Winnenden

Bewährungsstrafe: Winnender erst Marihuana-Konsument, dann auch Dealer

Gras
Symbolbild. © Pixabay Creative Commons CC0

„Sind Sie nervös? Also ich wäre es an Ihrer Stelle“, sagte Rechtsanwalt Philipp Wendel vor der Verhandlung im Waiblinger Amtsgericht zu seinem Winnender Mandanten, der auf der Anklagebank Platz nahm.

Zwischen 2019 und 2020 wurde ihm zehnmal der Kauf von Marihuana nachgewiesen (meist zwei Gramm), achtmal der Verkauf (unter anderem 12,5, 25 und 50 Gramm). Alle seine Geschäfte wickelte der Winnender per Whatsapp ab.

Feinwaage sichergestellt

Bei einer Personenkontrolle im Mai 2020 wurde das Smartphone bei ihm ebenso wie 13 Gramm Marihuana und eine Feinwaage sichergestellt. Die Polizei wertete die Whatsapp-Chats aus und stellte fest: Der Mann Anfang 20 hat sich seinen Stoff hauptsächlich über zwei Männer und eine Frau aus Winnenden und Leutenbach beschafft. Dort haben auch die Geschäfte stattgefunden. Mal an Kirchen, mal auf Spielplätzen.

Erneut vor dem Amtsgericht

Gleich zu Beginn der Verhandlung erklärte Rechtsanwalt Wendel, dass sein Mandant sämtliche Taten, die die Staatsanwaltschaft haargenau aufdröselte, einräume. „Im vergangenen Jahr war er bereits aufgrund zweier Drogenfunde bei Richter Blattner. Das hat ihm die Augen geöffnet“, versicherte der Anwalt. Sein Mandant sei auf einem guten Weg, mittlerweile in einer Firma angestellt und habe dort die Chance zu einem dualen Studium.

Drogenscreenings vorgelegt

Dem Drogenkonsum habe der Angeklagte abgeschworen. „Er hat bereits im vergangenen Jahr Drogenscreenings vorgelegt. Bis diese den kritischen Wert unterschritten haben, hat es einige Versuche gedauert. Aber er hat es geschafft“, so der Anwalt. Ebenso nimmt der Mann seit vergangenem Monat an einem medizinisch-psychologischen Untersuchungsprogramm (MPU) teil, um den Führerschein zu erwerben. „Auch hier werde ich regelmäßig auf Drogen getestet“, erklärte der Angeklagte.

Richter Johannes Weigel hakte nach, weshalb er vom Konsumenten zum Dealer übergegangen ist, einmal sogar 50 Gramm Marihuana erwarb. „Es war nicht so, dass ich mich daran bereichern wollte“, erklärte der Angeklagte. Vielmehr habe er sich mit Freunden zusammengetan, um beim Drogenkauf einer größeren Menge einen besseren Preis zu bekommen.

Die Staatsanwältin forderte in ihrem Plädoyer eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten, die aufgrund der günstigen Sozialprognose des Mannes zur Bewährung ausgelegt werden könne. Zudem forderte sie die Einziehung von 800 Euro als Wertausgleich.

Anwalt Philipp Wendel stimmte ihren Ausführungen weitestgehend zu, meinte jedoch, dass eine Bewährungsstrafe von elf bis zwölf Monaten ausreichen würde, der Wertausgleich ebenfalls nicht sein müsse. „Es ist wirklich erstaunlich, wie mein Mandant die Kurve bekommen hat. Er hat immer wieder den Kontakt zu mir und zum Gericht gesucht. Das ist wirklich außergewöhnlich. Das habe ich auch schon ganz anders erlebt.“

Marihuana gilt als „weiche Droge“

Nach kurzer Verhandlungspause verkündete Richter Weigel das Strafmaß: eine Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung, 80 Arbeitsstunden sowie 800 Euro als Wertausgleich. „Ihr Geständnis war sehr glaubhaft. Auf der anderen Seite haben Sie die Seiten vom Konsumenten zum Dealer gewechselt und teils auch größere Mengen an Drogen gekauft“, so der Richter. Zugutehalten müsse man dem Angeklagten allerdings, dass Marihuana als weiche Droge gelte, er sämtliche Taten gestanden habe und die Fälle eine ganze Zeit zurückliegen.

„Sind Sie nervös? Also ich wäre es an Ihrer Stelle“, sagte Rechtsanwalt Philipp Wendel vor der Verhandlung im Waiblinger Amtsgericht zu seinem Winnender Mandanten, der auf der Anklagebank Platz nahm.

Zwischen 2019 und 2020 wurde ihm zehnmal der Kauf von Marihuana nachgewiesen (meist zwei Gramm), achtmal der Verkauf (unter anderem 12,5, 25 und 50 Gramm). Alle seine Geschäfte wickelte der Winnender per Whatsapp ab.

Feinwaage sichergestellt

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