Winnenden

Altes Rathaus Winnenden: Blick hinter die Kulissen der Restaurant-Baustelle

Altes Rathaus
Patrick Schubert und Anne Henrichs auf ihrer Baustelle. Die beiden werden im Frühjahr das „Alte Rathaus“ neu eröffnen. © Benjamin Büttner

Hand aufs Herz: Wer hat beim Spaziergang durch die Innenstadt nicht auch schon probiert, durch die mit Folie verhängten Fenster des Alten Rathauses in Winnenden zu spicken und einen Blick auf die Baustelle zu erhaschen? Seit das „La Piazza“ im September ausgezogen ist, wird die Neueröffnung des Restaurants mit Spannung erwartet. Die neuen Pächter, Anne Henrichs und Patrick Schubert, sind drinnen kräftig am Werkeln, so viel lässt sich von außen erahnen. Doch was haben sie vor? Und wann wird das Restaurant am Marktplatz wieder eröffnet? Unsere Redaktion durfte einen Blick hinter die Kulissen werfen.

Am 10. November haben die beiden den Pachtvertrag mit der Stadt unterschrieben. „Direkt danach ist mein Freund hier reingelaufen und hat die ersten Sachen von der Wand gerissen“, sagt Anne Henrichs und lacht. Mit dem Alten Rathaus erfüllt sich das junge Paar – beide sind erst Anfang 30 – den lange gehegten Wunsch vom eigenen Restaurant. Betonung auf „eigenes“. Einrichtung, Deko, oder gar das Konzept einfach vom Vorgänger zu übernehmen, kam nicht infrage – so beliebt und erfolgreich Aldo del Negro auch gewesen ist.

Entsprechend radikal gehen Henrichs und Schubert vor. Schon jetzt, beim Anblick der Baustelle, wird klar: Das neue Alte Rathaus wird nicht wiederzuerkennen sein.

Das Alte Rathaus wird heller und moderner – nur der Boden bleibt drin

Heller und moderner soll die Gaststube werden. Die Bar wird neu verkleidet, die Wände und Decken gestrichen, neue Lampen eingesetzt, neue Tische und Stühle aufgestellt, der Außenbereich soll gemütlicher werden, womöglich gibt es im Sommer eine Art Lounge zum Relaxen. Bestehen bleiben eigentlich nur der Grundriss und der Boden, der von der Firma Kärcher intensiv gereinigt wurde. Das Rustikale, seinen Charakter, soll das Alte Rathaus dabei trotzdem nicht einbüßen. Die massiven Holzpfeiler und das Gebälk im Saal befreit das Gastropärchen lediglich vom güldenen Anstrich, eine altehrwürdige Tür wird aktuell restauriert.

Auch die Küche bauen die neuen Pächter um: „Beim Gasherd war klar, dass der rauskommt. Ich mag es nicht, mit Gas zu kochen“, erklärt Patrick Schubert. Stattdessen wird ein Induktionsherd eingesetzt. Neue Fließen wurden ebenfalls verlegt. „Wir wollen hier schon die volle Mietzeit verbringen“, sagt Patrick Schubert, „wir bauen jetzt einmal um und haben dann unsere Ruhe, solange wir hier drin sind.“

Unterschrieben haben sie einen Vertrag über fünf Jahre mit der Option auf weitere fünf Jahre. Das Stadtbauamt Winnenden begleitet die Umbauarbeiten am Alten Rathaus, das seit 1989 als Restaurant genutzt wird. Fast täglich schaut jemand von der Stadt vorbei. Zuletzt wurde geprüft, ob der Umbau mit dem Brandschutz vereinbar ist.

Viele Arbeiten erledigt das Gastro-Pärchen selbst, jeweils tatkräftig unterstützt von den Eltern. „Aber wo wir Experten brauchen, ziehen wir natürlich Experten hinzu“, sagt Anne Henrichs.

