Welzheim

Wer ist Anja Jantschik, die Krimi-Autorin aus dem Welzheimer Wald?

Anja
Autorin Anja Jantschik geht mit ihrem Border Collie Whisky gerne im Schwäbischen Wald spazieren. © privat

Im Sommer 2020, mitten in der Pandemie, erschien der letzte Krimi von Anja Jantschik mit dem Titel „Klopfzeichen“. Und schon wieder ist Neues von der erfolgreichen Krimi-Autorin und Journalistin aus dem Welzheimer Wald zu hören: Unter dem Arbeitstitel „Das Schweigen der Frauen“ entsteht derzeit das zehnte Buch, natürlich wieder mit einer Leiche und viel Lokalkolorit. Ein echter „Jantschik“ eben, der im Lauf des Jahres 2021 im Einhorn-Verlag in Schwäbisch Gmünd erscheinen soll. Doch wie wird man Krimi-Autorin?

Auf der Suche nach einer Antwort auf diese Frage wird der Suchende in der Biografie der heute 50-jährigen Frau fündig, die wieder in ihrem Geburtsort Mutlangen, knapp an der Grenze zum Rems-Murr-Kreis, mit ihrem zweiten Ehemann lebt.

Oma kaufte eine Reihe von Agatha Christie

Schon als Kind hat Anja gerne Krimis gelesen, wobei ihre Oma sie unterstützte und ihr eine Reihe von Agatha Christie schenkte. Doch die Mutter hielt nichts von einer Karriere der Tochter als Krimiautorin und schickte sie nach der Mittleren Reife an der Schiller-Realschule in Schwäbisch Gmünd zu einer kaufmännischen Ausbildung zur Firma Horten, die es damals noch in der Ledergasse gab. Doch ihr Interesse am Schreiben wurde nach ersten Anfängen als Schülerzeitungsredakteurin an der Realschule nicht weniger, eher im Gegenteil. Über ihren früheren Deutsch-Lehrer Helmut Bredl, der nebenberuflich als freier Journalist für die Rems-Zeitung arbeitete, kam sie Anfang der 90er Jahre zu einer der örtlichen Zeitungen und wurde als freie Mitarbeiterin gleich ins Wasser geworfen, nach dem Motto: Schwimm oder geh unter.

Ja, so hart konnte es früher manchmal in den Redaktionen zugehen. Doch sie hatte auch Förderer unter den Kollegen, die die Neueinsteigerin in den Anfangsjahren unterstützten. Ihr erster Termin war am 1. Januar 1993 der Neujahrsgottesdienst auf dem Kalten Feld, wo Anja Jantschik nicht nur mit Kugelschreiber und Notizblock anrückte, sondern eine damals noch sehr schwere Digitalkamera im Gepäck hatte, die sie den Berg hinaufschleppen musste. „Du bist mei Mädle“, hat der inzwischen verstorbene Verleger Meinrad Sigg immer zu ihr gesagt. Doch der Zuspruch und die Erwartungen waren auch mit manchen Tränen verbunden. „Das war eine harte Schule“, sagt Anja Jantschik heute. Eine Schule, bei der sie viel gelernt hat. Und noch heute pflegt sie alte Freundschaften zu den Kollegen der Rems-Zeitung, die natürlich 1996 nicht gerade glücklich waren, als die Journalistin zu der Konkurrenzzeitung in der Stadt, der Gmünder Tagespost wechselte. Durch die familiären Verhältnisse zu Hause mit einem kranken Ehemann und Sohn Ingo Leopold, der 1992 geboren wurde, brauchte die junge Mutter mehr Zeit für die Erziehung. Das Lieblingsressort der Kollegin, die mittlerweile auch als freie Mitarbeiterin für die Welzheimer Zeitung regelmäßig aktiv ist, ist die Kommunalpolitik, und sie schreibt mit Leidenschaft Reportagen.

