Winnenden

Der Preis für einen Döner steigt, auch in Winnenden - Wie reagieren die Gäste?

Preise steigen
Emre Ünsal, Inhaber des Kebap Palace 38 in Winnenden, bei der Arbeit. © Alexandra Palmizi

Wer gerne einen Döner Kebab isst, der muss dafür seit kurzem tiefer in die Tasche greifen als gewohnt. Preise von fünf Euro und mehr sind mittlerweile nahezu überall die Regel. „Ein Döner müsste eigentlich 7,30 Euro kosten“, sagte Gürsel Ülber, Vorstandsvorsitzender der türkischen Dönerhersteller in Europa, jüngst der Deutschen Presse-Agentur. Wir haben uns mit Imbissbetreibern aus Winnenden unterhalten. Wie reagieren die Gäste auf die gestiegenen Preise?

Im Kebap Palace 38 an der Waiblinger Straße werden diese direkt an der Theke mit einem Schild auf eine Preiserhöhung hingewiesen. „Liebe Gäste, aufgrund situationsbedingter, massiver Preiserhöhung unserer Lieferanten (z. B. Fleischwaren, Mehl etc.) sind wir gezwungen, unsere Preise für Speisen kurzfristig anzupassen. Daher gilt ab sofort, 0,50 Euro Aufschlag auf die aktuellen Preise der Karte. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis in dieser schwierigen Situation“, heißt es dort.

Nur durch die Erhöhung lohnt es sich

Inhaber Emre Ünsal erklärt, dass der Familienbetrieb sich vor etwa zwei Wochen für die Preisanpassung entschieden hat. „Aktuell ist es so, dass es sich für uns nur dadurch überhaupt lohnt. Ohne die Erhöhung würden wir gar nichts verdienen“, sagt er.

Zum einen machen sich die gestiegenen Energiepreise bemerkbar. Allerdings auch die Kosten für Lebensmittel. „Eigentlich alles, was wir für einen Döner benötigen, ist teurer geworden“, sagt Ünsal. „Es geht beim Mehl los und weiter über Öl und das Fleisch“, erklärt er. Beim Gemüse verhalte es sich ebenso.

Warenbeschaffung ebenfalls ein Problem

Ein weiteres Problem, mit dem die Imbissbetreiber zu kämpfen haben, ist die Warenbeschaffung. „Wir wissen momentan nie sicher, ob wir überhaupt Waren bekommen. Und auch Termine, wann etwas wieder vorrätig ist, bekommen wir nicht“, so Ünsal.

Ein Döner mit dem etwas teureren Schichtfleisch kostet mittlerweile sechs Euro. „Es gibt Gäste, denen wir diese Erhöhung erklären müssen. Der Großteil hat aber absolut Verständnis. Teilweise haben uns Gäste sogar zu diesem Schritt geraten“, sagt der Imbissbetreiber.

Ob er möglicherweise noch einmal die Preise erhöhen muss, wenn sich an der momentanen Situation nichts ändert? „Wir wissen nicht, wie es mit den Preisen weitergeht. Natürlich gibt es aber auch die Sorge, dass die Kunden wegbleiben, wenn wir erneut erhöhen“, antwortet Ünsal.

Denn auch viele Schüler, die sich in der Mittagspause einen Döner Kebab gönnen, kommen an die Waiblinger Straße. Werden die Preise weiter erhöht, können sich die Jugendlichen das wohl nicht mehr leisten. „Unser Glück ist, dass wir etwa 90 Prozent Stammkundschaft haben“, freut sich Ünsal, der erzählt, dass unter anderem Polizisten oder Mitarbeiter der Firma Kärcher regelmäßig zum Essen kommen. Er hofft, dass diese dem Kebap Palace auch weiterhin die Treue halten.

„Für uns gab es schon deutlich schwierigere Zeiten, zum Beispiel in der Corona-Pandemie. Wenn man gute Arbeit leistet, dann übersteht man auch die jetzige Phase“, ist sich der Imbissbetreiber sicher.

Auch Arzum Imbiss will erhöhen

Ünsals Konkurrenz berichtet Ähnliches. „Bei uns kostet ein Döner momentan noch 4,50 Euro. Aber wir werden den Preis wahrscheinlich wie alle anderen auch erhöhen. Mit dem aktuellen Preis machen wir Verluste. Mit einem Döner macht man ohnehin nicht viel Gewinn“, sagt Erdal Bahceci, die Inhaberin vom Arzum Imbiss an der Marktstraße. „Es ist ja nicht nur das Fleisch, das teurer geworden ist. Alles andere auch“, klagt sie beim Besuch der Zeitung.

Ein Umstand, über den Osman Osman, Inhaber von Ali´s Grillhaus an der Ringstraße, in unserer Zeitung schon Anfang März gesprochen hat. „Ich habe viele Kunden, die auf dem Bau arbeiten, einen Minijob haben, arbeitslos oder Schüler sind. Ich kann für einen Yufka keine acht Euro verlangen. Dann kommt gar niemand mehr“, sagte er damals.

Osman Osman denkt an Schulkinder

Auch beim Besuch am Mittwochnachmittag bleibt Osman Osman dabei. „Ein Döner kostet bei uns fünf Euro. Wir haben überlegt, ob wir erhöhen sollen. Bisher haben wir das aber nicht gemacht.“

Der Grillhaus-Inhaber steckt in einem Dilemma. „Bei all den Zutaten, die in einen Döner kommen, bleibt am Ende nicht viel Geld übrig. Ich muss auch meine Mitarbeiter bezahlen“, seufzt er.

Immer wieder kommen jedoch auch Schüler, die die fünf Euro für einen Döner nicht zusammenbekommen. „Sie kriegen von mir trotzdem etwas. Ich kann sie doch nicht hungern lassen“, sagt Osman Osman.

Wer gerne einen Döner Kebab isst, der muss dafür seit kurzem tiefer in die Tasche greifen als gewohnt. Preise von fünf Euro und mehr sind mittlerweile nahezu überall die Regel. „Ein Döner müsste eigentlich 7,30 Euro kosten“, sagte Gürsel Ülber, Vorstandsvorsitzender der türkischen Dönerhersteller in Europa, jüngst der Deutschen Presse-Agentur. Wir haben uns mit Imbissbetreibern aus Winnenden unterhalten. Wie reagieren die Gäste auf die gestiegenen Preise?

Im Kebap

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