Winnenden

B 14: Kameras sollen Stau analysieren

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Verkehrskameras an der B 14. © Sarah Utz
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Verkehrskameras an der B 14. © Sarah Utz

Winnenden. Kameras am Straßenrand – was soll das? Neue Blitzer-Generation? Der totale Überwachungsstaat? So schlimm ist es nicht. Noch bis Freitag beobachten in Winnenden an der B 14 Kameras, ob und wann es zu Staus kommt. Je nach Ergebnis werden vielleicht Stau-Warnschilder an neuralgischen Stellen aufgestellt.

Masten mit Videokameras an der Spitze ziehen die Blicke auf sich. Fünf an der Zahl stehen seit Montag an der B 14 zwischen den Ausfahrten Winnenden-Süd und Winnenden-Mitte. „Es handelt sich dabei definitiv nicht um Blitzer“, sichert eine Sprecherin des Landratsamts zu. Sie erläutert den tieferen Sinn der künstlichen Augen: Auf der B 14 kommt es auf Höhe Winnenden in Fahrtrichtung Backnang öfters zu Staus. Besonders auf der Ausfädelspur der Ausfahrt Winnenden-Mitte stehen die Autos zuweilen dicht an dicht und nichts geht mehr. Bis zur Auffahrt Winnenden-Süd reicht der Stau bisweilen – und das, so bedauert das Landratsamt, obwohl die Ausfädelspur bereits verlängert worden sei.

Stau wirft im Großraum Stuttgart niemanden aus der Bahn

Stau ist nun nichts, was einen Bewohner des Großraums Stuttgarts aus der Bahn werfen würde. Doch an jener speziellen Stelle führe der Stau allzu oft zu gefährlichen Situationen, heißt es weiter aus dem Landratsamt. Die Behörde will mit Hilfe der Kameras herausfinden, „ob und wenn ja welche Maßnahmen nötig sind“. Denkbar wäre beispielsweise, vor der Ausfahrt Winnenden-Süd ein LED-Schild anzubringen, das Autofahrer vorwarnt: „Stau in x Metern“. Von den Kameraaufzeichnungen erhofft sich das Landratsamt Informationen, die als Entscheidungsgrundlage taugen. Wie und bis wohin ganz genau staut sich der Verkehr eigentlich – Fragen wie diese lassen sich anhand der Bilder beantworten. Noch bis einschließlich Freitag diese Woche bleiben die auffälligen Kameramasten stehen. Dann stören sie das Sichtfeld der Stausteher nicht mehr.

Ein Warnschild wird keine Staus auflösen

Die Staus auf diesem Abschnitt der B 14 bereiten seit langem Sorgen. Bereits im Jahr 2014 beschwerten sich Bürger, allerdings ging es damals vorrangig um eine andere Ausfahrt der B 14. Seinerzeit richtete sich der Blick auf die Ausfahrt Winnenden-West/Leutenbach. „Hier wird es aber nicht nur auf der Ausfahrtsspur etwas eng, sondern schon vorher, da es sich bis weit zurück auf die B 14 staut“, hieß es damals in dieser Zeitung. Zwar ist es in jüngster Zeit etwas ruhiger geworden um die Staus rund um Winnenden. Doch das heißt nicht, dass die Staus weniger geworden wären. Vermutlich haben sich die Verkehrsteilnehmer schlicht dran gewöhnt. Ein Warnschild allein wird auch keine Staus auflösen können. Zumindest könnten - hoffentlich - Auffahrunfälle verhindert werden.

Videokameras zeigen, ob sich ein Stau gebildet hat

Vielleicht regen die Videoaufnahmen gar zu ganz anderen, weitreichenderen Maßnahmen rund um die neuralgische Stelle an. Bis darüber entschieden wird, das dauert noch. Derweil lohnt ein Blick auf die Internetseiten der Straßenverkehrszentrale Baden-Württemberg: Dort kann jeder Bürger Kamerabilder abrufen, die an anderen Stellen im Rems-Murr-Kreis ständig aufgenommen werden. Pro Minute sendet jede Kamera ein Bild. Fest installierte Verkehrskameras befinden sich an der Anschlussstelle Waiblingen-Süd in beiden Richtungen, ferner am Kappelbergtunnel. Auch dort zeigen die Kameras in beiden Richtungen, ob sich aktuell ein Stau gebildet hat oder nicht.

Zukunftsmodell: Selbstfahrende Autos, ganz ohne Stau

Infos wie diese sollen helfen, Staus zu verkürzen oder dazu beizutragen, dass sie sich schneller auflösen. Denn wer erst nachschaut, reiht sich im Idealfall erst gar nicht ein in die Schlange, sondern sucht nach Alternativen. Ein paar wenige Kameras werden allerdings nicht für den großen Wurf sorgen können. Geplant ist laut Straßenverkehrszentrale, die Inhalte des Verkehrsportals noch deutlich auszubauen.

Zukunftsmodelle gehen noch viel, viel weiter, Stichwort selbstfahrende, vernetzte Autos. Mit dem Internet verbundene Fahrzeuge rollen dann smart entlang komplett staufreier Straßen, erhalten stets automatisch die aktuellsten Informationen, reagieren schnell und sinnvoll – wird zumindest behauptet.