Winnenden

Brand an Neujahr in Winnenden-Birkmannsweiler: Polizei sucht nach der Ursache

Nachklapp Brand Birkmannsweiler
Blick aufs ausgebrannte Haus – am Montag waren Spurensucher der Polizei vor Ort. © Alexandra Palmizi

Das Feuer hat am Neujahrstag ganz Birkmannsweiler in Atem gehalten: Über Stunden brannte ein Einfamilienhaus in der Silcherstraße. Die dichte Rauchsäule war kilometerweit zu sehen. Eine 58-Jährige hat ihr Zuhause an die Flammen verloren. Vorerst ist sie bei einem Winnender Feuerwehrmann untergekommen. In dem stark beschädigten Gebäude hat die Polizei am Montag mit der Spurensuche begonnen. In den kommenden Tagen werden Brandsachverständige den Schaden analysieren. Ein Polizeisprecher teilt auf Anfrage mit: „Da die Brandursache bislang noch unklar ist, kann auch eine Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden.“

Eine Einsturzgefahr kann aktuell nicht ausgeschlossen werden

Wie schrecklich muss es sein, plötzlich kein Zuhause mehr zu haben? Der Frau aus Birkmannsweiler ist genau das widerfahren: Ihr Hab und Gut ist am Neujahrsmorgen in Flammen aufgegangen. Die Polizei spricht von einem Schaden von rund 450.000 Euro. Das Haus ist unbewohnbar. Ob es stehen bleiben kann, ist unsicher.

Am Montag waren Ermittler der Winnender Polizei und der Kripo am Einsatzort. Die Spurensicherung hat das in großen Teilen ausgebrannte Einfamilienhaus genau unter die Lupe genommen. In den kommenden Tagen folgen weitere Gutachten. Noch ist die Brandursache unklar. Mit neuen Erkenntnissen rechnet die Polizei gegen Ende der Woche. Auch darüber, wie es um das stark beschädigte Haus bestellt ist. „Eine Einsturzgefahr kann momentan nicht gänzlich ausgeschlossen werden, nähere Infos diesbezüglich müssen durch einen Gutachter bzw. Sachverständigen erfolgen“, teilt ein Pressesprecher der Polizei auf Anfrage mit.

Die Bewohnerin hat ein Dach über dem Kopf, ihre Katze ist am Leben

Immerhin die Bewohnerin hat das Krankenhaus rasch wieder verlassen: Sie war am Samstagvormittag von der Feuerwehr aus dem brennenden Gebäude gerettet und daraufhin in eine Klinik gebracht worden. Auch ihre Katze, die zwischenzeitlich als vermisst galt, ist lebendig wieder bei der Frau aufgetaucht. Und ein Dach über dem Kopf hat sie ebenfalls – dank Feuerwehrmann und Stadrat Hanspeter Luckert von der Freien Wählervereinigung Winnenden.

Dieser hat die 58-Jährige vorübergehend in einer kleinen Wohnung im ehemaligen Feuerwehrgerätehaus von Birkmannsweiler untergebracht, das er vor einigen Jahren gekauft hat. Die Wohnung, nur wenige Hundert Meter vom Unglücksort entfernt, stehe vorübergehend frei, bestätigt Hanspeter Luckert unserer Redaktion. Da habe er sie als Zwischenlösung angeboten.

Er selbst sei Mitglied der Wache Zipfelbach, aktuell aber nicht aktiv. Die Rauchwolke über Birkmannsweiler habe er entdeckt, als er am Neujahrsmorgen mit seinem Hund spazierte. „Kurz darauf ist schon die ganze Flotte vorbeigerauscht“, berichtet Hanspeter Luckert.

Die Freiwillge Feuerwehr Winnenden war gegen 9.30 Uhr nach Birkmannsweiler gerufen worden. Gleich mehrere Anwohner hatten Alarm geschlagen. „Die Flammen hatten sich im Außenbereich bereits über zwei Stockwerke bis zum Dach ausgebreitet, ebenso breitete sich der Brand rasch im Gebäudeinneren aus“, berichtet Feuerwehrsprecher Tobias Hackel. Nachdem die Frau aus dem brennenden Gebäude gerettet worden war, habe die Feuerwehr „mit mehreren Rohren im Innen- und Außenangriff sowie über die Drehleiter“ gegen das Feuer gekämpft. Dieses habe sich aber „trotz massivem Wassereinsatz“ weiter ausgebreitet „im gesamten Gebäude bis zum Dachstock“.

