Winnenden

Affenpocken: Winnender Hautärztin Heike Bruckner ist wachsam, aber nicht besorgt

Affenpocken
Dr. med Heike Bruckner. © Gaby Schneider

Seit über 20 Jahren betreibt Hautärztin Dr. med. Heike Bruckner ihre Praxis nun in Winnenden, hat ihre Räume an der Torstraße 9. Dass sie als Ärztin stets auf dem Laufenden bleiben muss, das haben die vergangenen Tage eindrucksvoll gezeigt. Stichwort: Affenpocken.

„Das Affenpockenvirus wird zwar auch von Mensch zu Mensch übertragen, aber nicht durch Tröpcheninfektion wie beispielsweise bei der Grippe oder bei Corona“, sagt sie am Telefon. Wer an der Supermarktkasse mit Maske stehe, könne sich in der Regel also nicht infizieren. „Fest steht, dass das Virus wohl durch engen, direkten Kontakt übertragen werden kann. Ob das auch durch sexuelle Aktivitäten, etwa über Sperma oder Vaginalsekret, geschieht, ist noch nicht bekannt“, erklärt die Hautärztin. Noch stehe man am Beginn der Forschungen, der genaue Übertragungsweg sei daher ungewiss.

Erfahrungen aus Pandemie nutzen

Die Ärztin sagt, dass sie nicht besorgt ist ob der aktuellen Entwicklungen. „Sehr wohl bin ich aber wachsam. Wir haben keine Erfahrungen mit diesem Virus, deshalb ist es wichtig, dass man ein Augenmerk darauf hat. Wenn ein Patient zu mir kommt, dann muss ich diese Krankheit in Betracht ziehen“, sagt Bruckner.

Bei ihren Patienten sei das Affenpockenvirus bisher noch gar kein Thema. Nachfragen dazu hat es nicht gegeben. „Wichtig ist, dass wir trotzdem vorsichtig sind. Hygienemaßnahmen müssen sofort umgesetzt werden. Das hat uns die Corona-Pandemie gezeigt“, sagt die Ärztin. Wenn man so will, dann hatte die Pandemie also auch etwas Positives. „Wir haben durch Corona einiges gelernt. Zum Beispiel, dass ich zuerst beim Gesundheitsamt anrufe, wenn ich vermute, infiziert zu sein, und nicht direkt zum Arzt gehe. Das gilt nun auch für die Affenpocken“, erklärt Bruckner.

Das Vorgehen, also was genau bei einer Infektion mit dem Affenpockenvirus zu tun ist, stehe noch am Anfang und werde sich nun stetig, mit weiteren Informationen über das Virus, entwickeln.

Gibt es eine Impfung?

Anzeichen für Affenpocken können zunächst ganz allgemein, etwa Fieber und Muskelschmerzen, sein. „Es entstehen Flecken auf der Haut. Dann bilden sich Erhebungen, Bläschen. So wie man sich eine Pocke vorstellt“, sagt Bruckner. Diese bilden sich im Gesicht, an Händen, auch in der Mundschleimhaut und im Intimbereich. 

Eine Impfung gebe es zwar, diese ist in der EU jedoch nicht zugelassen. Ob diese auch hier in naher Zukunft zugelassen wird, sei momentan nur Spekulation. Gesundheitsminister Lauterbach hat jedenfalls angekündigt, dass 40 000 Impfdosen noch im Juni in Deutschland ankommen sollen.

„In den 70er Jahren hat man die Pockenimpfpflicht gestoppt. Wer gegen Pocken geimpft ist, hat wohl auch gegen die Affenpocken einen gewissen Schutz. Diese Menschen sind allerdings auch in einem entsprechenden Alter. Da stellt sich die Frage, wie gut dieser Schutz noch ist“, sagt die Hautärztin, die das Risiko, das von den Affenpocken ausgeht, momentan als eher gering einschätzt. Gefährdet seien am ehesten Neugeborene, Schwangere, sehr alte Menschen und diejenigen, die ein schwaches Immunsystem haben.

Das Robert-Koch-Institut stuft nach eigenen Angaben eine „Gefährdung für die Gesundheit der breiten Bevölkerung in Deutschland“ momentan ebenfalls als gering ein. Die Fälle, die momentan beobachtet werden, seien nicht typisch für Affenpockenausbrüche.

Die Identifizierung der Ausbreitung des Virus und der Schutz von mehr Menschen vor einer Ansteckung hätten momentan Priorität. Die Sensibilisierung für diese neue Situation werde dazu beitragen, weitere Übertragungen zu verringern.

Seit über 20 Jahren betreibt Hautärztin Dr. med. Heike Bruckner ihre Praxis nun in Winnenden, hat ihre Räume an der Torstraße 9. Dass sie als Ärztin stets auf dem Laufenden bleiben muss, das haben die vergangenen Tage eindrucksvoll gezeigt. Stichwort: Affenpocken.

„Das Affenpockenvirus wird zwar auch von Mensch zu Mensch übertragen, aber nicht durch Tröpcheninfektion wie beispielsweise bei der Grippe oder bei Corona“, sagt sie am Telefon. Wer an der Supermarktkasse mit Maske stehe,

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