Freund kam bei Verkehrsunfall in Namibia ums Leben

Vor 15 Jahren kam dann der Impuls, sich selber ans Krimi-Schreiben zu wagen. Zurück geht dies auf eine alte Freundschaft mit einem Kollegen von der Südwest-Presse in Ulm. Ihr bester Freund war bei einem Urlaub in Namibia bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Er hatte immer die Schreibbegabung und den Witz von Anja Jantschik gelobt. „Das war für mich wie ein Vermächtnis, mit dem Buchschreiben anzufangen.“ Heraus kam dabei ihr erstes Werk mit dem Titel „Zwischen den Zeilen.“

Im Mittelpunkt aller Werke steht Ira, eine freie Journalistin, die unfehlbar auch einige Parallelen zur Autorin hat. Ein altes Häuschen in Heckenbach, irgendwo im Schwäbischen Wald, wird zur Heimat von Ira. Als freie Mitarbeiterin lokaler Zeitungen genießt sie ihre Freiheit, frönt ihrer chaotischen Ader, stürzt sich ins Landleben und stolpert dabei über eine Leiche. Ihre scheinbar idyllische Welt auf dem Land bricht zusammen. Als auch noch eine zweite Leiche auftaucht, scheint Ira die Einzige zu sein, die die beiden Morde in Verbindung zueinander bringt. Frustriert von den schleppenden Ermittlungen durch die Polizei macht sie sich selbst auf die Mörderjagd. Ihre eigenen Recherchen führen sie in die höheren Kreise der Provinzgesellschaft, wo ihr mancher Bürgermeister, Vereinsvorsitzender und Chorleiter von Haus aus verdächtig vorkommt.

Alle Krimis von Anja Jantschik sind angefüllt mit viel Lokalkolorit, viele erkennen sich wieder, aber keiner der Promis wird dabei verletzt. Hinzu kommen Witz, Charme und Spannung. Eine oder mehrere Leichen sind immer dabei und es fließt auch reichlich Blut. Schließlich handelt es sich ja um Krimis. Und die Mentalität der Menschen im Schwabenland wird ebenso deutlich aufgegriffen. Alsbald folgen weitere Werke der erfolgreichen Autorin – 2007: „Blauäugig!“; 2008: „Naturtod“; 2010: „Im Schatten des Einhorns; 2012: „Blutgarn“; 2014: „Mordtrieb“; 2015: „Remsmord“; 2019: „Mordschau“ und 2020: „Klopfzeichen“. In „Klopfzeichen“ gerät Ira selbst in Gefahr: Ein mysteriöser Verfolger sorgt für Angst und Schrecken – zumindest bei Iras Lebensgefährten Kommissar Peter Brand und seinen Kollegen, die sich ernsthafte Sorgen um die Journalistin machen. Die jedoch widmet sich mit Hingabe ihrer neuen Aufgabe: der Biografie eines Barons. Mit ihrer unerschrockenen Art treibt sie ihren Lebensgefährten schier in den Wahnsinn, der verzweifelt versucht, sie zu beschützen.

Ira mit ihrer Freundin auf der Suche nach einem Hochzeitskleid

Alle Krimis enden zwar nicht für die Verbrecher gut, dafür für die anderen Beteiligten. In „Klopfzeichen“ verspricht Ira endlich ihrem Lebengefährten, dem Herr Kommissar die Heirat, denn er hat schon unzählige Heiratsanträge gemacht, bislang vergeblich. Hier setzt der neue Krimi von Anja Jantschik an: Zusammen mit einer alten Freundin, die sich nach vielen Jahren aus Berlin gemeldet hatte, wird das passende Hochzeitskleid gesucht und das richtige Schuhwerk dazu. Wer Ira kennt, weiß, dass dies kein leichtes Unterfangen wird. „Das Schweigen der Frauen“ soll gesellschaftskritisch werden und insbesondere mit der High Society geht die Autorin ins Gericht. Mehr wird nicht verraten, es soll schließlich spannend bleiben.

Im Sommer 2020, mitten in der Pandemie, erschien der letzte Krimi von Anja Jantschik mit dem Titel „Klopfzeichen“. Und schon wieder ist Neues von der erfolgreichen Krimi-Autorin und Journalistin aus dem Welzheimer Wald zu hören: Unter dem Arbeitstitel „Das Schweigen der Frauen“ entsteht derzeit das zehnte Buch, natürlich wieder mit einer Leiche und viel Lokalkolorit. Ein echter „Jantschik“ eben, der im Lauf des Jahres 2021 im Einhorn-Verlag in Schwäbisch Gmünd erscheinen soll. Doch wie wird

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