Winnenden

Carolin Häußer aus Winnenden ist neue Württemberger Weinkönigin

Weinkönigin
Die frischgekrönte Weinkönigin Carolin Häußer (Mitte) und ihre beiden Weinprinzessinnen Birthe Meseke (links) und Lisa-Marie Blatt. © Ralf Seidel

Die neue Württemberger Weinkönigin stammt aus Winnenden: Carolin Häußer hat am Donnerstagabend bei der Wahl in Pfedelbach im Hohenlohekreis eine 30-köpfige Fachjury von sich überzeugt. Die Freude bei der 27-Jährigen ist groß: „Württemberg ist ein tolles, junges, aufstrebendes Weinbaugebiet, ich freu mich total, das repräsentieren zu dürfen und ein bisschen Schwung in die Kiste zu bringen“, sagt sie im Gespräch mit unserer Redaktion am Freitagmorgen.

Winnender Weinfamilie: Eltern und Bruder betreiben das Weingut Häußer in Höfen

Carolin Häußer entstammt einer Winnender Weinfamilie: Ihre Eltern Martina und Konrad betreiben mit Bruder Christian das Weingut Häußer in Höfen. Sie selbst ist im Familienbetrieb insbesondere für Marketing, Vertrieb, Veranstaltungen und die Weinstube verantwortlich.

Zur Seite stehen der Württembergischen Weinkönigin zwei Weinprinzessinen

Jetzt tritt sie als Repräsentantin des Weinbauverbands ihre einjährige Amtszeit als Weinkönigin an – und löst die bisherige Rekord-Regentin Tamara Elbl aus Pfedelbach-Untersteinbach ab, die wegen der Corona-Pandemie seit 2019 im Amt war. Zur Seite stehen Carolin Häußer zwei Weinprinzessinnen: Birthe Meseke (24, aus Stuttgart) und Lisa-Marie Blatt (25, aus Brackenheim). Insgesamt hatten sich fünf junge Frauen beworben.

Fünf Bewerberinnen vom Fach: „Wir hätten es untereinander jeder gegönnt“

Geworden ist es Carolin Häußer, die in Winnenden tief verwurzelt und gut vernetzt ist, internationales Weinmanagement an der Hochschule Heilbronn studiert hat, am liebsten Riesling trinkt und mittlerweile in Aspach wohnt. Natürlich sei sie angetreten, um zu gewinnen, aber: „Ich war trotz allem sehr überrascht. Wir waren alle fünf Bewerberinnen vom Fach, alle hatten von der Familie oder von der Ausbildung her mit Wein zu tun, alle waren stark im Fachwissen und im Auftreten. Wir hätten es untereinander jeder gegönnt“, berichtet sie.

Und betont, dass es bei der Wahl zur Weinkönigin und allem, was darauf folgt, nicht um einen Schönheitswettbewerb geht: „Das Amt besteht nicht nur aus Lächeln, Winken und daraus, gutaussehend dabeizustehen. Es geht auch um Haltung und Meinung. Ich versteck mich nicht gern, ich bin gern präsent, ich habe etwas zu sagen“, sagt die 27-Jährige.

Was natürlich nicht bedeutet, dass das Aussehen ganz egal ist – sonst wäre Carolin Häußer am Donnerstagmorgen vermutlich nicht beim Friseur gesessen, um zur Wahl besonders schick auszusehen. Was dann am Nachmittag im Pfedelbacher Rathaus folgte, sei aber „kein Zuckerschlecken“ gewesen.

Häußer: Umstrittene EU-Pläne zum Pflanzenschutz wären „ein Berufsverbot“

Die 30-köpfige Fachjury aus Presse, Weinverband, Genossenschaften und mehr fühlte allen Bewerberinnen auf den Zahn. 30 Minuten lang musste auch die Winnenderin Fachfragen (zum Beispiel zum Thema Schädlinge im Weinberg) beantworten, aber auch gesellschaftlich (Thema: verantwortlicher Konsum) und politisch Stellung beziehen. So wurde Carolin Häußer auch gefragt, was sie in einer Rede vor der EU zu deren höchst umstrittenen Pflanzenschutz-Plänen sagen würde.

Und? Aus Carolin Häußer sprudelt es heraus: „Gelinde ausgedrückt: Das wäre ein Berufsverbot für den Großteil der Weinbauern, nicht nur in Württemberg, sondern in ganz Deutschland. Die komplette Wertschätzung für den Württemberger Wein – und damit die gepflegten Weinberge, die Feste auf den Weingütern ... – das würde alles verloren gehen. Ich habe manchmal das Gefühl, dass da nicht weit genug gedacht und eine Folgenanalyse gemacht wird. Wenn wir selber nicht mehr herstellen, importieren wir, das kann doch nicht das Ziel sein!“

Bei der Gala am Abend in Pfedelbach fiebert „halb Winnenden“ mit

Am Abend folgte dann die Gala in der „Nobelgusch“ in Pfedelbach, moderiert von Uwe Heer, Chefredakteur der Heilbronner Stimme. Die Kandidatinnen wurden in mehreren Spielen auf ihre rhetorischen Fähigkeiten und Spontanität abgeklopft, dann wurde geheim gewählt. Vor Ort fieberte Carolin Häußers Familie mit, auch ihr Partner Christoph Golter war mit von der Partie. „Ich habe unglaublich viele Nachrichten erhalten im Voraus. Gefühlt halb Winnenden hat gestern Abend mitgefiebert“, sagt sie am Morgen danach.

Zu Hause trägt ein Winnender Mops die Krone der neuen Weinkönigin

Im Radio hat sie heute schon ihre Stimme gehört, wie sie im SWR-Interview nach der Wahl sagte, sie sei „total überfordert mit der Gesamtsituation, aber mittlerweile dominiert die Vorfreude auf die neue Aufgabe. Ich bin gespannt, was mich erwartet, ich freu mich riesig. Mit den zwei Prinzessinnen an meiner Seite wird das auf jeden Fall gut“, sagt sie.

Und dann verrät Carolin Häußer noch, wo sie zu Hause ihr Krönchen aufbewahrt. Sie hat es vorübergehend ihrer Spardose aufgesetzt, einem lebensechten Winnender Mops.

Die neue Württemberger Weinkönigin stammt aus Winnenden: Carolin Häußer hat am Donnerstagabend bei der Wahl in Pfedelbach im Hohenlohekreis eine 30-köpfige Fachjury von sich überzeugt. Die Freude bei der 27-Jährigen ist groß: „Württemberg ist ein tolles, junges, aufstrebendes Weinbaugebiet, ich freu mich total, das repräsentieren zu dürfen und ein bisschen Schwung in die Kiste zu bringen“, sagt sie im Gespräch mit unserer Redaktion am Freitagmorgen.

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