Winnenden

Ausstellung im Winnender Trikotmuseum

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125 Jahre VfB Stuttgart: Sonderaustellung im Winnender Trikotmuseum_0
Davide Matozzo hat zu jedem Trikot eine Geschichte zu erzählen. © Schneider / ZVW
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Kickschuhe aus den 60er Jahren.
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Vom 7. September bis 31. Dezember 2018 findet die Ausstellung statt.
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Die Lieblingsschuhe von Andreas Hinkel.

Winnenden. Nicht nur Bad Cannstatt, sondern auch Winnenden ist für VfB-Fans derzeit ein lohnenswertes Ziel. Der 38 Jahre alte Davide Matozzo, der sich um das Trikotmuseum in der Kirchstraße kümmert, hat dort eine Ausstellung mit circa 60 Exponaten zum 125-jährigen Vereinsjubiläum aufgebaut, die die Herzen der VfB-Fans höher schlagen lässt.

„Viele Sammler haben uns Ausstellungsstücke geliehen. Wir haben aber auch Kontakt zu ehemaligen und aktuellen Spielern, die uns unterstützen“, sagt Matozzo. Alle Trikots, die in den Räumlichkeiten hängen, wurden von Spielern in mindestens einem Spiel getragen.

So ist beispielsweise ein Trikot von 1948 zu sehen, das die Vereinsikone Robert Schlienz trug. Kurze Zeit später verlor dieser durch einen Autounfall seinen linken Unterarm, was ihn jedoch nicht am Toreschießen hinderte. „Das ist sicherlich unser wertvollstes Trikot“, sagt Matozzo. „Nachts bleibt es auch nicht im Museum, sondern kommt in ein Schließfach.“

Ein Trikot aus einem Duell mit dem Brasilianer Pelé

Daneben ist ein Trikot aus dem Jahre 1963 ausgestellt. Das Besondere: Das Trikot ist aus einem Freundschaftsspiel gegen den brasilianischen Verein Santos FC. Die brasilianische Legende Pelé schnürte damals seine Fußballschuhe für diesen Verein. Neben den Trikots sind aber auch noch andere Dinge im Museum zu bestaunen. So stehen am Eingang beispielsweise Fußballschuhe aus den 60er Jahren, ausgestattet mit Spikes.

Der Grund dafür ist ziemlich kurios. Kurt Baluses, der damalige Übungsleiter der Cannstatter, ließ seine Mannschaft zweimal wöchentlich Leichtathletik trainieren. Ein Stück weiter hängt ein gelbes Trikot auf einer Puppe. Der VfB in Gelb? „Die Stadt hat dem Verein 1965 das Flutlicht finanziert.

Als Dank lief der VfB deshalb in den Stadtfarben auf“, erklärt Matozzo, der selbst VfB-Fan ist. Von Buffy Ettmayer, bekannt für seine knallharten Schüsse und seine kräftige Statur, ist ein Trikot aus einer weniger erfolgreichen Zeit zu sehen – dem ersten Abstieg aus der Bundesliga 1975.

Augen zu und durch. Ein paar Meter weiter hängt das Meistertrikot aus der Saison 1984. Zusätzlich steht eine originale Flasche vom damals gebrauten Meisterbier daneben. Ob die 34 Jahre später wohl noch schmeckt?

Auch Andreas Hinkel trägt zur Ausstellung bei

Von den Uefa-Cup-Endspielen 1989, in denen der VfB den Titel knapp verpasste, sind zwei Trikots im Museum: Eines vom VfB und eines vom damaligen Gegner SSC Neapel, bei dem kein geringerer als Diego Maradonna spielte. Vom Pokalgewinn 1997 ist selbstverständlich auch ein Trikot aus dem Endspiel gegen Energie Cottbus zu sehen.

Der Winnender Andreas Hinkel hat ebenfalls Exponate ins Museum gebracht. Neben seinen Lieblingsschuhen auch sein Trikot vom furiosen Sieg der „Jungen Wilden“ über Manchester United im Jahr 2003. Aus dem Meisterjahr 2007 hängt das rote Auswärtstrikot im Museum.

„Trainer Armin Veh war ziemlich abergläubisch. Mit den weißen Heimtrikots klappte es in der Saison nicht so richtig, deshalb ließ er seine Mannschaft in Rot spielen und verlor kaum ein Spiel“, erzählt Matozzo. Kurios ging es auch vor dem DFB-Pokalfinale 2013 zu.

„Der VfB hatte keine kurzärmligen Trikots mehr. Deshalb musste der Zeugwart in der Woche vor dem Spiel Langarmtrikots abschneiden und umnähen. Der VfB spielte in dieser Partie deshalb ohne rote Ärmelbündchen, die die Trikots in dieser Saison eigentlich auszeichneten“, sagt Matozzo grinsend. Letztendlich verlor der VfB die Partie knapp gegen den FC Bayern. Am Zeugwart lag es nicht.

Ein Trikot von Berkay Özcan aus dem letzten Zweitligaspiel im Mai 2017 gegen die Würzburger Kickers erinnert an den letzten „großen“ Triumph des VfB. Den Meistertitel der Zweiten Liga.


Kuranyi kommt

Am Freitag, 23. November, kommt Kevin Kuranyi ins Winnender Trikotmuseum in der Kirchstraße 7. Ab 15 Uhr steht er für Autogramm- und Selfiewünsche bereit.

Wer alte Trikots, Wimpel oder Ähnliches auf dem Dachboden oder im Keller liegen hat, kann sich beim Museum telefonisch unter 01 76/61 15 88 22 oder per E-Mail (dm@spielertrikot-fuer-kinderlachen.de) melden.

Alle Einnahmen aus dem Museum, durch Eintrittsgelder oder Versteigerungen von Trikots kommen einem guten Zweck zugute.