Winnenden

Bäume am Buchenbach gefällt: Landratsamt lobt Stadt Winnenden

Abholzung
Die Haufen an den Spazier- und Radwegen zwischen Höfen und Winnenden lassen staunen. © Gabriel Habermann

Ein Haufen Holz ist das, was Arbeiter da in den letzten Wochen an den Ufern von größeren und kleineren Bächen rausgesägt haben. Vor allem die Spaziergänger an den beliebten und belebten Wegen zwischen Winnenden, Höfen und Hertmannsweiler staunen über die Mengen, die meterhoch aufgeschichtet wurden. Und dann kam am Donnerstag auch noch ein Hubschrauber, hob große abgesägte Bäume aus dem Uferbereich und ließ sie bis zum Ablageplatz über der Stadt schweben (wir haben berichtet). Weil einige Beobachter fanden, so ein Baumtransport mit Fluggerät ist nicht umweltfreundlich: Denen sei gesagt, dass der Kurzstreckenflug in diesem Fall doch das beste für die Umwelt war, schwere Lkw hätten den Boden unnötigerweise zerstört.

Nun hatte die Stadt im Vorfeld zwar nicht den Hubschrauber, doch aber die Gehölzpflege angekündigt. Die macht sie nach dem vor 20 Jahren aufgestellten Gewässerentwicklungsplan. Die Winnender haben über die Jahre gelernt, in das winterliche, fachgerechte Zurückschneiden Vertrauen zu entwickeln. Doch jemand, der neu in der Stadt ist, oder wie Peter-Jürgen Gauß aus Remseck kommt und nur zufällig in Winnenden zu Fuß unterwegs ist, den hat der Anblick schon schocken können, wie seine E-Mail an Zeitung und Landratsamt belegt. Er wolle eine Meldung machen, „wenn es denn nötig ist, erhebe ich gleichzeitig Anzeige gegen unbekannt wegen möglicher Ordnungswidrigkeiten und bitte um rasche Bearbeitung, damit gerettet werden kann, was noch zu retten ist.“ Gauß sieht „wertvolle Vegetationsräume“ in Gefahr, das „rigorose Absägen vitaler Büsche und Bäume.“

Doch das Umweltamt des Landratsamts gibt Entwarnung, es teilt seine Antwort an Herrn Gauß via Pressestelle auch mit unserer Redaktion. „Aus unserer Sicht werden die Unterhaltungsarbeiten vorbildlich vorbereitet, durchgeführt und überwacht“, lautet das Fazit. Alles laufe nach Recht und Gesetz und in Rücksprache mit Fachleuten und der Unteren Naturschutzbehörde. Zur Ausführung beauftrage die Stadt zertifizierte Betriebe. Sowieso ist jetzt der einzig richtige Zeitpunkt für solche Arbeiten: Ein Rückschnitt darf nur zwischen 1. Oktober und 28. Februar erfolgen, bevor die Vögel auf Nistplatzsuche gehen.

Sicherheit für Radfahrer, Spaziergänger und Hundesportler

Die Stadt hat aber auch Pflichten: In der Nähe von Wegen und Gebäuden muss sie die (Stand-)Sicherheit von Bäumen gewährleisten. „Entlang des Buchenbachs liegt ein stark frequentierter Fuß- und Radweg. Zudem grenzen an den Buchenbach kommunale Grundstücke an, die teilweise verpachtet sind, konkret das Trainingsgelände des Hundesportvereins“, schreibt das Landratsamt. Seit 20 Jahren gibt es dummerweise einen Pilz, der Eschen absterben lässt, auch hohe, alte Bäume, die gerne an Bachufern gewachsen sind. Dies wissend, kontrolliert die Stadt mehrmals jährlich die Sicherheit des Bestands und lässt Proben in Schweizer Laboren untersuchen. Diese belegen, dass 90 Prozent der Buchenbach-Eschen erkrankt waren.

Das Verjüngen und Auslichten fördert den gesunden Wuchs und seltene Arten

Zweitens ist es (auch für die Tierwelt) wichtig, dass sich die Gehölze immer wieder verjüngen können, und dafür braucht es Auslichten, Zurückschneiden, manchmal auch auf Stock setzen. Das, schreibt das Landratsamt, sorgt unter anderem auch für eine artgerechte „Strukturierung der Vegetation“, und es fördert seltene, aber für den Standort geeignete Arten, die dann wieder mehr Licht und Platz zum Wachsen haben.

Im Spätsommer prüfen Baumkletterer, ob Baumhöhlen besiedelt sind

Was die Tiere angeht, dokumentieren Fachleute im Frühjahr Nester, Horste und Höhlungen, denn auch dem Fledermausschutz gelte eine sehr hohe Aufmerksamkeit. „Die Baumbestände selbst werden im Spätsommer des Jahres genau geprüft und ausgezeichnet. Bei zu fällenden Bäumen werden eventuell vorhandene Höhlungen in Seilklettertechnik oder mit einer Hubarbeitsbühne hinsichtlich Spuren und Hinweisen auf eine Belegung/Besiedlung überprüft“, heißt es weiter. Erst wenn nichts gefunden wird, darf gefällt werden. Oder es bleibt ein „Ökotorso“ stehen, dann wird nur die Krone entfernt.

Die Holzhaufen müssen in gut einem Monat weg sein, sonst brütet womöglich darin ein Vogel 

Der Eingriff sieht gewaltig aus und ist es auch. Aber da in Winnenden die Baumbestände entlang von Gewässern nie zeitgleich auf beiden Uferseiten bearbeitet werden, bleiben die Bäche ausreichend beschattet und der Naturhaushalt kann sich ausgleichen. Ein Haufen Rücksichtnahme beim Rückschnitt, so könnte man auch sagen. Und was ist mit den Haufen Holz? „Zu häckselndes Holz muss bis Mitte März entfernt werden“, so das Landratsamt. Nicht dass noch Heckenbrüter da ein Nest bauen.

Ein Haufen Holz ist das, was Arbeiter da in den letzten Wochen an den Ufern von größeren und kleineren Bächen rausgesägt haben. Vor allem die Spaziergänger an den beliebten und belebten Wegen zwischen Winnenden, Höfen und Hertmannsweiler staunen über die Mengen, die meterhoch aufgeschichtet wurden. Und dann kam am Donnerstag auch noch ein Hubschrauber, hob große abgesägte Bäume aus dem Uferbereich und ließ sie bis zum Ablageplatz über der Stadt schweben (wir haben berichtet). Weil einige

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