Welzheim

Welzheimer Frühling: Startschuss und wichtiges Signal für innerstädtischen Handel

Welzheimer Frühling 1
Der Welzheimer Frühling lockte am Sonntag zahlreiche Menschen aus der näheren und weiteren Umgebung in die Welzheimer Innenstadt. © Markus Metzger

Weder durch die nach wie vor grassierende Corona-Pandemie noch durch Kriegsangst, und schon gar nicht durch scharfen Wind, grauen Himmel und fast winterliche Temperaturen haben sich die Welzheimer davon abhalten lassen, am Sonntag ihren Welzheimer Frühling zu genießen.

Ganz offensichtlich hatten sie die Wintersachen noch nicht weggeräumt und eingemottet, so dass bereits bei Verkaufsbeginn um 11 Uhr eine recht erkleckliche Anzahl von Spaziergängern, eingemummelt in dicke Jacken, warme Mützen und feste Schuhe die Wilhelmstraße rauf und runter sowie rund um die Sankt-Gallus-Kirche flanierte, von Verkaufsstand zu Verkaufsstand und von Schaufenster zu Schaufenster der Geschäfte, die ab 13 Uhr für Neugierige und Kaufinteressierte ihre Türen geöffnet hatten. Man hätte schon aus Stein sein müssen, um sich in der die Sinne betörenden Vielfalt an Waren, Farben und Gerüchen nicht zu verlieren.

Durch die Ausrichtung auf eine reine Verkaufsveranstaltung habe sich aus Sicht der veranstaltenden Stadtverwaltung auch nicht die Frage einer Absage gestellt, erläuterte Bürgermeister Thomas Bernlöhr. Dies wäre bei einem ausgelassenen Bühnenprogramm Thema geworden. „Der Welzheimer Frühling ist vielmehr ein wichtiger Startschuss in den Frühling und ein wichtiges Signal insbesondere des innerstädtischen Handels, der sich freut, viele Gäste und Kunden begrüßen zu können.“

Startschuss für die Welzheimer Geschäfte in ein hoffentlich gutes Jahr 2022

Diese Freude teilte der Handel ganz offensichtlich mit seiner Kundschaft und den Welzheimern vor und hinter den Verkaufstheken. „Endlich wieder raus, unter die Leute, den Menschen ohne Angst und ohne Maske gegenübertreten“, fasste ein älteres Ehepaar seine Gefühlslage vor dem Stand der „Wild Crocodiles Welzheim“ zusammen. Bei dem offiziellen Fanclub des VfB Stuttgart gab es nicht nur Kuchen, Torten, Spanferkel im Brötchen und diverse Getränke, darunter auch Glühwein, Punsch und Hochprozentiges. Gratis dazu wurde stets auch eine ordentliche Portion gute Laune gereicht. Der Verein verfüge über 45 Mitglieder, die an diesem Tag alle im Einsatz seien, war zu erfahren, entweder im Zweischichtbetrieb am Stand, oder beim Auf- und Abbau. Fast vis-à-vis der „Wild Crocodiles“ bemühte sich die Klasse 5a der Kastell-Realschule mit dem Verkauf frisch zubereiteter Waffeln ihre Klassenkasse „für gemeinsame Ausflüge und Aktionen“ aufzubessern, war von Matthias Wütherich zu erfahren, der mit Rat und Tat beiseitestand. Dies sei Ehrensache, erklärte er, schließlich gingen seine zwei Töchter in diese Klasse. Auf dem Verkaufstisch, erklärte er weiter, hätten die Kinder eine Spendenbox für die Opfer des Kriegs in der Ukraine aufgestellt, zur Unterstützung einer Sammelaktion der Klasse in der Schule.

Nach zwei Jahren Pandemiepause finde der 19. Welzheimer Frühling am Sonntag, 3. April wieder statt, betonte Bürgermeister Thomas Bernlöhr. Da zum Zeitpunkt der Organisation nicht klar gewesen sei, welche Corona-Regelungen zum Zeitpunkt der Veranstaltung gelten würden, sei er als reine Verkaufsveranstaltung geplant worden und würde auch so durchgeführt. Das bedeute kein Bühnenprogramm und keine Sitzmöglichkeiten. Essen und Trinken gebe es deshalb nur To-Go.