Ein kräftezehrender, langer Einsatz der Frewilligen Feuerwehr

Der Einsatz entpuppte sich als so kräftezehrend, der Rauch als so dicht, dass die Ehrenamtlichen eine Sauerstoffflasche nach der anderen leerschnauften. Sie waren deshalb auf die Unterstützung der Fellbacher Feuerwehr und Nachschub aus deren „Gerätewagen Atemschutz“ angewiesen. Außerdem vor Ort: der stellvertretende Kreisbrandmeister, die Polizei, der Energieversorger und die Stadtwerke Winnenden, der hauptamtliche Rettungsdienst und der ehrenamtliche Rettungsdienst. Gemeinsam mit den Einsatzkräften aus Fellbach sorgten diese ehrenamtlichen Retter unter anderem dafür, dass die Feuerwehrleute bei Kräften blieben – und am Neujahrstag wenigstens eine warme Suppe serviert bekamen.

Erst nach viereinhalb Stunden Einsatz sei „Feuer aus“ gemeldet worden, berichtet der Feuerwehrsprecher. Zweimal noch am Neujahrstag suchte die Feuerwehr die Brandstelle akribisch mit Wärmebildkameras ab und löschte letzte „Glutnester“. Insgesamt war die Freiwillige Feuerwehr Winnenden mit neun Einsatzfahrzeugen und circa 60 Personen im Einsatz gewesen.

Oberbürgermeister Holzwarth: Können uns auf Einsatzkräfte verlassen

Von der Arbeit der Helfer zeigt sich noch am Montag der Winnender Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth begeistert. Er habe den „Hauptkampf“ von 10 bis 13 Uhr beobachtet, wie „routiniert“ die Einsatzkräfte geschafft hätten. Einmal mehr habe er das Gefühl gewonnen, „dass wir uns auf sie verlassen können".

Glücklich sei er auch darüber, dass mit Hanspeter Luckert ein Winnender Bürger rasch Hilfe angeboten und der betroffenen Frau seine Wohnung zur Verfügung gestellt habe. Die Stadt, also der Soziale Dienst und das Ordnungsamt, loteten jetzt aus, wie ihr weiter geholfen werden kann.

Darum ist in Birkmannsweiler vorübergehend der Strom ausgefallen

Eine Erklärung dafür, warum in Teilen von Birkmannsweiler (in der Silcherstraße, der Mozartstraße und im Buchenbachhof) am Samstag während des Feuerwehreinsatzes der Strom ausgefallen ist, liefert Holzwarth ebenfalls: In dem Winnender Stadtteil verlaufen die Stromleitungen von Dach zu Dach als sogenannte Oberleitungen. Weil von einer Solaranlage auf dem Unglücksgebäude potenziell eine Gefahr für die Einsatzkräfte ausgegangen sei, musste die Leitung an dieser Stelle unterbrochen werden. Netzbetreiber Syna sei mit einem Experten vor Ort gewesen, der schließlich grünes Licht für die Wiederinbetriebnahme des Stromnetzes in diesem Bereich gegeben habe. 29 Haushalte seien vorübergehend ohne Strom gewesen.

Das Feuer hat am Neujahrstag ganz Birkmannsweiler in Atem gehalten: Über Stunden brannte ein Einfamilienhaus in der Silcherstraße. Die dichte Rauchsäule war kilometerweit zu sehen. Eine 58-Jährige hat ihr Zuhause an die Flammen verloren. Vorerst ist sie bei einem Winnender Feuerwehrmann untergekommen. In dem stark beschädigten Gebäude hat die Polizei am Montag mit der Spurensuche begonnen. In den kommenden Tagen werden Brandsachverständige den Schaden analysieren. Ein Polizeisprecher teilt

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