Welzheim

Welzheim hat jetzt ein Familienzentrum - was bietet es?

Familienzentrum
Die Köpfe hinter dem neuen Familienzentrum (von links): Daniel Gulden, Silke Bareiß-Fetzer, Niko Kappel und Ingrid Gulden. © ALEXANDRA PALMIZI

Es soll Begegnungen ermöglichen, Anlaufstelle für Neuzugezogene sein und Eltern bei ihren Sorgen und Nöten unterstützen: das neue Familienzentrum in der Welzheimer Bahnhofstraße 28, das am Montag in den Räumlichkeiten der bisherigen Kindertagesstätte des Tagesmüttervereins Welzheimer Wald eröffnet wurde.

Die Idee dazu gärte schon lange in David und Ingrid Gulden. „Seit 25 Jahren leben wir in Welzheim, und seitdem sagen wir: In der Stadt braucht es ein Familienzentrum.“ Unter dem Dach des Tagesmüttervereins, der auch für Rudersberg zuständig ist, wurde nun ein Anfang gemacht. Die Grundfinanzierung der Stadt Welzheim steht. Jetzt kommt es darauf an, was die Menschen auf dem Welzheimer Wald daraus entwickeln.

Erstes Ziel: Beratung und Unterstützung von Familien

„Unser Ziel ist, dass alle Interessieren innerhalb von 48 Stunden bei uns ein Beratungsgespräch bekommen.“ Das Zentrum soll ein möglichst niedrigschwelliges Angebot sein und damit den Stress in Familien rausnehmen, Mut machen und zielgerichtete Unterstützung ermöglichen.

Im Vorfeld hat Daniel Gulden, der systemischer Therapeut und Coach ist und die Elternschule Welzheimer Wald leitet, alle wichtigen Organisationen kontaktiert: von der Jugendhilfe über Suchtberatungsstellen bis zu den Schulen. „Wir wollen Netzwerke bilden und kurze Wege ermöglichen“, sagt er – auch und gerade in Welzheim selbst. Denn die Schwelle, in Schorndorf Unterstützung zu suchen, sei erfahrungsgemäß groß. Von Welzheim kämen dort nur wenige an, so die Rückmeldung, die Gulden erhielt. „Dabei ist das Stresspotenzial in den Familien zuletzt massiv gestiegen.“

Zweites Ziel: Begegnungen ermöglichen

Das Familienzentrum soll neben der Beratung und Unterstützung bei Sorgen und Nöten aber auch ein Raum für Begegnungen sein, wie Niko Kappel betont. Der Profisportler und CDU-Gemeinderat unterstützt das Projekt. „Begegnungen ermöglichen, das war in den letzten zwei Jahren ja nicht so leicht“, sagt er „Jedes zusätzliche Angebot, das wir haben können, ist gut.“ Gerade in schwierigen Zeiten wie diesen sei es wichtig, dass nicht jeder nur in seiner eigenen Welt verbleibe, sondern mit anderen den Kontakt suche. „Man muss miteinander reden und aufeinander zugehen“, findet Kappel, der „zu hundert Prozent“ hinter dem Konzept des Familienzentrums steht.

Drittes Ziel: Heimat finden in der Limesstadt

„Heimat finden in Welzheim“, das ist das Schlagwort von Ingrid Gulden, Geschäftsführerin des Tagesmütter-Vereins. „Das Familienzentrum soll ein Ort sein, an dem man andere Familien kennenlernen kann.“ Kinder zu bekommen, das sei meist ein großer Einschnitt im Leben. Und während der Pandemie sei es nicht so leicht gewesen, hier den Kontakt zu anderen zu finden. Das könne auch der zwischen den Generationen oder Kulturen sein. Auch Mutter-Kind-Kurse seien angedacht. Laut Laura Bechold, die für das Organisatorische im Zentrum zuständig ist, gab es diese Woche bereits Gespräche mit der Stadt. Erste Ehrenamtliche, die sich engagieren möchten, hätten sich gemeldet. „Die Vorfreude ist groß“.

Wer den Kontakt sucht oder sich engagieren möchte: Die Öffnungszeiten des Familienzentrums sind: Montag bis Freitag 9 bis 12 Uhr sowie dienstags von 18 bis 20 Uhr. Silke Bareiß-Fetzer oder Laura Bechold dienen als Ansprechpartner vor Ort.

Eine Kontaktaufnahme ist persönlich, telefonisch unter0 71 82 / 80 58 87 50 oder per E-Mail an info@familienzentrum-welzheim.de oder per Facebook möglich.

Was bei den Aktionstagen im Mai geboten ist

Die erste große Vorstellung für die Öffentlichkeit soll dann bei den Aktionstagen vom 13. bis 15. Mai stattfinden. Niko Kappel wird die Schirmherrschaft übernehmen. Dann soll nicht nur das Familienzentrum sich in den Räumlichkeiten der Bahnhofstraße 28 präsentieren, sondern das gesamte Stadtgebiet zu einer Bühne für die Vereine und Institutionen werden. Unter anderem ist ein Niederseilgarten im Stadtpark geplant. In einer Art Stadtrallye können die Besucher dann die verschiedenen Stationen ablaufen. Dabei gibt es auch etwas zu gewinnen.

Niko Kappel freut sich schon auf die Aktionstage – und darauf, Neues kennenzulernen. Obwohl er sich als heimatverbunden bezeichnet ist er immer noch überrascht, was es in Welzheim so alles gibt. „Bei den Aktionstagen sollen alle zusammenkommen: Jung und Alt, Groß und Klein, klassische und neue Familien.“ Sein Wunsch wäre, dass dadurch „Barrieren fallen“ und sich natürlich die Idee des Familienzentrums in der Stadt herumspricht.

Weshalb das Zentrum nicht in der Bahnhofstraße bleiben kann

Die Räumlichkeiten in der Bahnhofstraße 28 sind inzwischen fertig renoviert. Es gibt dort ein „Wohnzimmer“ für Begegnungen mit einer kleinen Küche, einen Empfang, wo Informationen weitergegeben werden. Außerdem ein Seminar- und Beratungszimmer, wo Weiterbildungen, Beratungen oder Coachings stattfinden können, sowie einen kleinen Raum für die Verwaltung.

So schön die Räumlichkeiten auch geworden sind, „sie werden uns nicht lange erhalten bleiben“, sagt Daniel Gulden. Denn das Gebäude hat den Besitzer gewechselt – und der habe andere Pläne. „Wir sind aber guter Hoffnung und zuversichtlich, künftig noch bessere Räume für das Familienzentrum zu finden.“

Es soll Begegnungen ermöglichen, Anlaufstelle für Neuzugezogene sein und Eltern bei ihren Sorgen und Nöten unterstützen: das neue Familienzentrum in der Welzheimer Bahnhofstraße 28, das am Montag in den Räumlichkeiten der bisherigen Kindertagesstätte des Tagesmüttervereins Welzheimer Wald eröffnet wurde.

Die Idee dazu gärte schon lange in David und Ingrid Gulden. „Seit 25 Jahren leben wir in Welzheim, und seitdem sagen wir: In der Stadt braucht es ein Familienzentrum.“ Unter dem Dach

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