Winnenden

108 neue Wohnungen und 21 neue Reihenhäuser

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Symbolbild. © ZVW/Danny Galm

Winnenden. Das Schelmenholz wächst weiter. Bald werden an der Forststraße vier Punkthäuser mit sieben bis acht Stockwerken errichtet, die insgesamt 108 Wohnungen haben werden. Dahinter Richtung Süden werden 21 Reihenhäuser gebaut. Am Dienstag stimmte der Gemeinderat mit großer Mehrheit dem Einstieg ins Bebauungsplanverfahren zu.

Die Grundstücke für das 2,1 Hektar große neue Wohngebiet sind schon aufgeteilt: Projektbau Pfleiderer und die Baugenossenschaft Winnenden werden Mehrfamilienhäuser bauen. Reiner Class wird 19 Reihenhäuser und ein Doppelhaus bauen. Durch Nachfragen der neuen FWV-Stadträtin Leonie König wurden genaue Parkplatzzahlen bekannt: Pro Wohneinheit in den Mehrfamilienhäusern sollen 1,3 bis 1,4 Parkplätze geschaffen werden. Die meisten von ihnen werden in Tiefgaragen unter der Erde verschwinden. Zu jedem Reihenhaus sollen zwei Stellplätze gebaut werden, erklärte Markus Schlecht, der Leiter des Stadtentwicklungsamts.

Auf dem Gelände reift zurzeit der Weizen. Es ist eine Agrarfläche, die das Schelmenholz von der Kernstadt trennt. Nun wachsen die Stadtteile zusammen, und das Schelmenholz liegt bald ganz nah am Kreisklinikum.

Gemeinderäte akzeptieren die hohen Gebäude im Norden

„Dass die hohen Gebäude im nördlichen Bereich liegen, gefällt mir sehr gut“, meinte Thomas Traub (CDU) am Dienstag in der Gemeinderatssitzung. Uwe Voral (SPD), der vor wenigen Jahren gegen ein siebenstöckiges Punkthaus am Eingang zum Schiefersee argumentiert hatte, sieht die Häuser an der Forststraße positiv: „Hier im Zusammenspiel mit den bestehenden Hochhäusern halte ich den Entwurf für gelungen.“

Mitten im Gebiet, genau zwischen den Punkthäusern und den Reihenhäusern, haben die Planer eine Grünfuge eingelegt. Die hohen Mehrfamilienhäuser werden im Grundriss keine exakten rechten Winkel haben und unterschiedliche Seitenlängen.

Nach Sozialwohnungen fragte Thomas Traub. Die Stadt wird eines der vier Punkthäuser bauen oder bauen lassen, und zwar jenes beim Kreisel, das mit einer neuen Kita zusammen gebaut wird. Im Augenblick verhandelt die Stadt mit Projektbau Pfleiderer und der Baugenossenschaft Winnenden darüber, wie sich die Bauträger der Mehrfamilienhäuser am Sozialen Wohnen beteiligen und zu welchen Bedingungen die Stadt das 4600 Quadratmeter große Grundstück bekommt, so Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth. Wie berichtet, hat der alte Gemeinderat vor wenigen Monaten ein Handlungskonzept Soziales Wohnen beschlossen, das Bauherren von großen Mehrfamilienhäusern verpflichtet, einige Sozialwohnungen zu bauen oder einen Ausgleich zu bezahlen. Im Neubaugebiet Körnle II soll dies Wirklichkeit werden, auch wenn die Details momentan noch nicht geklärt sind.

Benz: „Den Fuß vom Gas nehmen beim Bauen im Schelmenholz“

Für das Neubaugebiet stimmte FDP-Stadtrat Robin Benz – allerdings erinnerte er an andere Neubauten und Verdichtungen und warnte: „Ich bitte darum, dass wir in den nächsten fünf Jahren den Fuß vom Gas nehmen beim Bauen im Schelmenholz.“ Skeptisch ist die neue ALi-Stadträtin Rahel Dangel: „Es ist zu brachial. Fürs Schelmenholz ist es noch mal eine Häuserschlucht.“

Öffentliche Info-Veranstaltung der Stadt zum Bebauungsplan am Freitag, 26. Juli, um 19 Uhr im Haus im Schelmenholz.


Noch mehr Wohnraum

Der Gemeinderat fällte am Dienstabend in aller Eile einige weitere Entscheidungen über Baugebiete.

Im Neubaugebiet Adelsbach darf dichter gebaut werden als bisher geplant. Dafür hat der Gemeinderat den Bebauungsplan geändert, hat die Geschossflächenzahl und die Grundflächenzahl erhöht auf 0,7 und 0,35. Gleichzeitig wurden Carports genau definiert: Sie dürfen nur an zwei Seiten geschlossene Wände haben. Beides wurde mit knapper Mehrheit beschlossen.

Am Eichendorffweg möchte die Baugenossenschaft Winnenden ihre bestehenden Wohngebäude abreißen und durch neue ersetzen. Dafür bereitet die Stadt einen neuen Bebauungsplan vor, der drei große Mehrfamilienhäuser zulässt, die dann direkt ans neue Wohngebiet Nature 8 angrenzen.

Wenn keine gravierenden Einsprüche kommen, werden in Birkmannsweiler in dem Gebiet um den Ortseingang von Winnenden her 229 Wohneinheiten entstehen.

Für ein Wohnheim an der der Hofkammerstraße in Birkmannsweiler betreibt die Stadt das Bebauungsplanverfahren. Mit großer Mehrheit begrüßt der Gemeinderat den Entwurf, der ein bis zwei Wohnhäuser mit zwei Stockwerken, Flachdach und ohne Keller zulässt. Gegen den Plan stimmte Nicole Steiger (FDP): „Ich finde, Menschen, die bedürftig sind, brauchen eine andere Infrastruktur.“

Ein kleines Grundstück im Burgeräcker in Schelmenholz, das bisher für einen Kindergarten reserviert war, soll künftig für Wohngebäude zugelassen werden. Dafür wird eine Änderung des Flächennutzungsplans beantragt. Dem stimmte der Gemeinderat zu.

Das Kinderhaus Koppelesbach im Schelmenholz ist bislang noch in keinem Flächennutzungsplan eingetragen. Das soll nachgeholt werden. Der Gemeinderat stimmte dafür, dass eine Änderung des Flächennutzungsplans bei der Regionalversammlung beantragt wird.