Welzheim

Was diesen Sommer am Welzheimer Limes-Gymnasium alles umgebaut wurde

Limesgymnasium
Die letzten Fachräume an der Schule, die noch sanierungsbedürftig waren, wurden jetzt angegangen. © Gaby Schneider

Kurz vor Ende der Sommerferien sieht das Welzheimer Gymnasium noch mächtig nach Baustelle aus. Kabel hängen von der Decke, Gerüste sind am Eingang platziert, wo noch ein Aufzug hinkommen soll. Und eine Staubschicht bedeckt die Böden. Doch noch hat das Schuljahr nicht begonnen – und bis dahin soll hier alles wieder blitzeblank und sauber sein.

Eine Millionensumme investiert

Rund 2,5 Millionen Euro hat die Stadt laut Thomas Bernlöhr in diesem Jahr in das Gebäude investiert. Im Februar haben die Arbeiten begonnen, der Großteil konnte nun in der unterrichtsfreien Zeit umgesetzt werden. Der Welzheimer Bürgermeister will sich selbst zusammen mit der Presse ein Bild von der Lage machen und staunt an manchen Stellen nicht schlecht. In den Raum 219 etwa, der einst ein abgetreppter, dunkler Hörsaal war, strahlt jetzt die Sonne hinein. In dem Fachsaal für Physik „ist Luft und Licht“, findet Bernlöhr. Dafür seien extra Betonkonstruktionen rückgebaut worden, berichtet Bauamtsmitarbeiterin Sabine Klein vor Ort.

Eingangsbereich ist jetzt barrierefrei

Dass die Stadt Welzheim am Limes-Gymnasium viel Geld in die Hand genommen hat, ist bereits am Eingangsbereich der 1969 erbauten Schule gut ersichtlich. Statt auf Treppen führt der Weg hier nun ebenerdig Richtung Aula. Günter Brecht, verantwortlicher Architekt für die Umbaumaßnahme, erklärt, dass in den Schacht auf der linken Seite des Eingangsbereichs noch ein Aufzug eingebaut wird. Der soll alle Ebenen des Schulgebäudes barrierefrei erschließen. Es wird ein Plattformlift sein, der sich eher langsam auf und ab bewegt und auf zwei Seiten geöffnet werden kann.

Eingangsbereich wurde angepasst

Auch der Eingangsbereich in der Aula wurde im Zuge des Umbaus etwas angepasst. So ist er nicht nur um 60 Zentimeter erhöht, sondern auch die ebenerdige Fläche etwas ausgeweitet worden, also jener Bereich, in dem besonders viel Bewegung im Schulalltag stattfindet. Diese wurde ein Stück vorbetoniert, um einen geraden Einstieg zu ermöglichen.

Ertüchtigt wurde das Gebäude aber nicht nur für mehr Barrierefreiheit (die behindertengerechten Toiletten werden noch in diesem Herbst kommen und im laufenden Schulbetrieb eingebaut). Bei der Sanierungsmaßnahme hat auch das Thema Brandschutz eine große Rolle gespielt. Das lässt sich gut erkennen an den erneuerten Wänden, die laut Architekt Brecht 22 statt acht Zentimeter dick sind, aus nicht brennbarem Material bestehen, besser dämmen und auch in Sachen Schallschutz aufgewertet wurden. Außerdem sind die zum Teil stark verschlissenen Teppiche im Flur- und Treppenbereich entfernt und durch Kautschukböden ersetzt worden.

Unterstufenzimmer und Fachräume wurden modernisiert

Investiert hat die Stadt in diesem Jahr in die gesamten Unterstufenräume sowie in die beiden Fachräume für Physik sowie Naturwissenschaft und Technik. Bis auf den Biologiesaal, der noch in den Herbstferien saniert wird, sind damit bis auf zwei Fachräume alle am Schulzentrum auf einem zeitgemäßen Stand, so Bernlöhr.

Erneuert wurde am Limes-Gymnasium auch die digitale Technik. Im Rahmen der Sanierung wurden alle relevanten Räume mit einem WLAN-Zugang ausgestattet und ein neuer Tablet- und Serverraum eingerichtet. Außerdem hat das Gebäude künftig eine elektronische Schließtechnik, die problemlos einen individualisierten Zugang zu den einzelnen Teilen der Schule ermöglicht.

Eine stationäre Lüftungsanlage installiert

Wer an die Decken schaut, wird zudem eine weitere Neuerung in dem Gebäude erkennen: eine stationäre Lüftungsanlage, die nicht nur in Zeiten der Pandemie dienlich ist, sondern auch durch Wärmerückgewinnung dabei hilft, Energie einzusparen.

Und das Thema Energie?

Apropos Energieeinsparung: Auch hier wurden Investitionen getätigt, etwa in die Wärmedämmung von Unterrichtsräumen, in die Dachabdichtung – und in die Lüftungsanlage, die das Öffnen der Fenster nicht mehr nötig macht. Energie erhält das Schulgebäude zum Teil über die bereits bestehenden Photovoltaikanlagen auf dem Dach. Und beheizt wird es mit einem Nahwärmesystem. Das sei „historisch gewachsen“, sagt Bürgermeister Bernlöhr, „und nicht immer ganz leicht zu steuern“.

So gibt es neben einer Hackschnitzelanlage auch ein Blockheizkraftwerk, das unter anderem mit Gas betrieben werden kann. Das werde die Stadt in diesem Winter mit Blick auf die Energiekosten aber nicht in Betrieb nehmen – und stattdessen auf eine bestehende Ölheizung zurückgreifen, für die bereits Öl beschafft wurde.

Abgeschlossen sind die Baumaßnahmen am Limes-Gymnasium damit indes noch nicht. Weitere Räume werden noch folgen. Und die Wunschliste ist lang“, sagt Nikolaj Beer, der seit knapp einem Jahr Rektor an der Schule ist. So müsste etwa die gesamte Elektronik generalüberholt werden. Dabei komme es mitunter zu Zielkonflikten zwischen notwendigen Maßnahmen zur Gebäudeertüchtigung, zur Energieeinsparung und pädagogisch notwendigen Konzepten, gibt Beer zu bedenken.

Rund eine Million Euro hat Kämmerer Wolfgang Schray für das Gymnasium noch bis 2024 in seinen jüngst vorgelegten Investitionsplan geschrieben.

Und dann steht da natürlich noch die Frage im Raum, was bei den Planungen zum Lindenquartier am Ende herauskommt. Die Idee eines verkehrsberuhigten Campus steht im Raum, die Schulen haben sich bereits dafür ausgesprochen. Noch ist hier aber nichts spruchreif. Erst einmal gilt es, die Arbeiten zügig abzuschließen. Schließlich steht das neue Schuljahr vor der Tür.

Kurz vor Ende der Sommerferien sieht das Welzheimer Gymnasium noch mächtig nach Baustelle aus. Kabel hängen von der Decke, Gerüste sind am Eingang platziert, wo noch ein Aufzug hinkommen soll. Und eine Staubschicht bedeckt die Böden. Doch noch hat das Schuljahr nicht begonnen – und bis dahin soll hier alles wieder blitzeblank und sauber sein.

Eine Millionensumme investiert

Rund 2,5 Millionen Euro hat die Stadt laut Thomas Bernlöhr in diesem Jahr in das Gebäude investiert. Im

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