Welzheim

Welzheim: Schwäbische Waldbahn ohne Dampf

Whisky-Train
Da geht einem das Herz auf: Die Schwäbische Waldbahn unter Dampf. © Gabriel Habermann

Die Whiskyfahrt im letzten Jahr kurz vor dem zweiten Lockdown war ein Renner und durfte trotz Corona noch durchgeführt werden. Doch bald danach war Schluss. Auch die Betreiber der Schwäbischen Waldbahn stöhnen unter den Coronavorschriften und hoffen bei der Vorbereitung auf die neue Saison auf weitere Lockerungen. Denn ein historischer Zug ohne Dampf dämpft die Stimmung beträchtlich.

Im vergangenen Jahr wurden Verluste eingefahren

Bert Hellwig, Zweiter Vorsitzender des Vereins DBK Historische Bahn mit Sitz in Crailsheim, der als Betreiber der Schwäbischen Waldbahn verantwortlich ist, hofft auf bessere Zeiten, um den Verlust aus dem Vorjahr ausgleichen zu können. Nur mit einer guten Saison in diesem Jahr lasse sich der Verlust aus 2020 auffangen. Das letzte Jahr war ein Jubiläumsjahr. Die Bahn fährt nämlich - wenn sie darf - seit zehn Jahren als historischer Zug mit Dampflok oder Dieselzug zwischen Schorndorf und Welzheim. Doch das große, bereits geplante Jubiläumsfest musste abgesagt werden.

Betrieb konnte erst Mitte Juni wieder aufgenommen werden

Bert Hellwig zieht auf Anfrage unseres Mitarbeiters Bilanz: Die Saison der Waldbahn war dadurch geprägt, dass zum einen der Betrieb erst am 14. Juni wieder aufgenommen werden konnte und auch die beliebten Nikolausfahrten nicht durchgeführt werden konnten. Dazu kam, dass ausgerechnet im Jahr 2020 durch Bauarbeiten des Zweckverbandes zwischen Schorndorf und Haubersbronn auch in den Sommerferien keine Fahrten möglich waren.

Erfreulicherweise waren die Fahrten, die durchgeführt wurden, gut besucht. Trotzdem konnten aufgrund von Corona und der Bauarbeiten nur halb so viele Fahrgäste wie in den Vorjahren befördert werden.

Im Jahr 2019, also vor dem Corona-Ausbruch, waren es noch rund 20 000 Fahrgäste gewesen.

"Hoffen alle auf einen planmäßigen Saisonstart"

Der Saisonstart der Schwäbischen Waldbahn ist für den 1. Mai geplant. „Hoffentlich hat sich bis dorthin das Infektionsgeschehen so weit beruhigt, dass Fahrten wieder möglich sind", so Bert Hellwig. Das Hygienekonzept der Schwäbischen Waldbahn hat sich nach seinen Worten im letzten Jahr bewährt. Durch die Online-Buchungen und die namentliche Erfassung wäre auch eine Nachverfolgung möglich gewesen. Es gab jedoch im ganzen letzten Jahr keine gemeldete Corona-Infektion in den Zügen.

Hellwig ist deshalb optimistisch: „Daher hoffen alle auf einen planmäßigen Saisonstart und einen planmäßigen Fahrbetrieb bis Oktober.“

Einige Sonder- und Eventfahren für dieses Jahr bereits geplant

Auch für dieses Jahr sind wieder einige Sonder- und Eventfahrten geplant. Den Mord im Schlemmerexpress gibt es nun gleich viermal, der Schlemmerexpress mit Paula und Marie findet zweimal statt, ebenso wie der im letzten Jahr neu gestartete Gin & Weg.

Wie gewohnt soll am 3. Oktober der Whisky-Train stattfinden und Sonderfahrten ab Crailsheim am 1. Mai und ab Stuttgart am 2. Mai sind auch geplant, erläutert Bert Hellwig das Jahresprogramm.

Neu im Angebot: Waldbahn mit Themenwanderungen

Im Jahr 2021 neu dazukommen wird die Waldbahn „Wanderbar“. Diese geführten, thematischen Wanderungen mit den Naturparkführern in Kombination mit dem Dieselzug der Schwäbischen Waldbahn gibt es einmal pro Monat während der Saison. Von jetzt an bis Ostern wird bei Gutscheinbestellungen wieder eine schöne Gutscheinkarte zum Verschenken zugesandt. Informationen zu allen Fahrten gibt es unter www.schwaebische-waldbahn.de und unter www.dbkev.de

Der Verein DBK Historische Bahn betreibt den historischen Zug der Schwäbischen Waldbahn und finanziert die Unterhaltung der historischen Fahrzeuge sowie die Kosten der Fahrten durch die Fahrgeldeinnahmen. Die fehlenden Fahrgäste in 2020 haben daher natürlich auch ein großes finanzielles Loch in die Kasse des Vereins gerissen. Da der Verein die Fahrten komplett ehrenamtlich betreibt, sind diesbezüglich zumindest keine so hohen Fixkosten angefallen.

Nur wenige Fahrkarten wurden zurückgegeben

„Sehr erfreulich war auch, dass die meisten Fahrgäste, die bereits Fahrten gebucht hatten, die dann abgesagt werden mussten, auf eine Rückzahlung des Fahrpreises verzichtet und stattdessen Gutscheine für diesjährige Fahrten akzeptiert haben“, freut sich das Vorstandsmitglied. „Hierfür bedanken sich die DBK und die Stadt Welzheim ganz herzlich für die Unterstützung.“ Alle Beteiligten hoffen, dass die diesjährige Fahrsaison so erfolgreich wird wie in den Jahren vor Corona und wieder zahlreiche Fahrgäste in der Schwäbischen Waldbahn begrüßt werden können. Dann wäre der Verein in der Lage, die finanziellen Einbußen zu verkraften, und der Betrieb der Waldbahn wäre für die kommenden Jahre gesichert.

"Sommerfrischler" reisten aus Stuttgart an und genossen die Champagnerluft

Auch in diesem Jahr gibt es ein Jubiläum zu feiern. 110 Jahre Bahnanschluss. Im November 1911 hatte Welzheim als letzte württembergische Oberamtsstadt den Anschluss an das Eisenbahnnetz erhalten. Eine der steilsten, 23 Kilometer lange Bahnstrecken im Ländle schlängelt sich seitdem von Schorndorf im Remstal hoch hinauf auf den Welzheimer Wald.

Die Bahn entwickelte sich so gut, dass die Züge am Wochenende überfüllt waren und junge Leute auf den Wagendächern Platz nehmen mussten. Die „Sommerfrischler“ reisten aus Stuttgart an, um die viel gepriesene Champagnerluft im Luftkurort Welzheim zu genießen.

Die Whiskyfahrt im letzten Jahr kurz vor dem zweiten Lockdown war ein Renner und durfte trotz Corona noch durchgeführt werden. Doch bald danach war Schluss. Auch die Betreiber der Schwäbischen Waldbahn stöhnen unter den Coronavorschriften und hoffen bei der Vorbereitung auf die neue Saison auf weitere Lockerungen. Denn ein historischer Zug ohne Dampf dämpft die Stimmung beträchtlich.

Im vergangenen Jahr wurden Verluste eingefahren

Bert Hellwig, Zweiter Vorsitzender des

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