Welzheim

Viel Positives zum Wiesel

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Insbesondere Schüler nutzen unter der Woche das Angebot, mit dem Wiesel nach Welzheim zu fahren. © Habermann / ZVW
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Viel Lob gibt es für den Einsatz des Wiesels zwischen Rudersberg-Oberndorf und Welzheim, hier hat unser Fotograf den Zug bei Breitenfürst „erwischt“. © Habermann / ZVW

Welzheim. Viel Positives gibt es zum vierwöchigen Probebetrieb des Wiesels nach Welzheim zu hören, der in dieser Woche zu Ende geht. Die Stadt selbst hält sich mit einer Stellungnahme zurück und kündigt für Ende Oktober nach Auswertung der Fahrgastzahlen ein Pressegespräch an.

Video: Der vierwöchige Probebetrieb des Wiesels endet.

Von dem Angebot profitieren vor allem Schüler des Limes-Gymnasiums aus dem Wieslauftal. Diese Woche war Elternabend der Klassen 6 bis 8. Schulleiter Frithjof Stephan berichtet: „Natürlich war der Schülertransport wieder einmal Thema. Keine Frage, der Wieselbetrieb wird von den Eltern sehr begrüßt - soweit diese betroffen sind - und sollte weitergeführt werden. Der Rest schweigt, da es sie nicht berührt. Zeigt aber Verständnis für die Sorgen der betroffenen Eltern.“

Weitsichtige Lösungen sind selten

Eltern machten auch darauf aufmerksam, dass die Stadtverwaltung wohl Kostenerstattung bei notwendigen Elternfahrten zur Schule anbietet. Diese Möglichkeit solle auf alle Fälle mehr genutzt werden. Großer Frust und Resignation herrschte laut dem Oberstudiendirektor bei einem großen Teil der Betroffenen, da das Thema Schülertransport nach ihrer Meinung nur selten gut und weitsichtig gelöst wurde. Auch in der Vergangenheit habe es immer wieder Lösungen und Vereinbarungen gegeben, die nicht gut gewesen seien, zum Beispiel die Drei-Personen-Regelung beim Bus.

Die Stadtverwaltung hält sich bei dem Thema mit Meinungsäußerungen derzeit zurück. Auch gibt es keine offiziellen Zahlen mehr des Betreibers, der Württembergischen Eisenbahngesellschaft (WEG), wie viele Zugfahrer das Wieselangebot zwischen Oberndorf und Rudersberg nutzen.

Der Beigeordnete der Stadt, Reinhold Kasian, bestätigte diese Woche auf Anfrage allerdings, dass die Resonanz gut sei. Was auch vor Ort von Wieselfahrern bestätigt wird. In der Regel nutzen um die 30 Personen pro Fahrt das Angebot. Eine offizielle Stellungnahme und Auswertung der Zahlen wird es wohl erst Ende Oktober geben. Bis dahin will die Stadtverwaltung ein Pressegespräch terminieren und die Ergebnisse und eventuelle Schlussfolgerungen daraus bekanntgeben.

Stadtverwaltung hat sich „eiserne Zurückhaltung auferlegt“

Bereits beim Sommerempfang hat sich Bürgermeister Thomas Bernlöhr zu dem Thema geäußert und unter anderem formuliert: „Zu den Fahrgastzahlen haben wir uns eiserne Zurückhaltung auferlegt. Warum? Wir wollen die aktuell spürbar vorherrschende Wiesel-Euphorie nicht auch noch aktiv hochjubeln und die absehbaren Wiesel-Entzugserscheinungen ab dem 1. Oktober nicht noch größer machen.“ Die Stadtverwaltung werde die tatsächlichen Fahrgastzahlen vielmehr im Oktober zunächst in aller Gründlichkeit analysieren und dann auch veröffentlichen. Auf dieser Grundlage könne dann überlegt werden, ob sie ein Hebel sind, um die Schienenstrecke wieder in den ÖPNV zu bekommen. „Und, ob wir diesen Hebel ansetzen wollen.“

Den Schülern und anderen Bürgern auf dem Wieslauftal bleibt ab nächster Woche keine andere Möglichkeit, als wieder den Bus zu nehmen, der derzeit eine Umleitung fahren muss, weil die Landesstraße zwischen Klaffenbach und Oberndorf wegen eines Hangrutsches voll gesperrt ist. Die Sperrung wird wohl noch bis Sommer oder Herbst nächsten Jahres andauern, bis die Straße aufwendig saniert werden kann.


Info

Der Wiesel fährt am Samstag, 1. Oktober, vorerst zum letzten Mal bis nach Welzheim. Wer die Gelegenheit noch einmal nutzen will, sollte sich also beeilen.

Fast 60 000 Euro

Mit zehn zu sieben Stimmen hatte sich der Gemeinderat Mitte August dafür votiert, von Anfang September bis Anfang Oktober einen probeweisen „Busersatzverkehr auf der Schiene“ zwischen Rudersberg-Oberndorf und Welzheim einzuführen.

Der Wiesel darf somit nach vielen Jahren wieder bis nach Welzheim fahren. Das Angebot lässt sich die Stadt knapp 60 000 Euro kosten.

Die Stadt hatte kurzfristig von der Württembergischen Eisenbahngesellschaft (WEG), die im Auftrag des Zweckverbandes Verkehrsverband Wieslauftalbahn (ZVVW) den Wiesel betreibt, ein Angebot eingeholt.