Winnenden

"Anti-Kater-Mittel" Elotrans oft ausverkauft: Wie man Ersatz selber machen kann

Elotrans
Elotrans. © Alexandra Palmizi

„Elotrans“, ein Pulver, das in Wasser aufgelöst wird, bei Durchfallerkrankungen helfen soll, da es den Elektrolythaushalt ausgleicht, ist seit geraumer Zeit auch bei Partygängern äußerst gefragt. Unter anderem in den sozialen Medien ist es als Wunder- und Anti-Kater-Mittel bekannt. Nun melden Apotheken vielerorts: ausverkauft. Wer tatsächlich krank ist, schaut in die Röhre. Abhilfe können Mischungen schaffen, die zu Hause selbst hergestellt werden.

Natürlich hat Apothekerin Elke Seitz-Beller längst gehört, dass viele junge Leute momentan voll auf Elotrans abfahren, obwohl sie eigentlich gar keine Durchfallerkrankung haben. „Wir haben dazu Nachfragen, wo ich schon glaube, dass diejenigen nicht krank sind, sondern es nach einer Party anwenden wollen“, erzählt die Leiterin der Apotheke beim Rathaus. Schwierig findet sie es, zu beantworten, ob diejenigen den Mangel ganz alleine verursacht haben. „Neben jungen Leuten, die in der Clubszene unterwegs sind, fragen immer wieder auch Erwachsene oder Eltern von Kindern, die an einer Durchfallerkrankung leiden, nach dem Mittel. Das kommt täglich vor“, erzählt sie.

Schwierigkeiten bei der Produktion

Deutschlandweit haben viele Apotheker jene Zweckentfremdung kritisiert. „Es gibt andere Medikamente, bei denen ich es wesentlich schlimmer finde. Man kann relativ einfach auch eigene Lösungen zubereiten“, erklärt Elke Seitz-Beller diplomatisch. Sie denkt dabei an eine Mischung bestehend aus einem Drittel Saft und zwei Dritteln Wasser, dazu Traubenzucker in Pulverform und eine Prise Kochsalz geben. „Wichtig ist es, die verloren gegangene Flüssigkeit wieder zuzuführen.“ Besonders bei kleinen  erkrankten Kindern sei schnelles Handeln erforderlich.

Das Problem sei momentan, dass die Hersteller Schwierigkeiten haben, bei hoher Nachfrage schnell nachzuproduzieren. Ähnlich wie bei Elotrans verhalte es sich unter anderem bei Ibuprofen und Paracetamol, vor allem für Kinder.

Viele Medikamente kommen aus China

Das kritisiert auch Apothekerin Ingrid Hecht-Hatzis von der Apotheke am Torturm. „Mittlerweile werden sehr, sehr viele Medikamente in China produziert. Das macht uns abhängig. Man hat in der Pandemie gesehen, dass schnell Fabriken geschlossen werden oder Lieferketten nicht mehr funktionieren. Mich wundert es schon länger, dass es hier keinen Aufschrei gibt“, sagt sie.

Schwierig ist es gerade auch bei fiebersenkenden Säften für Kinder. „Wir mussten kreativ werden, zum Beispiel auf Zäpfchen ausweichen“, erzählt sie. Noch immer sei es schwierig, an die Säfte zu kommen.

„Das ist auch bei Elotrans so. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass das nur an den Partygängern liegt. So hoch ist die Nachfrage von denjenigen dann auch wieder nicht.“ Es sei allerdings schon so, dass immer wieder auch junge Leute nach dem Durchfallmittel fragen, ebenso ist „Oralpädon“ hoch im Kurs, das Pendant zu Elotrans. Wenn die Apothekerin in ihrem System nach den Mitteln sucht, dann bekommt sie die Informationen, dass der Großhändler dies auf unbestimmte Zeit nicht liefern kann. Ebenso ist es bei Elke Seitz-Beller. Aber: „Noch haben wir ein kleines Kontingent an Elotrans auf Lager“, sagt Ingrid Hecht-Hatzis von der Apotheke am Torturm. Dieses habe man direkt vom Hersteller Stada erhalten. In der Vergangenheit haben sie das Durchfallmittel in der Apotheke auch schon selbst hergestellt und verkauft, was ebenfalls gut angenommen worden sei.

Es gibt auch andere Mittel gegen den Kater

Apothekerin Hecht-Hatzis hat außerdem einen weiteren Tipp: Katerfly, extra entwickelt für Partygänger. Beim Besuch der Redaktion am Mittwochmorgen war allerdings auch dieses Mittel vergriffen.

Elke Seitz-Beller hält es pragmatisch. „Wenn man Alkohol trinkt, dann hilft es meist schon, wenn man vor dem Schlafgehen ein oder anderthalb Liter Wasser trinkt“, empfiehlt sie.

„Elotrans“, ein Pulver, das in Wasser aufgelöst wird, bei Durchfallerkrankungen helfen soll, da es den Elektrolythaushalt ausgleicht, ist seit geraumer Zeit auch bei Partygängern äußerst gefragt. Unter anderem in den sozialen Medien ist es als Wunder- und Anti-Kater-Mittel bekannt. Nun melden Apotheken vielerorts: ausverkauft. Wer tatsächlich krank ist, schaut in die Röhre. Abhilfe können Mischungen schaffen, die zu Hause selbst hergestellt werden.

Natürlich hat Apothekerin Elke

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