Welzheim

Welzheim: Ingo Klopfer und Volker Schwarz erzählen Kurzgeschichten

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Symbolfoto. © pixabay.com/congerdesign

Freudig erwartungsvolle Abendstimmung in der Limesbuchhandlung am vergangenen Freitag: Die Lesebühne, die fünftälteste in Deutschland, mit ihren Vertretern Ingo Klopfer und Volker Schwarz war wieder zu Gast in Welzheim. Beide Autoren lasen aus ihren „get shorties“- Kurzgeschichten in der bis auf den letzten Platz belegten Buchhandlung.

In schöner Regelmäßigkeit erscheint bereits seit 22 Jahren, fast jedes Jahr aufs Neue ein Büchlein mit Kurzgeschichten. Geschichten, die aus der Feder von acht Autoren stammen. Schwarz, der in der Region, genauer gesagt Burgholz beheimatet ist und neben seiner Liebe zum Schreiben als Ingenieur arbeitet, gibt an diesem Novemberabend Einblicke in sein Leben mit Roderich.

Roderich ist ein zehn Kilogramm schwerer Kater, der seine Vorliebe für „Premium-Meeresfrüchtestücke“ genauso auslebt wie das Mitbringen lebender Mäuse, die dann bis zum Stromausfall durch Kabelbiss für Chaos sorgen. Hatte doch der Scheidungsrichter dem Armen die Fürsorge für Roderich zur Aggressionsbewältigung gerichtlich verordnet und nun wird dieser von dem Tier fast in den Wahnsinn getrieben! Selbst „Nichtkatzenbesitzer“ können sich ein herzhaftes Lachen und Schmunzeln hier und da nicht verkneifen.

Auch Ingo Klopfer greift aufs wahre Leben zurück

Der Autor, gekonnt pointiert und kaum eine Miene verziehend, provozierte die Zuhörer mit seiner metaphorisch gespickten Kurzgeschichte immer wieder aufs Neue. Auch Ingo Klopfer greift aufs wahre Leben zurück bei der Suche nach neuen Geschichten. „Sätze meiner Kindheit“ eignen sich dafür hervorragend, weiß der Germanist, der noch eine Krankenpfleger-Ausbildung mit 33 Jahren machte und nun seit 2001 in der Diakonie Stetten apallische Kinder im Wachkoma betreut. „So ein Beruf gibt Sicherheit“ sagt er und hat somit ein geregeltes Einkommen, um sich frei und ohne Druck der Kunst und Literatur widmen zu können.

„Sind wir bald da?“ fragt der Sohn seinen Vater, so wie der Vater, als er noch Sohn war, dies tat. Bühnenerfahren gibt Klopfer seine Lebensgeschichten zur Alpenüberquerung und Ratschlägen wie: „Du wirst dir noch mal wünschen, wieder in der Schule zu sein“ und „weil ich es sage“ so geradeaus und naturnah wider, dass die Zuhörer ihr eigenes „Déjà-vu“ erleben, nickend und mit dem zugehörigen Grinsen goutierend.

„War super, ein tolles Angebot“, schwärmt eine Zuhörerin. „Gerade die Kleinkunst leidet nach Corona mehr, als dies von den Autoren, Bühnen und Künstlern erwartet worden wäre“, bestätigt und bedauert auch Klopfer.

Dabei gab es so vielfältige Geschichten auch an diesem Abend, die das Publikum amüsierten: sei es die mit Domestos gebleichten Jeans, die sich am Träger beim Discobesuch auflösen, dem Schweigen eines Freundes am Telefon, der sich gerade im siebentägigen Schweigeseminar nach der Trennung von Susanne befand, bis zur Netflix-Serie, ohne die die mehr oder weniger überzeichneten Protagonisten scheinbar nicht mehr leben könnten.

Klopfer wie Schwarz lieben die Bühne und lieben die Sprache. Jedes Mal aufs Neue sind sie gespannt, ob und wann die Szenen, die ausgedachten Pointen, die Zuhörer zum Lachen und Schmunzeln verführen. Und gelacht wurde viel und sehr gern.

Freudig erwartungsvolle Abendstimmung in der Limesbuchhandlung am vergangenen Freitag: Die Lesebühne, die fünftälteste in Deutschland, mit ihren Vertretern Ingo Klopfer und Volker Schwarz war wieder zu Gast in Welzheim. Beide Autoren lasen aus ihren „get shorties“- Kurzgeschichten in der bis auf den letzten Platz belegten Buchhandlung.

In schöner Regelmäßigkeit erscheint bereits seit 22 Jahren, fast jedes Jahr aufs Neue ein Büchlein mit Kurzgeschichten. Geschichten, die aus der Feder

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