Welzheim

Welzheim: Sauerstoff für den Aichstrutsee und ein mobiler Toilettenwagen

Sauerstoffzufuhr
Sauerstoffzufuhr am Aichstrutsee. © Markus Metzger

Die Stauseen uff em Wald waren in den vergangenen Tagen und Wochen ins öffentliche Interesse gerückt. Wassermangel an den Zuläufen und niedriger Sauerstoffgehalt machten den Verantwortlichen Sorgen. Unser Mitarbeiter hat zu Beginn der Schulferien bei der Stadt Welzheim nachgefragt, wie sich die Kommune auf die heiße Saison im Sommer vorbereitet hat und wie vermieden werden kann, dass das Freizeitparadies möglicherweise zum Baden geschlossen werden muss. Der Aichstruter Stausee hat sich in den letzten Jahren nicht für den Welzheimer Wald, sondern für die ganze Region zum Freibad und Freizeitzentrum entwickelt. Die Stadt Welzheim hat in enger Abstimmung mit dem Wasserverband Kocher-Lein, dem das Gewässer gehört, die Anlagen ausgebaut und viel für die Verbesserung der Wasserqualität getan. Uwe Lehar, Pressesprecher der Stadt, und Ralph Hägele, Leiter des städtischen Bauamts haben unsere Fragen beantwortet:

Wie bereitet sich Welzheim auf den Ansturm in den Ferien vor?

Security wird weiter bei schönem Wetter am See sein, um rund um den See zu kontrollieren, aber auch bei Bedarf das Parken auf dem Wiesenparkplatz zu koordinieren. Zusätzlich wird ein WC-Wagen aufgestellt und die Reinigungstour durch den Bauhof am Sonntagmorgen schließt den Aichstrutsee mit ein.

Was wird getan, dass der See wegen Wassermangels nicht umkippt?

Täglich werden die Wasserwerte geprüft, aktuell haben wir eine gute Wasserqualität. Um die Wasserqualität weiterhin im positiven Bereich zu haben, wird aktuell der See mit einem Belüfter zusätzlich mit Sauerstoff angereichert. Ordnungsamt und Bauamt haben auch Kontakt zum THW aufgenommen. Nach Bedarf soll entschieden werden, ob durch das THW am Wochenende der See zusätzlich mit Sauerstoff angereichert wird.

Zu manchen Zeiten steht keine Toilette zur Verfügung, was von vielen Besuchern bemängelt wird? Hat dies Auswirkungen auf die Wasserqualität?

Die Stadtverwaltung ist in Abstimmung mit dem Kioskbetreiber und dem Wasserverband Kocher-Lein gerade dabei, eine Lösung zu suchen, damit das WC am Kiosk früher und länger zur Verfügung steht.

Die Wasserqualität wird ja regelmäßig vom Gesundheitsamt untersucht. Es wurde bisher immer eine gute Wasserqualität bescheinigt.

Was wird getan, um diesen Mangel zu beheben?

Es wurde ein WC-Wagen beschafft, der an den Wochenenden bei schönem Wetter von 10 bis 17 Uhr geöffnet hat und auch betreut wird. Zwischenreinigung und das Nachfüllen von Verbrauchsmaterial ist dadurch gesichert. In den Sommerferien steht der Toilettenwagen bereits ab Freitagnachmittag zur Verfügung. An dem Thema erweiterte Öffnungszeiten am WC des Kiosks bleiben wir dran.

Die Stadt Welzheim ist weiterhin zur Lage und Entwicklung am Aichstruter Stausee in enger Abstimmung mit dem Hochwasserverband, für das Gewässersystem der Lein insgesamt, aber auch mit der Unteren Wasserbehörde im Landratsamt.

Hochwasserproblem im Leintal in den Griff bekommen

Das Hochwasserrückhaltebecken Aichstrut wurde im Jahr 1959 vom Wasserverband Kocher-Lein fertiggestellt und war ursprünglich als alles andere als eine Freizeiteinrichtung gedacht. Vielmehr hatte es sich der Verband zur Aufgabe gemacht, die Gemeinden am Unterlauf der Lein, also zum Beispiel Täferrot und Leinzell im Ostalbkreis, vor Hochwasser zu schützen, indem bei starken Regenfällen das Wasser der Lein am Oberlauf zunächst angestaut wird und später dann in verträglichen Mengen ins Bachbett abgeben wird.

Das Einzugsgebiet des Aichstrutsees ist 5,8 Quadratkilometer groß, der Dauerstauraum umfasst 80.000 Kubikmeter. Der Gesamtstauraum ist 715.000 Kubikmeter groß. Die Dauerstaufläche umfasst vier Hektar. Die Dammhöhe elf Meter.

„Nach den schlimmen Hochwasserereignissen im Leingebiet in den 50er-Jahren war klar, dass Abhilfe geschaffen werden musste“, so der amtierende Verbandsvorsteher Michael Segan. Bereits im Jahr 1957 wurde deshalb der Kocher-Lein-Verband gegründet. In den Jahren 1958 bis 1982 wurden die elf Hochwasserrückhaltebecken gebaut. Zahlen machen die enorme Speicherkapazität deutlich. Der Dauerstau beträgt 643.000 Kubikmeter; rund 14 Millionen Kubikmeter Gesamtstauraum stehen bei Hochwassergefahr zur Verfügung. Seit den 60er-Jahren hat die Überbauung im Einzugsgebiet der Lein um das Fünffache zugenommen. Das Wasser kann auf den versiegelten Flächen nicht mehr langsam versickern. Es fließt sofort ab. Die Hochwasser kommen schneller und stärker.

Der spürbare Klimawandel bringt laut Segan neue Herausforderungen. Um diese laufenden Gefahren zu begrenzen, werden alle Rückhaltebecken ständig überwacht. Der Aufstau und die Füllung werden rund um die Uhr kontrolliert und mittels einer Fernwirkanlage gesteuert. So kann das gesamte Leintal nahezu hochwasserfrei gehalten werden. Auch die Hochwasserspitzen des mittleren Kochers werden deutlich reduziert.

Die Stauseen uff em Wald waren in den vergangenen Tagen und Wochen ins öffentliche Interesse gerückt. Wassermangel an den Zuläufen und niedriger Sauerstoffgehalt machten den Verantwortlichen Sorgen. Unser Mitarbeiter hat zu Beginn der Schulferien bei der Stadt Welzheim nachgefragt, wie sich die Kommune auf die heiße Saison im Sommer vorbereitet hat und wie vermieden werden kann, dass das Freizeitparadies möglicherweise zum Baden geschlossen werden muss. Der Aichstruter Stausee hat sich in

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