Welzheim

Viel Geld für Kindergärten und Schulen: Worin Welzheim bis 2026 investieren will

Luftbild Schulzentrum
Welzheim wird in den kommenden Jahren viel in seine Entwicklung investieren. © Gabriel Habermann

Viel Geld will Welzheim in den kommenden Jahren in die Bildung investieren. Bis 2026 sollen unter anderem drei neue Kindergärten entstehen. So hat es Kämmerer Wolfgang Schray in seinem Investitionsplan für die kommenden Jahre vorgesehen. Wir haben mit ihm über die Schwerpunkte gesprochen, die die Verwaltung kommunalpolitisch setzen will.

Diskussionsgrundlage für wichtige Entscheidungen

Noch sind es zwar nur Vorschläge, die der Welzheimer Kämmerer an den Gemeinderat gemacht hat, doch sie bilden die Grundlage für eine Diskussion des Gremiums, die im Herbst ansteht. Und der Blick auf das Zahlenwerk offenbart: Nicht nur im Bereich der Kleinkindbetreuung hat sich die Stadt so einiges vorgenommen.

Bereits mitten im Umbau befindet sich der Kindergarten in Breitenfürst. Wie berichtet, steht hier eine Erweiterung an. Allerdings kam es zuletzt zu Verzögerungen bei der Maßnahme. Grund sind Versorgungsschwierigkeiten beim Material. „So wie es kommt, wird es verbaut“, sagt Schray. „Daher sieht sich im Moment keiner in der Lage, ein Fertigstellungsdatum bekanntzugeben.“ Die Maßnahme wird die Stadt aber auf jeden Fall noch im kommenden Jahr beschäftigen. Und aufgrund der permanent steigenden Kosten am Bau wird das Projekt auch teurer als ursprünglich veranschlagt, momentan rechnet die Verwaltung bereits mit Gesamtkosten von mehr als drei Millionen Euro.

Naturnaher Kindergarten in einer Jurte geplant

Doch das ist nicht die einzige Maßnahme in diesem Bereich. Noch vor der Sommerpause vom Gemeinderat beschlossen wurde der Bau eines Jurtenkindergartens im Bereich „Hohe Tanne“. „Die Planung dafür ist momentan am Laufen“, sagt Schray. Entstehen soll eine eingruppige Einrichtung mit einem naturnahen Konzept, wie es in Schwäbisch Gmünd am Nepperberg bereits praktiziert wird. Von dem Standort aus sind die Felder und der Wald schnell erreichbar. Das Gebäude soll ein Rundbau aus Holz werden, hergestellt von der Firma „Living circles“ aus dem Raum Gmünd. Grundsätzlich wäre an dieser Stelle künftig auch eine Erweiterung auf zwei Gruppen möglich.

Geplant ist für das kommende Jahr auch ein Waldkindergarten in der Nähe des Welzheimer Friedhofs. In der mittelfristigen Planung sind zudem auch Gelder für einen Kindergarten im Baugebiet „Erdgrube“ vorgesehen. Das Gebiet befindet sich südwestlich vom Rudersberger Kreisel. Entstehen soll hier eine dreigruppige Einrichtung mit integrierter sozialer Wohnbebauung. „Nächstes Jahr soll das erschlossen werden“, so Schray.

Nicht zuletzt sind auch Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen beim Kindergarten Pfarrstraße vorgesehen, die bis 2024 umgesetzt werden sollen.

Sanierungsmaßnahmen stehen kommendes Jahr zudem in den kirchlichen Kindergärten Philip Neri und Sophie Schur an. Hier wird die Stadt einen kommunalen Anteil an den Kosten leisten.

Schon länger geplant, aber aus Kapazitätsgründen noch einmal geschoben wurden indes die anstehenden Maßnahmen am Bauhof . In der Paul-Dannenmann-Straße ist ein Gebäude für den Bauhof und die Oldtimer-Feuerwehr geplant und bereits beschlossen – das soll nun im kommenden Jahr angegangen werden.

Stadtentwicklung vom Bahnhof bis zur Innenstadt

Viel wurde zuletzt für die Innenstadtentwicklung getan. Ein größeres Projekt auf der Agenda der Verwaltung sind nun die „Grünachse“ und der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) in Welzheim. Hier soll eine attraktive Verbindung zur aufgewerteten Innenstadt geschaffen und der ZOB zeitgemäß umgebaut werden. Weiteres Geld für die bereits laufende Planung will der Kämmerer dafür im kommenden Jahr zur Verfügung stellen – auch für den nötigen Grunderwerb der Kommune. Umgesetzt werden sollen die ersten konkreten Maßnahmen dann im Jahr 2024. Hier erwartet die Kämmerei ebenfalls eine Verteuerung im Vergleich zu den ursprünglich vorgesehenen Kosten, von denen aber ein Teil vom Land bezuschusst wird.

