Winnenden

„Briefe in die Heimat“ - Lesung am Mittwoch (7. 9.) in Winnenden

soldbuch
Das Soldbuch (Soldatenausweis) von Heiner Seiz. © Michael Seiz

Michael Seiz liest am Mittwoch, 7. September, ab 19.30 Uhr im Storchenkeller aus den Briefen seines Vaters, verschickt von der Front im Zweiten Weltkrieg.

Heiner Seiz, Jahrgang 1921, in Winnenden geboren und aufgewachsen, ging ab 1940 mehrfach ins Rathaus nachfragen, ob denn seine Einberufung nicht bald bevorstehen würde. Das berichtet Diethard Fohr von der Initiative Stadtmuseum in seiner Ankündigung. Was einem heute Schauer über den Rücken treibt, erklärt Fohr mit dem damals herrschenden Glauben an einen Sieg und mit dem Traum eines jungen Mannes, als Flieger in der Luftwaffe zu dienen. Nach der Grundausbildung 1942 stellte sich aber heraus, dass sein Sehvermögen nicht ausreichend für einen Kampfpiloten sei.

Soldat und Überlebenskünstler

Aus seinen Briefen von der Front in Tschechien, Weißrussland, Dänemark und Ungarn an seine Eltern und seine Schwester berichtet Heiner Seiz von den Kriegshandlungen als „verlässlicher Soldat“, auch über das Massaker von Lidice – trotz Briefzensur in der Wehrmacht fanden die Worte den Weg nach Hause. Heute weiß man, dass die Ermordung einer ganzen böhmischen Dorfbevölkerung als Vergeltungsakt der Gestapo auch noch unter falschen Annahmen geschah. Heiner Seiz entwickelte sich in der Zeit aber auch zu einer Art Überlebenskünstler. 

Kurz vor dem Kriegsende dann versuchte Heiner Seiz, sich zusammen mit anderen in die Heimat durchzuschlagen, begegnete dabei auch einigen Kameraden aus Winnenden und Umgebung. Doch er kam in russische Gefangenschaft, aus der er 1946 entkräftet entlassen wurde und nach Winnenden heimkehrte.

Der Eintritt ist frei

Der Eintritt in den Storchenkeller der Volksbank mit Eingang von der Wagnerstraße aus ist frei, um eine Spende wird gebeten. Um das freiwillige Tragen einer Maske bitten die Veranstalter ebenfalls.

Anmeldung per Telefon unter 0 71 95/6 43 22 oder E-Mail: Diethardfohr50@aol.com.

Michael Seiz liest am Mittwoch, 7. September, ab 19.30 Uhr im Storchenkeller aus den Briefen seines Vaters, verschickt von der Front im Zweiten Weltkrieg.

Heiner Seiz, Jahrgang 1921, in Winnenden geboren und aufgewachsen, ging ab 1940 mehrfach ins Rathaus nachfragen, ob denn seine Einberufung nicht bald bevorstehen würde. Das berichtet Diethard Fohr von der Initiative Stadtmuseum in seiner Ankündigung. Was einem heute Schauer über den Rücken treibt, erklärt Fohr mit dem damals

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