Welzheim

Welzheimer Biergarten und Alfdorfer Golfclub-Restaurant: Aufatmen nach langer Corona-Zwangspause

HaghofOffen
Benjamin Rosenkranz hat am Montag erste Gäste in seinem Restaurant im Golfclub Haghof empfangen. © Ralph Steinemann Pressefoto

Es werden ein paar Tage ins Land gehen, bis sich die Abläufe eingespielt haben, davon sei auszugehen, sagen Welzheimer Wirte. Sie sind auf ein Arbeiten unter Auflagen vorbereitet und freuen sich trotz aller Maßnahmen auf Gastlichkeit und darauf, endlich wieder den Beruf ausüben zu dürfen.

„Ich kann es noch gar nicht recht glauben“, sagt Benjamin Rosenkranz, Geschäftsführer vom Restaurant am Golfplatz Haghof (GLC). Seit gestern sind die 200 Plätze auf Terrasse und im Restaurant für Gäste freigegeben – natürlich unter allen gültigen Auflagen. Nach sieben Monaten Zwangspause schaukele die Stimmung zwischen Aufatmen, dass es endlich weitergeht, und erhöhter Aufmerksamkeit, dass alle Regeln eingehalten werden. Im Haghof tritt jeder Gast zur Sichtprüfung der „GGG-Nachweise“ an einem Stehtisch vor dem Haupteingang an.

Jeder Tisch hat einen eigenen QR-Code

Rosenkranz hat die Problematik, dass Golfspieler vom Platz aus direkt auf die nach allen Seiten offene Terrasse zusteuern, mit einer gelben Kordel - das Golfsignal für Strafstöße - gelöst. „Wir hoffen, dass dies den Effekt hat, dass niemand drübersteigt, sondern sich alle daran halten: Ein Eingang, dort steht das Desk, dort wird man von unseren Mitarbeitern an den Tisch gebracht.“

Die Kontaktnachverfolgung erfolgt über die 2020 eingeführte digitale Speisekarte. Jeder Tisch hat einen eigenen QR-Code bekommen. Nach dem Scannen öffnet sich ein Kontaktformular. Erst nach dem Ausfüllen ist die Speisekarte als PDF-Datei verfügbar. Papierspeisekarten sind passé. Offline-Gäste, die kein Handy nutzen oder dabeihaben, bekommen iPads zur Verfügung gestellt und auf Wunsch auch Hilfe beim Bestellen.

Wenige Tage vor der Öffnung habe er sich gefühlt wie in einer Achterbahn – „und das als jemand, der Phobien vor Achterbahnfahrten hat“. Er habe früher mit dem „Go“ für die Gastronomie gerechnet, schon zwei Dienstpläne habe er geschrieben und wieder gelöscht. Als der Öffnungstermin konkret wurde, habe er „auf gut Glück“ im Voraus Ware bestellt. „Alle Soßen und Sorbets mussten ja angesetzt und vorproduziert werden.“

„Die Mühen haben sich ausbezahlt“, sagt Benjamin Rosenkranz

Endlich könne er mal einen Strich unter die Pflicht für „to go“, Fensterverkauf und Kochboxen machen. Essen für Selbstabholer gebe es weiterhin, aber: „Es ist sehr schön, wieder ein fein eingedecktes Restaurant vor sich zu haben und dass es ein Ort der Gastlichkeit ist, auch mit allen Regeln und Mehraufwand für uns.“ Der Bammel vor der „Achterbahnfahrt“ sei einer „Erleichterung“ gewichen: „Die Mühen haben sich ausbezahlt, wir hatten viele sehr freundliche Gäste auf der Terrasse, sie sind sehr glücklich, dass sie das wieder genießen können“, gibt er ein erstes Stimmungsbild.

Was ist es für ein Gefühl, den Beruf wieder ausüben zu dürfen? „Es ist wie Fahrradfahren. Gott sei Dank ist alles schnell wieder drin.“ Sein Team sei fast vollzählig geblieben und gebe gerade alles. „Jede Krankenkasse würde nach sieben Monaten Krankheitsausfall eine Eingliederung machen, die Leute in der Gastro müssen auf einen Fingerschnipp wieder funktionieren, aber wir tun es gerne.“

Thomas Linzmair, Pächter vom Biergarten Tannwald, ist Stunden vor der lange ersehnten Öffnung um 17 Uhr „alle fünf Minuten“ am Telefon, wie er sagt: „Viele Anrufer, die fragen, ,was brauchen wir und macht ihr wirklich auf'?“ Ja, er hatte gestern „wirklich“ auf, auch wenn es sich noch etwas unwirklich anfühle. „Wir wissen noch gar nicht, wie alles funktioniert, momentan ist alles sehr theoretisch“, meint er bezogen aufs Regelwerk. Der Gast muss an einem Tisch vorbei und den entsprechenden Nachweis zeigen. Nach Passieren des „Check-in-Schalters“ erhält er einen Armbändel, damit das Personal die Zugelassenen erkennen kann. Keine graue „Theorie“ ist am Starttag das Wetter: Die sonnenhungrigen Gäste lassen sich bei idealem Biergarten-Wetter nicht zweimal bitten, auf das Stück „Normalität“ haben sie lange gewartet.

Es werden ein paar Tage ins Land gehen, bis sich die Abläufe eingespielt haben, davon sei auszugehen, sagen Welzheimer Wirte. Sie sind auf ein Arbeiten unter Auflagen vorbereitet und freuen sich trotz aller Maßnahmen auf Gastlichkeit und darauf, endlich wieder den Beruf ausüben zu dürfen.

„Ich kann es noch gar nicht recht glauben“, sagt Benjamin Rosenkranz, Geschäftsführer vom Restaurant am Golfplatz Haghof (GLC). Seit gestern sind die 200 Plätze auf Terrasse und im Restaurant für

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