Mediathek muss noch warten

Weiter in der Planungsphase befindet sich der Umbau des Mediathek-Gebäudes. Dorthin sollen, wie berichtet, Teile des Rathauses kommen, die Mediathek selbst dann ins ehemalige Fahrradgeschäft am Feuersee umziehen. Die Realisierung dürfte sich allerdings noch einige Jahr hinziehen. Konkrete Investitionen jenseits der Planungskosten hat Kämmerer Schray für die kommenden Jahre jedenfalls nicht vorgesehen.

Bushaltestellen werden barrierefrei

Bereits in der Umsetzung befinden sich hingegen Maßnahmen zur Barrierefreiheit der Bushaltestellen. Zuletzt war die Stadt hier im Bereich der Murrhardter Straße und in Breitenfürst aktiv. Beide Baustellen sind bis auf den Feinbelag abgeschlossen. Bis 2025 soll kontinuierlich am barrierefreien Umbau weitergearbeitet werden.

Baugebiet wird erschlossen

Bereits sehr weit fortgeschritten sind auch die Erschließungsmaßnahmen für das Baugebiet Rötelfeld 2 . „Der Feinbelag kommt aber erst, wenn ein Großteil der Grundstücke bebaut ist“, sagt Schray. Im kommenden Jahr sind noch Gelder für die Straßendeckschicht, die Straßenbeleuchtung, Ausgleichsmaßnahmen sowie eine geplante Skateanlage vorgesehen.

Investitionen ins Welzheimer Schulzentrum

Ebenfalls bereits begonnen wurden die Sanierungsmaßnahmen am Limes-Gymnasium . Hier wird unter anderem der Eingang barrierefrei umgebaut und Brandschutzanforderungen umgesetzt. Bis 2024 hat der Kämmerer noch mehr als eine Million Euro für weitere Umbauten veranschlagt. Brandschutzmaßnahmen stehen auch an der Kastell-Realschule in den kommenden Jahren an. Und auch für die Bürgfeld-Gemeinschaftschule ist Geld vorgesehen, das in die Sanierung von Fachsälen sowie Fenster und Sonnenschutz fließen soll.

Digitalisierung schreitet voran

Bereits viel investiert hat die Stadt in den digitalen Ausbau des Schulzentrums . „Da bekommen wir einen relativ hohen Zuschuss vom Land“, berichtet Schray. Diese Investitionen über den Digitalpakt sollen bis 2023 voll abgeschlossen sein. Dazu zählen Maßnahmen wie die Verkabelung über Beamer, Großleinwände, Whiteboards, die Anschaffung digitaler Endgeräte oder WLAN. Was noch fehlt und was noch kommt, sind Glasfaseranschlüsse, die in jede Schule verlegt werden sollen.

Klärwerk-Technik wird erneuert

Eine größere Investition steht im kommenden Jahr noch im Klärwerk an. „Die Technik ist teuer und muss regelmäßig erneuert werden“, erklärt Wolfgang Schray. Bis 2024 sind hier mehr als eine Million Euro unter anderem für einen Filtratspeicher, Notstromaggregate und eine zusätzliche Garage veranschlagt.

Saniert werden muss im kommenden Jahr auch die Pfarrscheune am städtischen Museum . Der Grund: Größere Schäden am Fachwerk, die bis 2024 angegangen werden, „dann hält das wahrscheinlich wieder 50 Jahre“, sagt Schray.

Lindenquartier: Noch in der Phase der Entscheidungsfindung

Zahlreiche weitere Maßnahmen sind noch in dem Investitionsplan vorgesehen, wie die Sanierung der Hofgartenhalle, der Wiederaufbau des Sirenennetzes oder ein möglicher Blitzer in Breitenfürst. Nicht in dem Plan taucht indes das Großprojekt Lindenquartier auf. Hier befindet sich die Kommunalpolitik noch in der Phase der Entscheidungsfindung. Auch aufgrund der Komplexität des Themas (hier seien stellvertretend nur die Aspekte Lehrschwimmbecken, Dreifeldspielhalle, Schulerweiterungen oder Verkehrsführung genannt), ist hier seitens der Verwaltung und des Gemeinderats noch viel Planungsarbeit notwendig. Ein städtebauliches Konzept dafür wurde jüngst in Auftrag gegeben:

Vorerst gilt es aber, sich Gedanken zu diesem umfangreichen Investitionsplan zu machen, der hier nur ausschnittsweise vorgestellt werden kann.

Am 11. Oktober wird das Programm nämlich im Gemeinderat diskutiert. Mögliche Anträge der Fraktionen werden bis dahin noch aufgenommen.

Viel Geld will Welzheim in den kommenden Jahren in die Bildung investieren. Bis 2026 sollen unter anderem drei neue Kindergärten entstehen. So hat es Kämmerer Wolfgang Schray in seinem Investitionsplan für die kommenden Jahre vorgesehen. Wir haben mit ihm über die Schwerpunkte gesprochen, die die Verwaltung kommunalpolitisch setzen will.

Diskussionsgrundlage für wichtige Entscheidungen

Noch sind es zwar nur Vorschläge, die der Welzheimer Kämmerer an den Gemeinderat gemacht

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