Winnenden

Alarmstufe Gas: Wunnebad Winnenden schließt sein Hallenbad

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Keine Kurse wie diese mehr, Licht aus, Heizung aus, Lüftung überwiegend aus: Die Stadtwerke sparen für den Fall, dass kein Gas mehr aus Russland geliefert wird, Energie. © Benjamin Büttner

Die Stadtwerke Winnenden als Betreiberin des Wunnebads sind vom Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck aufgefordert worden, Gas zu sparen. Der Vizekanzler von den Grünen hat dafür nicht direkt mit dem Winnender Geschäftsführer Jochen Mulfinger telefoniert, aber er hat die Alarmstufe Gas ausgerufen. „Und damit ist offiziell die Aufforderung verbunden, dass ein Großverbraucher wie unser Wunnebad Gas sparen muss.“

Innerhalb weniger Tage haben sich Mulfinger und Bäderleiter Sascha Seitz überlegt, wo sie sparen können, ohne den Badegästen allzu sehr wehzutun. Ergebnis: „Eine verträgliche Einschränkung ist, das Hallenbad während der Sommermonate ganz zu schließen, Lüftung, Umwälzpumpen und Beleuchtung sind starke Verbraucher. Eine weitere Idee ist, die Wassertemperatur in den Freibadbecken um drei Grad auf 23,5 Grad Celsius zu senken.“ Dies hat die Bäderleitung in Kurzform bereits vor einer Woche mitgeteilt, umgesetzt werden die Sparideen ab Freitag, 1. Juli.

Trifft die Schließung noch (schon wieder) die Schulkinder?

Unsere Zeitung möchte vom Stadtwerke-Geschäftsführer wissen: Wie viel bringt das? Wer hat durch den Krieg Russlands mit der Ukraine nun in Winnenden das Nachsehen, sind es etwa wieder die Kinder, die in der Pandemie schon dermaßen zurückstecken mussten? Und was ist, wenn die Sparerei so nicht reicht?

Zum Hallenbad sagt Mulfinger: „Es ist im Sommer sowieso nicht stark frequentiert. Den ein oder anderen Schwimmer, der die Wärme schätzte, wird es treffen. Aber Sprudelliegen gibt es zum Beispiel auch im Erlebnisbecken. Und die Schulen sind informiert, sie können das Sportbecken oder auch die Kurzbahnen neben dem Erlebnisbecken nutzen.“ Die eigenen Kurse, die das Wunnebad im Hallenbad anbietet, sind nun zu Ende, auch das „passt gut rein“, wie Mulfinger sagt.

Dass das Wasser im Freien nun etwas kühler ist, ist Gewöhnungs- und Wettersache: „Wir hoffen auf einen schönen Badesommer“, meint Mulfinger, dass die Sonne die Sparmaßnahmen positiv unterstützen kann.

Zur Frage, wie viel das überhaupt bringt, kann er nur theoretische Berechnungen zurate ziehen, weil der Energieverbrauch pro Becken nicht bekannt ist. „Schätzungsweise sparen wir durch die beiden Maßnahmen pro Monat bis zu 50 000 Kilowattstunden ein, das ist der Jahresverbrauch von zwei Familien im eigenen Haus.“ Ob es weniger wird, hängt davon ab, wie viele Menschen zum Schwimmen kommen. Je mehr im Wasser sporteln oder planschen, desto mehr verdunstet, muss nachgefüllt und wieder erwärmt werden. „Wir hoffen aber weiterhin, dass trotz unserer Baustelle Besucher ins Wunnebad kommen. Eine gewisse Zurückhaltung nach der Pandemie ist noch zu spüren“, sagt Mulfinger.

Verschärft sich die Lage, droht Schließung

Um die Verdunstung gering zu halten, decken die Mitarbeiter das 50-Meter-Becken nachts ab. Kommt es bei der Gasversorgung härter, könnten noch die Öffnungszeiten reduziert werden.

Die Stadtwerke hoffen jedoch, dass es bei der Alarmstufe Gas bleibt. „Wir haben im Vorfeld Erdgas beschafft, das nun nicht im Blockheizkraftwerk für die Wärme- und Stromerzeugung verbraucht wird. Damit können die Gasspeicher für den Herbst aufgefüllt werden.“ Mulfinger hofft, „dass wir nicht bald über die akute Notlage und die Schließung des kompletten Bads reden müssen.“

Die Stadtwerke Winnenden als Betreiberin des Wunnebads sind vom Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck aufgefordert worden, Gas zu sparen. Der Vizekanzler von den Grünen hat dafür nicht direkt mit dem Winnender Geschäftsführer Jochen Mulfinger telefoniert, aber er hat die Alarmstufe Gas ausgerufen. „Und damit ist offiziell die Aufforderung verbunden, dass ein Großverbraucher wie unser Wunnebad Gas sparen muss.“

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Innerhalb weniger Tage haben sich Mulfinger und

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