Winnenden

Beate Spiller aus Winnenden zeigt Bilder mit Lebensspuren im Testzentrum

SpillerKunst
Beate Spiller mit ihren Bildern im Schaufenster an der Marktstraße 43. © Gaby Schneider

Das Gesicht auf dem Foto kenne ich doch ... das freundliche Lächeln zu diesen verspielt-kleinteiligen Bildern oder zu den selbstbewussten Rottönen dürfte einigen bekannt vorkommen: Künstlerin Beate Spiller war bis zur Rente Verkäuferin bei der Bio-Bäckerei Weber. Tagsüber Brot und Brezeln, viel Umgang mit Menschen, abends und am Wochenende Bilder aus Acrylfarbe, Linolschnitte oder Materialcollagen, allein im Künstlerinnenkeller.

Eine Einzelausstellung wie jetzt in den Schaufenstern des ehemaligen „Har.dy“-Testzentrums an der Marktstraße 43 hatte die 66-Jährige noch nicht oft. Normalerweise macht sie bei Gemeinschaftsausstellungen mit. „In den erlauchten Kreis studierter Künstler werde ich nicht aufgenommen“, sagt sie fröhlich. Denn es macht ihr nichts aus, sie weiß, was sie nicht kann (Menschen und Tiere zeichnen), aber was ihr die Beschäftigung mit der Bildenden Kunst bringt: „Malen war seit der Kindheit schon immer mein Ausdrucksmittel. Es macht mein Leben aus, mir würde etwas fehlen.“ Allenfalls gab es Phasen, zum Beispiel, als der Sohn geboren war, da ruhte die Beschäftigung mit Farbe, Muster, Bildkomposition.

Kurse an der Volkshochschule

Viele Volkshochschulkurse hat Beate Spiller besucht, verschiedene Techniken kennengelernt, reine Autodidaktin ist sie also nicht. „Beruflich wollte ich es aber nicht machen“, diese Art von Druck scheute sie. Genauso wie die weiße Leinwand, weshalb sie oft alte Zeitungen, auf denen sie die Druckwalze gereinigt hat, als neue Bildgrundlage nimmt. „Daraus kann sich dann etwas entwickeln“, sagt sie. Erstaunlich zum Beispiel, wie aus der Werbung eines Bettengeschäfts, von der noch die Wörter „traumhaft“, und „wohlfühlen“ zu lesen sind, mit vielen Schichten Farbe, blau und weiß, die an Wasser oder Himmel erinnern, etwas Luftig-Poetisches entsteht. Und dann sind da immer rätselhafte Muster in den Linoldrucken, mal grobe, mal feine Ornamente, Sterne, Blumen gar. Beate Spiller lüftet das Geheimnis: „Ich verwende gerne die geklöppelten Deckchen meiner Großmütter und Urgroßmütter beim Drucken und ehre ihre akribische Handarbeit auf diese Weise.“ Ihre Mutter hat übrigens einige Jahre ihrer Kindheit in Leutenbach verbracht, ihr Vater war der Schullehrer Holl. Beate Spiller ist aber in Heilbronn geboren und in Nürtingen aufgewachsen. Dann lebte auch sie fünf Jahre in Leutenbach.

Gartenerde trocknet und bekommt Risse

Erde aus dem Garten in Hertmannsweiler, wo sie mit ihrem Mann wohnt, verwendet sie bisweilen auch. „Wenn sie trocknet, entstehen Risse, ich brauche solche Spuren in meinen Bildern, das ist wie das Leben, man darf Narben und Falten sehen.“ Mal baut sie ein Stück Jute in die Erdcollage, mal Pappe, mal einen gebrauchten Kaffeefilter. „Ich will Spannung schaffen, und das Entstehen ist mir wichtiger als das Betrachten.“

Das Gesicht auf dem Foto kenne ich doch ... das freundliche Lächeln zu diesen verspielt-kleinteiligen Bildern oder zu den selbstbewussten Rottönen dürfte einigen bekannt vorkommen: Künstlerin Beate Spiller war bis zur Rente Verkäuferin bei der Bio-Bäckerei Weber. Tagsüber Brot und Brezeln, viel Umgang mit Menschen, abends und am Wochenende Bilder aus Acrylfarbe, Linolschnitte oder Materialcollagen, allein im Künstlerinnenkeller.

Eine Einzelausstellung wie jetzt in den Schaufenstern

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