Winnenden

Berglen als katzenfreundlichste Gemeinde ausgezeichnet

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Symbolfoto. © Pixabay/CC0 Public Domain

Weil Berglen eine Verordnung als Rechtsgrundlage für die Kastration wildlebender Katzen erlässt, wurde die Gemeinde von der Tierschutzorganisation Peta ausgezeichnet. Die "katzenfreundlichste Gemeinde Baden-Württembergs" übernimmt eine Vorbildfunktion im Land, heißt es in der Begründung. 

Kaum beschlossen und noch nicht mal in Kraft, schon gibt es den ersten Preis für die Berglener „Katzenschutzverordnung“. Die Tierrechtsorganisation Peta zeichnet die Gemeinde Berglen mit einer Urkunde dafür aus, dass sie als erste Kommune in Baden-Württemberg eine Kastrationspflicht für wildlebende Katzen einführt. Um das Katzenleid in möglichst vielen Städten und Gemeinde zu verringern, fordert die Organisation in einer Pressemitteilung zu dieser Auszeichnung weitere Kommunen auf, diesem Beispiel zu folgen. In dieser wird darauf hingewiesen, dass Katzen domestizierte Tiere seien, die nicht für ein Leben in der Natur gemacht sind: „Ohne menschliche Fürsorge sterben sie aufgrund von Krankheiten oder Unfällen häufig frühzeitig und qualvoll. Diesem Leiden muss endlich ein Ende gesetzt werden“, so Jana Hoger, Fachreferentin bei Peta, ,„eine flächendeckende Kastrationspflicht für alle Freigängerkatzen ist die einzige nachhaltige Lösung gegen die Katzenüberpopulation.“

Darum geht es in der Verordnung

Zwei Millionen Katzen deutschlandweit leben laut Schätzungen auf der Straße, oft nicht geimpft, häufig krank, abgemagert, vermehren sich aber nichtsdestoweniger ungehemmt. Die Verordnung ermöglicht künftig grundsätzlich, dass, wenn eine freilaufende, unkastrierte Katze ohne Registrierung entdeckt und der Halter nicht innerhalb von zwei Tagen ermittelt wird, die Katze von einem Tierarzt kastriert werden kann. Wobei bei einem Kater dafür jeweils rund 90 Euro Kosten anfallen, bei einer Kätzin etwa 120 Euro. Diese übernimmt vorerst der Tierschutzverein. Der deutsche Tierschutzbund gibt eine pauschale Beihilfe von bis zu 1500 Euro im Jahr.


Warum kastrieren?

Die Kastrationspflicht kann seit 2013 aus Tierschutzgesichtspunkten erlassen werden. Die deutschen Landesregierungen sind ermächtigt, Maßnahmen zur wichtigen Populationskontrolle freilebender Katzen zu treffen und Gebiete mit sogenannten Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungsverordnungen festzulegen, um die hohe Zahl der Tiere zu verringern. Zudem dürfen sie diese Ermächtigung auf andere Behörden übertragen, auch an die Kommunen.
 
Rein rechnerisch können eine einzige Katze und ihre Nachkommen in nur sieben Jahren 370.000 weitere Katzen zur Welt bringen. Eine Kastrationspflicht für alle Freigängerkatzen würde das Leid unzähliger verwilderter Katzen verhindern - es sei denn, der Eingriff gefährdet die Gesundheit der Samtpfoten. Zudem sinkt durch den Eingriff das Krebsrisiko und die Lebenserwartung der Tiere steigt: Bei Katzendamen erhöht sie sich um bis zu vier und bei Katern sogar um bis zu fünf Jahre. Wer eine Samtpfote als tierischen Mitbewohner hat oder heimatlose Katzen versorgt, sollte diese zu ihrem Wohl unbedingt kastrieren lassen. Heimatlose Katzengruppen können dem örtlichen Tierheim oder Katzenschutzverein gemeldet werden.