Welzheim

Welzheim: Was hat sich auf städtischen Grünflächen die letzten Jahre verändert?

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Stadtgärtner Gerhard Rupp-Grau erläutert die Bemühungen der Stadtgärtnerei für eine naturnahe Gestaltung. © Gaby Schneider

Innerstädtisches Grün ist wichtig, nicht nur in Großstädten. Seit fünf Jahren hat sich die Welzheimer Stadtgärtnerei auf die Fahnen geschrieben, die Flächen für Mensch und Natur attraktiver zu gestalten. Angefangen wurde 2017 mit einer Blumeneinsaat auf öffentlichen Grünflächen, die zwar größtenteils schön aufgeblüht ist, sich aber auf Dauer nicht halten konnte. Mittlerweile setzt Stadtgärtner Gerhard Rupp-Grau deshalb verstärkt auf Stauden, die sich besser in den Beeten unter den Bäumen behaupten können. Am Stadteingang aus Richtung Breitenfürst ist schon manches für die Kleinlebewesen und die Insektenwelt entstanden, das sich inzwischen bewährt hat. Totholzhaufen zum Beispiel oder ein großes Insektenhotel.

Insektenhäuser bieten nützlichen Tieren wie Marienkäfern, Schmetterlingen, Florfliegen und anderen Garten-Nützlingen auch eine Überwinterungshilfe. Deshalb ist die Anbringung eines Insektenhotels auch in den Wintermonaten sinnvoll.

Viel Leben entsteht in den Totholzhäufen

Insekten, Amphibien, Reptilien, Spinnen, aber auch Vögel, Fledermäuse, Igel, Haselmäuse und andere Tiere profitieren vom Totholz. Dabei gilt: Je dicker das Totholz, umso besser ist es als Lebensraum geeignet und umso mehr Nahrung ist zu finden. Vor allem Totholz, das von der Sonne beschienen wird, und stehendes Totholz sind artenreich. Hier tummeln sich im Sommer zahlreiche Insekten wie die blaue Holzbiene, aber auch Eidechsen und andere wärmeliebende Arten.

Nicht nur in warmen Sommern ist Totholz Lebensraum, auch im Winter halten sich hier viele Tiere auf. Sie überwintern sicher im Schutz des Geästs am Boden, in Käferbohrlöchern, unter der Rinde und anderen Hohlräumen. Ein bekannter Wintergast ist der Igel. Aber auch Kröten und manche Insekten überwintern in einem Totholzhaufen. Leider verschwand dieser Lebensraum in den vergangenen Jahren immer mehr. Gärten und Parks wurden immer aufgeräumter.

Wer in seinem Garten zum Erhalt einer Vielzahl verschiedener Arten wie Igeln, Zitronenfaltern, Florfliegen, Kröten, Eidechsen, Vögeln oder Marienkäfern beitragen möchte, ist mit einem Totholzhaufen dabei. (Quelle: Nabu).

Vor einigen Wochen wurden im Welzheimer Stadtpark an der Schorndorfer Straße drei große Bäume gefällt. Dabei handelte es sich um drei Eichen, die durch die Trockenheit in den Vorjahren durch die Klimaerwärmung von einem Pilz befallen worden waren. Eine Ersatzbepflanzung ist geplant, die allerdings in eine Planung für eine Neugestaltung des Stadtparks einfließen soll. Angedacht ist zum Beispiel, mehr Blumenwiesen anzulegen und ein Areal als Liegewiese zu gestalten. So eine Blumenwiese ist zum Beispiel bereits am südlichen Stadteingang zu sehen, die demnächst im März wieder zurückgeschnitten wird. So eine Blumenwiese wird, so Stadtgärtner Gerhard Rupp-Grau, in der Regel einmal im Jahr und bei starkem Wachstum zweimal im Jahr geschnitten. Dabei kommt es vor allem auf die Witterung an.

Ebenfalls auf diesem Areal zu sehen ist eine Kräuterschnecke, die die Stadtgärtnerei selbst auf Bruchsteinen aufgeschichtet hat. Dort wächst in der warmen Jahreszeit zum Beispiel Oregano und Lavendel.

Die Kräuterspirale oder Kräuterschnecke ist ein dreidimensionales Beet, in dem Küchenkräuter angebaut werden. Durch ihren Aufbau können auf kleinstem Raum die Standortansprüche von Pflanzen aus verschiedenen Klimazonen erfüllt werden. Von einer Kräuterschnecke profitieren nicht nur die Köche, sondern auch die Insekten.

„Die Bürgerinnen und Bürger bewerten unsere Aktivitäten für die naturnahe Gestaltung der öffentlichen Grünflächen sehr positiv“, freut sich Stadtgärtner Rupp-Grau. Allerdings wird manchmal nachgefragt, weil eine Blumenwiese am Stadtrand nicht so schön blüht wie im eigenen Garten. Die Stadtgärtnerei hat mit einer Abmagerung des Bodens die Voraussetzungen geschaffen und überlässt aber nach der Einsaat der Natur die weitere Entwicklung der Flächen.

Innerstädtisches Grün ist wichtig, nicht nur in Großstädten. Seit fünf Jahren hat sich die Welzheimer Stadtgärtnerei auf die Fahnen geschrieben, die Flächen für Mensch und Natur attraktiver zu gestalten. Angefangen wurde 2017 mit einer Blumeneinsaat auf öffentlichen Grünflächen, die zwar größtenteils schön aufgeblüht ist, sich aber auf Dauer nicht halten konnte. Mittlerweile setzt Stadtgärtner Gerhard Rupp-Grau deshalb verstärkt auf Stauden, die sich besser in den Beeten unter den Bäumen

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