Winnenden

Aufzug am Bahnhof defekt – Reparatur dauert lange

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Auch wenn man nicht unbedingt auf den Aufzug angewiesen ist – einen Defekt sollte man immer gleich der Störungszentrale melden. © Bernhardt / ZVW

Winnenden. Technik erleichtert unseren Alltag ungemein – wenn sie zuverlässig funktioniert. Das kann man von den Aufzügen am Winnender Bahnhof leider nicht behaupten. Das Jahr war noch jung, vor etwa drei Wochen, da war schon wieder einer defekt. „Kann man auf die Bahn Druck machen?“, fragte Manuel Pflumm am Ende einer Gemeinderatssitzung. Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth findet schon.

Holzwarth ärgert die scheinbar unendliche Geschichte genauso wie Reisende mit viel Gepäck, Eltern mit Kinderwagen und die vielen in der Mobilität eingeschränkten Bahnfahrer. Ein- bis zweimal jährlich ist es so schlimm, dass unsere Zeitung berichtet. Zuletzt war’s im Oktober 2017. Der Aufzug lief nach 14 Tagen Zwangspause wieder. Die Fehleranalyse reichte die Bahn damals einen Tag nach dem Artikel nach: Der Frequenzumformer war defekt. Pressesprecher Werner Graf sagte, dass ihn der Hersteller neu programmiert habe und er nun funktionieren müsse, sonst komme ein „teurer Austausch“ auf die Bahn zu. Warum all dies „so lange gedauert“ hatte, konnte der Sprecher allerdings auch nicht sagen. Immerhin: „Es tut uns leid.“

OB Hartmut Holzwarth hat eine Idee, warum Reparaturen der Aufzüge so viel Zeit in Anspruch nehmen: „Die Bahn hält Ersatzteile nicht in Vorrat, die sie eigentlich immer wieder braucht.“ Auf Nachfrage unserer Redaktion führt er aus, dass eine „höhere Servicequalität entweder mit einem besseren Vorrat oder mit einer schnelleren und teureren Lieferung erreicht werden kann“. Gegen Aufpreis, so sein Kenntnisstand, „verkürzen Aufzugservice-Firmen ihre Reaktionszeit“, zum Beispiel von 14 auf drei Tage. Sein Wunsch ist, dass das für Winnenden zuständige Bahnhofsmanagement in Stuttgart den Etat dafür erhöht, so dass die „für Kunden strapaziösen“ Ausfälle so kurz wie möglich gehalten werden.

Videoüberwachung gegen mutwillige Zerstörer

Immerhin haben Bahn und Bundespolizei mit einer Videoüberwachung im Aufzug und auf dem ganzen Bahnhof rund um die Uhr die Grundlage geschaffen, dass Aufzüge nicht mehr ungestraft von Leuten aus bloßer Zerstörungslust kaputtgemacht werden. Große Schilder mit der Telefonnummer der 3-S-Zentrale (07 11/20 92 10 55) appellieren außerdem an Kunden, einen Defekt bei Aufzug oder Beleuchtung sofort zu melden, auf dass schnell repariert werden kann. Das wünscht sich auch die auf den Rollstuhl angewiesene Angelika Bochnig aus Winnenden. „Es hat doch heutzutage jeder ein Handy dabei. Ich finde, es gehört dazu, dass man an andere denkt.“ Die Frau engagiert sich schon viele Jahr im Arbeitskreis für in der Mobilität eingeschränkte Bürger, macht Lobby-Arbeit vor Ort.

Der Anruf, weiß sie allerdings aus eigener Erfahrung, ist indes keine Garantie, dass der defekte Aufzug auch gleich im Internet bei www.vvs.de unter Störungen aufgeführt wird. „Das liegt daran, dass die Meldung mehrere Stellen überwinden muss. Deshalb verlasse ich mich nicht mehr darauf, sondern rufe an und lasse mir Auskunft geben.“ Am liebsten wäre es Angelika Bochnig, wenn die Bahn bei länger defekten Winnender Aufzügen die Züge an Gleis 1 halten lässt.

Die Technik versagt in der Regel ohne Vorwarnung

Das wäre die eleganteste Lösung, denn eine Rampe führt von hier aus direkt zum Zentralen Omnibusbahnhof. „Ich habe es schon erlebt, dass die Bahn in einem Notfall dort gehalten hat.“ Und den wird es immer wieder geben.Die Technik versagt schließlich in der Regel ohne Vorwarnung. Oder der Mensch macht einen Fehler und bestellt das falsche Ersatzteil. Dann dauert’s doppelt so lange. „Dieses Geschichten habe ich schon gehört“, so Bochnig.

Die Fragen an die Pressestelle dazu sind gestern bis Redaktionsschluss leider nicht beantwortet worden.