Winnenden

Das "Notre-Dame vom Feuersee": Kärcher kärchert Kirchenfassade in Stuttgart

Kärcher reinigt Kirche
Aufwendige und behutsame Reinigung: Kärcher- Arbeiter an der Stuttgarter Johanneskirche. © kärcher

Die Stuttgarter nennen sie liebevoll ihre kleine Notre-Dame vom Feuersee - die Johanneskirche im Stuttgarter Westen. Im Verlauf der kommenden drei Wochen reinigt Kärcher die Sandsteinwände der südwestlichen Kirchenfassade. Dabei werden substanzschädigender biologischer Bewuchs und Verfärbungen, die die Steine dunkel erscheinen lassen, schonend entfernt. Die Kosten für die umfangreichen Reinigungsarbeiten, die im Rahmen einer größer angelegten Sanierung der Kirche stattfinden, trägt Kärcher im Rahmen seines Kultursponsorings.

„Ich freue mich, dass wir mit der Reinigung der Johanneskirche einen Beitrag zum nachhaltigen Schutz eines wichtigen Kulturdenkmals in der Region leisten können“, sagt Hartmut Jenner, Vorsitzender des Vorstands der Alfred Kärcher SE & Co. KG. „Es ist uns ein großes Anliegen, dieses Bauwerk für die Stuttgarterinnen und Stuttgarter zu erhalten.“

„Die Johanneskirche am Feuersee ist ein Wahrzeichen Stuttgarts. Sie gilt wegen ihrer fehlenden Turmspitze als Mahnmal gegen Krieg und Zerstörung. Jetzt wird sie umfassend saniert, und die Firma Kärcher beteiligt sich daran“, sagt der Stuttgarter Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper.

Die Johanneskirche wurde in der Kriegszeit stark beschädigt, in den Jahren 1948 bis 1966 erfolgte der Wiederaufbau, jedoch ohne die Turmspitze und das Gewölbe im Kirchenschiff. Die Außenfassade der neugotischen Kirche war danach über viele Jahrzehnte Witterungsverhältnissen sowie innerstädtischen Belastungen wie Kaminruß und Abgasen ausgesetzt. Die dadurch entstandenen Ablagerungen werden nun erstmals substanzschonend und mit verschiedenen Reinigungstechniken entfernt. Im ersten Schritt wird biologischer Bewuchs wie Moose und Algen auf der Oberfläche mit Hilfe von Heißwasser-Hochdruckreinigern in der schonenden Dampfstufe mit 95 Grad und einem reduzierten Druck von maximal 0,5 bis 1 bar entfernt. Neben der Beseitigung verzögert der Dampf außerdem die Wiederansiedlung der Vegetation, da tiefersitzende Sporen durch die hohen Temperaturen vernichtet werden. Die Heißdampfreinigung gehört zu den wirkungsvollsten und zugleich schonendsten Techniken bei der Reinigung und Erhaltung mineralischer Bausubstanzen.

Im Anschluss werden mit dem Niederdruck-Mikropartikelstrahlverfahren weitere Ablagerungen - sogenannte schwarze Krusten - abgetragen. Das Verfahren funktioniert vom Grundsatz her ähnlich wie Sandstrahlen, nur, dass deutlich sensibler vorgegangen wird. Um die wertvolle Originalsubstanz der sensiblen Sandsteinfassade nicht zu beschädigen, entfernen die Experten von Kärcher mit einem Druck von 1 bis 1,5 bar einzelne Ablagerungen ganz, andere werden aus konservatorischen Gründen nur ausgedünnt. Insbesondere Manganablagerungen werden auch nach der Reinigung noch sichtbar zurückbleiben. Sie stellen keine Verschmutzung dar, sondern sind natürlicher Teil des Alterungsprozesses im Sandstein.

„Die Sanierung und Reinigung der Johanneskirche ist für die Evangelische Kirche eine Mammutaufgabe und wird viele Mittel binden. Umso dankbarer bin ich, dass die Firma Kärcher mit der Reinigung der Steinwände uns zur Seite springt.“, sagt Stadtdekan Søren Schwesig.

Die Johanneskirche wurde 1876 nach den Plänen des Architekten Christian Friedrich von Leins im neugotischen Stil fertiggestellt. Sie ist täglich von 9 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet und wird von Pfarrer Prof. Dr. Christoph Dinkel geleitet.