Das haben die beiden schon so gehandhabt, als sie ihre Catering-Küche in Beutelsbach aufgebaut haben. Ihre Foodtruck-Firma „What the food“ betreiben sie aktuell weiterhin, nehmen aber viel weniger Anfragen an, als noch vor wenigen Wochen. In Winnenden haben sie sich den zukünftigen Gästen zuletzt beim Weihnachtsmarkt vor dem Alten Rathaus vorgestellt. Er freue sich schon darauf, „mal wieder auf einem Teller anzurichten, nicht immer nur in der Pappschale“, sagt Patrick Schubert und grinst.

Realistisch ist ein Eröffnungstermin im Februar oder März

Doch bis zur Eröffnung werden es noch ein paar arbeitsintensive Wochen für ihn und seine Freundin. Ein genaues Datum können sie noch nicht nennen. Realistisch sei ein Eröffnungstermin zwischen Februar und März. Abhängig sind die Gastronomen dabei unter anderem von den Firmen, die das Inventar liefern. Und davon, ob die Schreinerei planmäßig ans knappe Holz kommt. „Wer schon mal Gartenmöbel bestellt hat, der weiß ganz genau: Wenn es heißt, Anfang des Monats kommen sie, kann es auch sein, dass sie erst Mitte des Monats kommen“, sagt Patrick Schubert.

Trotz dieser Unwägbarkeiten: Die Vorfreude ist bereits groß. Schließlich haben sich Henrichs und Schubert einst extra auf Weltreise begeben, um Eindrücke und Inspiration zu sammeln für ein eigenes Restaurant. Kennengelernt hatten sie sich in Brenners Park-Hotel in Baden-Baden, wo sie sich zur Hotelkauffrau ausbilden ließ, er sich zum Koch.

Nach der Reise machten sie sich zunächst mit ihrem Foodtruck selbstständig, ließen sich von Corona nicht unterkriegen und suchten nebenher nach dem passenden Objekt für ihre Restaurant-Pläne.

Das haben sie in Winnenden gefunden. „Hier ist das Gebäude wunderschön und der Gastraum hat eine perfekte Größe. Wir haben eine Terrasse draußen ...“, schwärmt Anne Henrichs. Und Patrick Schubert ergänzt: „... und auch die Küche ist von der Größe gut. Wir haben mit der Schranne einen schönen Veranstaltungsraum. Wir kommen ja vom Catering, das hat sich für uns super angeboten.“

Die Suche nach Servicepersonal („händeringend“), am besten mit entsprechender Ausbildung, hat bereits begonnen. „Für die Küche haben sich schon einige beworben“, berichtet Henrichs, insbesondere Barkeeper und Kellner müssen sich noch finden. Mit sechs Personen planen die Gastronomen aktuell. Wichtig dabei: „Das Servicepersonal muss den Spirit rüberbringen, den wir haben“, sagt Henrichs, „wir sind Feuer und Flamme dafür.“

In die Speisekarte lassen sich die neuen Pächter immer noch nicht blicken

Ob dann auch die Winnender Feuer und Flamme sein werden für das neue Alte Rathaus? „Wir beobachten, wie viele Menschen hier unterwegs sind“, sagt Anne Henrichs – „... und wie viele hier rein wollen, obwohl die Tür zu ist und fragen: Ist schon offen?“, ergänzt ihr Freund.

Wenn es so weit ist, werden die Winnender auch endlich erfahren, was die angekündigte „international inspirierte moderne, kreative und gehobene Küche mit deutschem Einfluss“ zu bieten hat. Was das betrifft, lassen sich Anne Henrichs und Patrick Schubert nämlich immer noch nicht in die Speisekarte blicken.

Hand aufs Herz: Wer hat beim Spaziergang durch die Innenstadt nicht auch schon probiert, durch die mit Folie verhängten Fenster des Alten Rathauses in Winnenden zu spicken und einen Blick auf die Baustelle zu erhaschen? Seit das „La Piazza“ im September ausgezogen ist, wird die Neueröffnung des Restaurants mit Spannung erwartet. Die neuen Pächter, Anne Henrichs und Patrick Schubert, sind drinnen kräftig am Werkeln, so viel lässt sich von außen erahnen. Doch was haben sie vor? Und wann wird

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