Sonnenschein sorgt am Nachmittag für großen Besucherandrang

Das angekündigte Wetter mit den kalten Temperaturen lade ja nun sowieso nicht zum Verweilen auf Bierbänken ein. Rund 60 Stände und Ladengeschäfte beteiligten sich dieses Mal am Welzheimer Frühling. Die Dienstagsradler seien froh, die beliebte Fahrradbörse wieder durchführen zu können. „Viele Helfer sind notwendig, um die Fahrradbörse abwickeln zu können und viele hoffen darauf, dort ein neues Fahrrad zu finden.“

Ihm gehe es darum, sein altes Fahrrad loszuwerden, erklärte ein junger Mann beim Flanieren zwischen den Reihen der präsentierten Drahtesel. Er habe mehr als ein Jahr auf seine neue ultraleichte „Maschine“ warten müssen, die Lieferzeiten der Hersteller seien nach wie vor „unmenschlich“. Er selbst fahre mehrere Tausend Kilometer im Jahr. Im Sinne von Nachhaltigkeit sei er froh, dass er hier die Möglichkeit habe, sein nun „übriges, aber noch voll in Schuss befindliches“ Rad weiterzugeben und zu einer „quasi Kreislaufwirtschaft“ beizutragen, von der letztendlich alle Beteiligten profitierten.

Das Wohl der kleinsten Festbesucher hatte auch an diesem Tag der Tagesmütterverein Welzheimer Wald im Auge. Sie konnten dort für Ostern ihre eigene Eierschachtel ganz individuell gestalten, während sich Mama und Papa bei Fachberaterin Susanne Bader über den Verein und dessen Ziele informierten. Tageseltern, so Bader, fehlten gerade in der augenblicklichen Situation mehr denn je. Der Personalmangel in den Kinderbetreuungseinrichtungen führe dazu, dass die hilfesuchenden Eltern sich vermehrt an den Verein wenden würden, der wiederum für sein qualitativ hochwertiges Betreuungsangebot bekannt sei.

Ein paar wenige Standbetreiber sind ohne Absage nicht gekommen – warum?

Für Pressesprecher Uwe Lehar von der Stadt Welzheim war der Welzheimer Frühling ein guter Auftakt in eine neue Saison. Schade sei jedoch, „dass ein paar wenige Standbetreiber einfach nicht gekommen sind“, so Lehar. Daher gab es ein paar Lücken in der Innenstadt, doch diese wurden von den Besuchern gefüllt, um vor allem bei Kaffee, Kuchen, oder einer Bratwurst zu plaudern. Die Maskenpflicht gibt es nicht mehr, und es war auch im Freien keiner mehr mit einer Maske zu sehen. In den Geschäften sah es dagegen anders aus. Die meisten Menschen ziehen im Inneren bisher noch Masken auf, um sich und andere vor dem Coronavirus zu schützen. Nur ein paar wenige Kunden setzten am Sonntag keine Masken mehr auf im Inneren der Geschäfte. „Wir haben uns zwei Jahre lang mit der Maske geschützt, das werden wir auch weiterhin in Innenräumen tun“, so der O-Ton vieler Kunden.

Weder durch die nach wie vor grassierende Corona-Pandemie noch durch Kriegsangst, und schon gar nicht durch scharfen Wind, grauen Himmel und fast winterliche Temperaturen haben sich die Welzheimer davon abhalten lassen, am Sonntag ihren Welzheimer Frühling zu genießen.

Ganz offensichtlich hatten sie die Wintersachen noch nicht weggeräumt und eingemottet, so dass bereits bei Verkaufsbeginn um 11 Uhr eine recht erkleckliche Anzahl von Spaziergängern, eingemummelt in dicke Jacken, warme

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