Bürgermeisterwahl in Welzheim finden Sie unter www.zvw.de/wahl-check-welzheim.


Fast 23 Millionen Euro in acht Jahren

Rund 22,7 Millionen Euro hat die Stadt laut Bürgermeister Thomas Bernlöhr in den letzten acht Jahren im Hoch- und Tiefbau investiert. Dazu gab es insgesamt Fördermittel von 6,9 Millionen Euro. „Das kann sich sehen lassen“, sagte Bernlöhr beim Wahlkampfauftakt zur Bürgermeisterwahl im „Grünen Baum“. Gleichzeitig wurden Schulden abgebaut.

Stolz ist Bernlöhr auf seine Mannschaft bei der Stadtverwaltung mit insgesamt rund 130 Mitarbeitern. „Wir sind sehr schlank aufgestellt.“

Möglich ist dies nur, weil 450 Ehrenamtliche städtische Aufgaben übernommen haben beziehungsweise mittragen.

In den nächsten acht Jahren seiner Amtszeit will sich Thomas Bernlöhr weiter ins Zeug legen. Er und seine Familie fühlen sich wohl in Welzheim.


Drogeriemarkt

Gibt es einen Bedarf für einen neuen Drogeriemarkt? Diese Frage tauchte am Schluss der Veranstaltung erneut auf. Pro und Contra wurden von den Bürgern in der Wahlveranstaltung mit Bürgermeister Thomas Bernlöhr erörtert.

Ist die Ansiedlung am Feuersee am Rand der Stadt ein Gewinn für den Ortskern oder eine Belastung? Würde ein Drogeriemarkt an der Umgehungsstraße Kaufkraft aus der Innenstadt abziehen?

Die Diskussion ist nicht neu und die Sache entschieden. Die Verträge sind unterschrieben, die Vorarbeiten für den Bau des Wohn- und Geschäftshauses am Feuersee haben begonnen. Wichtige archäologische Funde wurden laut Bernlöhr noch nicht gemacht, können aber noch kommen. Derzeit ist wegen der kalten Witterung Winterpause auf der Baustelle.